BYD-Aktie: Kommt jetzt die Wende?

Kurs stabilisiert sich

Nach dem deutlichen Kursrückgang zu Wochenbeginn und dem Erreichen ihres tiefsten Stand seit Anfang 2025 lockt die Aktie von BYD wieder langfristig orientierte Anleger an. Ist jetzt wieder Einstiegszeit beim chinesischen E-Auto-Riesen?

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Trotz des Überangebots im Elektroautomarkt und der absehbar schmerzhaften Marktbereinigung erwiesen sich die Margenstärke und die solide Bilanz bei BYD zuletzt als tragende Säulen.

Der jüngste Ausverkauf in der Aktie hat die Sicherheitsmarge weiter erhöht und die Bewertung zusätzlich verbessert. Ausschlaggebend sind neben dem günstigeren Kursniveau vor allem die konsequente Expansion in margenstärkere Auslandsmärkte, steigende Exportzahlen sowie die Fähigkeit des Konzerns, kurzfristige Nachfrageschwächen im Heimatmarkt und erhöhte Investitionen zu verkraften. Damit bleibt die Aussicht auf Kurssteigerungen intakt.

Belastungsfaktoren im chinesischen Elektroautomarkt

Seit der letzten Kaufempfehlung hat die Aktie die zuvor definierten Einstiegsbereiche unterschritten. Der Kurs fiel sowohl unter das Tief vom März und April 2025 als auch unter frühere Widerstandsniveaus aus den Jahren 2021 bis 2023. Vergleichbare Korrekturen waren auch bei anderen Herstellern der Branche zu beobachten.

Ein Teil der Skepsis ist nachvollziehbar, da China seine Subventionspolitik für Elektrofahrzeuge umstellt. Käufer müssen seit diesem Jahr eine Kaufsteuer von fünf Prozent zahlen, die bis 2027 auf zehn Prozent steigen soll. Diese Änderung führte zu vorgezogenen Käufen im Jahr 2025 und entsprechend hohen Auslieferungszahlen, während sich der Markt zu Beginn des Jahres 2026 deutlich abkühlte.

BYD verzeichnete 2025 zwar ein starkes Wachstum bei reinen Elektrofahrzeugen auf 2,25 Millionen Einheiten, was einem Plus von knapp 28 Prozent entsprach. Im Januar 2026 brachen die Verkäufe jedoch spürbar ein und lagen deutlich unter dem Vormonat und dem Vorjahreswert. Ähnliche Entwicklungen meldeten auch andere chinesische Hersteller, was auf einen branchenweiten Nachfragedruck hindeutet.

Diese Faktoren erklären den anhaltenden Abwärtstrend vieler Automobilaktien, wobei BYD nahezu sämtliche Kursgewinne aus dem Jahr 2025 wieder abgab.

Auslandsgeschäft als Stabilisator

Gleichzeitig zeigt sich, dass BYD gut aufgestellt ist, um die schwächere Inlandsnachfrage durch steigende Exporte auszugleichen. Der Anteil der ins Ausland gelieferten Fahrzeuge stieg im Dezember 2025 auf mehr als 31 Prozent, nachdem er im Gesamtjahr noch bei rund 23 Prozent gelegen hatte.

Für 2026 stellt das Management Auslandsverkäufe von 1,3 Millionen Fahrzeugen in Aussicht, was einem Zuwachs von etwa 25 Prozent entspricht. Zwar liegt diese Prognose unter der früheren Zielmarke, sie erscheint jedoch angesichts der dynamischen Entwicklung in Europa realistisch. In der Europäischen Union, den EFTA-Staaten und dem Vereinigten Königreich legten die Zulassungen im Dezember 2025 im Jahresvergleich um mehr als das Dreifache zu und steigerten den Marktanteil spürbar.

Zusätzlichen Rückenwind verspricht die Anpassung der europäischen Zollregelungen, die von pauschalen Strafzöllen zu Mindestpreismodellen übergehen. Dies könnte chinesischen Herstellern höhere Margen ermöglichen. Branchenexperten erwarten, dass der Gewinn pro Fahrzeug im Ausland deutlich über dem Niveau des chinesischen Marktes liegt.

Im Januar 2026 erreichten die Exporte von BYD einen neuen Höchstwert, wobei fast die Hälfte der ausgelieferten Fahrzeuge für Auslandsmärkte bestimmt war. Die in den vergangenen Jahren vorangetriebene Expansion über Händlernetze und neue Produktionsstandorte zeigt damit klare Wirkung. Ende 2025 war das Unternehmen in mehr als 110 Ländern und Regionen präsent.

Gedämpfte Erwartungen, solide Basis

Mit der Veröffentlichung der Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2025 Ende März 2026 rücken zentrale Kennzahlen in den Blick. Bis zum dritten Quartal war der Umsatz im Jahresvergleich zweistellig gewachsen, während der Gewinn je Aktie rückläufig war und der freie Cashflow deutlich negativ ausfiel. Preiskämpfe und hohe Investitionen belasteten das Ergebnis.

Vor diesem Hintergrund haben Analysten ihre Prognosen bereits gesenkt. Für die kommenden Jahre wird zwar weiterhin Wachstum erwartet, jedoch mit deutlich geringerer Dynamik als in der Vergangenheit. Dennoch verfügt BYD über eine komfortable Netto-Cash-Position, die es erlaubt, temporäre Ergebnis- und Cashflow-Schwächen zu überstehen, bis neue Werke im Ausland ihre volle Auslastung erreichen.

Attraktive Bewertung nach Kursrutsch

Der Markt reagierte überzogen auf die schwachen Verkaufszahlen zum Jahresbeginn 2026. Technische Indikatoren deuten auf eine überverkaufte Situation hin, auch wenn der Zeitpunkt einer nachhaltigen Bodenbildung noch offen ist.

Bewertungsseitig handelt die Aktie inzwischen deutlich unter ihrem langjährigen Durchschnitt. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt klar unter dem historischen Mittel, ebenso signalisiert das Verhältnis von Bewertung zu Wachstum eine attraktive Ausgangslage. Im Branchenvergleich zeigt sich, dass BYD trotz anhaltender Profitabilität günstiger bewertet ist als viele internationale und chinesische Wettbewerber.

Die Fähigkeit, selbst unter schwierigen Marktbedingungen Gewinne zu erzielen, frühere Handelsbarrieren zu überwinden und den Auslandsanteil kontinuierlich auszubauen, unterstreicht die strukturelle Stärke des Konzerns. Auf Basis konservativer Bewertungsannahmen ergibt sich ein erhebliches Kurspotenzial bis zum langfristigen Zielniveau.

Angesichts dieser Ausgangslage bleibt die Aktie auf dem aktuellen Niveau kaufenswert. Der starke Kursrückgang eröffnet eine Gelegenheit, die der Markt so nicht häufig bietet.

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ℹ️ BYD in Kürze

  • BYD („Build your dreams“) (WKN: A0M4W9) ist ein chinesischer Mischkonzern, der vor allem im Bereich der Herstellung von Akkumulatoren und Automobilen tätig ist.
  • Der im chinesischen Shenzhen ansässige Konzern stieg 2023 zum weltgrößten Hersteller von Elektroautos auf.
  • Mit einer Marktkapitalisierung von rund 105 Milliarden € zählt BYD zu den wertvollsten Konzernen Chinas.
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