Bayer-Aktie: Geht ihr die Luft aus oder ist da noch mehr drin?
Nach dem tollen Lauf der Bayer-Aktie seit Anfang November, der in 2026 mit einem Kursplus von knapp 20% seine Fortsetzung findet, stellt sich die Frage: Wird die Luft jetzt dünner oder kann es noch höher gehen?
Eine gute Nachricht
Bayer-Aktionäre, in den vergangenen Jahren oft leidgeprüft, durften sich am gestrigen Dienstag über eine gute Nachricht freuen: Das Krebsmedikament Nubeqa ist in China nun auch in einer dritten Indikation zugelassen worden. Nubeqa darf mit dem Wirkstoff Darolutamid in Kombination mit einer Androgendeprivationstherapie zur Behandlung von Männern mit metastasiertem hormonsensitivem Prostatakrebs (mHSPC) eingesetzt werden. Diese Zulassung für Europa hatte Bayer bereits im vergangenen Sommer bekommen.
Der erweiterte Einsatz dieses wichtigen Onkologie-Produkts auf dem größten Gesundheitsmarkt der Welt ist mehr als eine Randnotiz: Er ist ein Beleg dafür, dass Bayer nicht nur bestehende Umsätze stabilisiert, sondern auch neue Chancen im Wachstumsmotor Asien erschließt. Gerade für ein Unternehmen, das über Jahre von regulatorischen Unsicherheiten belastet war, ist das ein nicht zu unterschätzender Vertrauensbeweis.
Analysten immer optimistischer
Bemerkenswert ist, wie Analysten auf diese Entwicklungen reagieren. Einige Institute, darunter führende europäische Banken und zuletzt die US-Investmentbank Goldman Sachs, haben ihre Kursziele in den letzten Wochen angehoben.
Die Bandbreite der Einschätzungen reicht von neutralen Haltebewertungen um 48 € bis zu optimistischeren Zielen oberhalb von 55 €. Interessant in diesem Zusammenhang erscheint besonders die Einschätzung von Goldman Sachs. Hier wird auf die besseren Aussichten des Konzerns im Pharma-Bereich verwiesen – und Nubeqa ist dafür nun ein gutes Beispiel.
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Risiken gibt's weiterhin
Risiken gibt es natürlich weiterhin genug, das sollten Anleger nicht vergessen: Die Rechtsstreitigkeiten im Glyphosat-Kontext sind formal nicht vorbei, auch wenn der Druck in den vergangenen Quartalen abgenommen hat. Hier wartet Bayer auf ein Grundsatzurteil des obersten US-Gerichts, des US Supreme Court.
Zudem muss Bayer beweisen, dass die operative Erholung nicht brüchig ist – besonders bei Kostenmanagement und Margen in einem volatilen Umfeld. Sollten diese Themen wieder ins Rampenlicht rücken, könnte das derzeitige Bewertungsniveau schnell wieder hinterfragt werden.
Freundliches Chartbild
Charttechnisch bietet die Bayer-Aktie weiterhin ein freundliches Bild. Kurz-, mittel- und langfristig ist der Trend ansteigend. Die Marke um 44,00 e fungiert Euro aktuell als solide Unterstützungszone; ein nachhaltiger Bruch darunter könnte den Titel in Richtung 41,50 € drücken.
Auf der Oberseite liegt der nächste relevante Widerstand im Bereich von 47,50 bis 48,00 €. Darüber rückt die Marke um 50,00 € in den Fokus.
Was tun mit der Bayer-Aktie?
Für langfristig investierte Anleger stellt sich die Frage meiner Meinung nach nicht, was mit der Bayer-Aktie zu tun ist: halten. Ob sich hingegen jetzt ein Einstieg anbietet, wage ich zu bezweifeln. Der Titel hat sehr viel aufgeholt in den vergangenen Monaten, es riecht quasi nach einer Verschnaufpause, die auch angebracht wäre.
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ℹ️ Bayer in Kürze
- Die Bayer AG ist einer der weltgrößten Chemie- und Pharmakonzerne. Der Konzern ist in drei Geschäftsbereiche untergliedert: Pharmaceuticals (rezeptpflichtige Arzneimittel), Consumer Health (rezeptfreie Medikamente) und Crop Science (Pflanzenschutz und Schädlingsbekämpfung).
- Bayer hat seine Konzernzentrale in Leverkusen und unterhält weltweit Niederlassungen.
- Bayer ist im deutschen Leitindex DAX und im europäischen Leitindex EuroStoxx 50 gelistet. An der Börse wird der Konzern aktuell mit ca. 45 Milliarden € bewertet.