AMD-Aktie -8%: Ist das wirklich eine Enttäuschung?
Die AMD-Aktie bricht am Mittwochvormittag um -8% im europäischen Handel ein. Fielen die Quartalszahlen des Chipriesen denn so enttäuschend aus und wie sollten Anleger darauf reagieren?
Deutlich über den Erwartungen
Die Börse ist oft ein wenig rätselhaft. Unternehmen übertreffen die Schätzungen und Prognosen der Experten und werden trotzdem mit einem Kursverlust bestraft. So geschehen aktuell bei AMD.
Der Chipkonzern legte hervorragende Zahlen für das Schlussquartal 2025 vor und übertraf sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn die Erwartungen des Marktes. Der Umsatz stieg um 34% auf 10,27 Milliarden US$. Analysten hatten mit lediglich 9,67 Milliarden US$ gerechnet.
Der Nettogewinn schoss von 482 Millionen US$ im Vergleichszeitraum des Vorjahres auf 1,51 Milliarden US$ hoch und sorgte für EPS in Höhe von 1,53 US$. Das ist deutlich mehr als die von Analysten erwarteten 1,32 US$.
Auch im Gesamtjahr 2025 übertraf AMD den Analystenkonsens. Während Experten von einem Jahresumsatz in Höhe von 34,09 Milliarden US$ ausgingen, erzielte der Chipkonzern 34,63 Milliarden US$. Auch der Gewinn je Aktie lag mit 4,17 US$ über der Konsensschätzung von 3,31 US$.
Dynamische Sparten
Einer der zentralen Wachstumstreiber war zuletzt das Rechenzentrumsgeschäft, das im letzten Quartal um 39% auf 5,4 Milliarden US$ Umsatz zulegte. Die Nachfrage nach Server-Prozessoren ist nach wie vor ungebremst.
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Aber auch das Client- und Gaming-Geschäft entwickelte sich zuletzt sehr stark und steigerte den Umsatz um 37% auf 3,9 Milliarden US$. Hier war die dynamische Nachfrage nach Ryzen-Prozessoren der Haupttreiber.
Vom Allzeithoch zum 3-Monatstief?
Das Chartbild der AMD-Aktie hat sich zuletzt eingetrübt. Der Chiptitel scheiterte vor zwei Wochen an seinem Allzeithoch bei 260 US$ und legte daraufhin den Rückwärtsgang ein. Nun ist möglicherweise mit einem Abwärtstrend bis zum 3-Monatstief 200 US$ zu rechnen.
Die Gelegenheit zum Kauf nutzen
Anleger werden sich völlig zurecht die Frage stellen, warum die AMD-Aktie denn an der Börse abgestraft wurde, zumal auch der Ausblick auf das laufende erste Quartal 2026 mit einem Umsatz von 9,8 Milliarden US$ über der Prognose lag. Die meiner Meinung nach einzig vernünftige Antwort auf diese Frage ist, dass viele Anleger offenbar mit noch besseren Zahlen und Prognosen gerechnet haben.
Ich rate Anlegern, den Kursrückgang der AMD-Aktie für einen Kauf zu nutzen. Der Chipkonzern, der in den letzten Jahren immer im Schatten des übermächtigen Konkurrenten Nvidia stand, scheint sich immer stärker zu einer Alternative zum Branchenprimus zu entwickeln.
In den vergangenen Monaten sorgte AMD mit einigen Milliardendeals, unter anderem mit OpenAI und Oracle, für Aufsehen und wird inzwischen als technologisch ernstzunehmender Rivale von Nvidia gesehen. Noch in diesem Jahr peilt der Konzern die Auslieferung seines neuen KI-Serversystems Helios an.
Für mich sprechen im Wesentlichen zwei Argumente für einen Kauf der AMD-Aktie: Zum einen ist sie mit einem Forward-KGV von 38 für einen dynamisch wachsenden Technologiekonzern mit inzwischen wieder vernünftigen Gewinnmargen nicht übertrieben hoch bewertet.
Zum anderen spricht auch die Marktstruktur bei KI-Chips für ein Wiedererstarken von AMD. Hyperscaler und große Technologieunternehmen haben die Marktdominanz und demnach die exorbitant hohen Preise von Nvidia-Chips endgültig satt. Sie suchen händeringend nach Alternativen. AMD kann diese Alternativen bieten.
Abschließend: Neben AMD können wir noch weitere Top-Picks 2026 empfehlen.
ℹ️ AMD in Kürze
- Advanced Micro Devices (AMD) mit Hauptsitz in Santa Clara im US-Bundesstaat Kalifornien entwickelt und vertreibt Mikroprozessoren, Chipsätze und System-on-a-Chip-Lösungen.
- Eine eigene Fabrikationsstätte hat das Unternehmen seit der Ausgründung der eigentlichen Halbleiterherstellung im Jahr 2009 in Globalfoundries nicht mehr.
- AMD ist Mitglied in den US-Leitindizes Nasdaq 100 und S&P 500 und hat Marktkapitalisierung von rund 394 Milliarden US$.