PayPal-Aktie: Gibt es jetzt noch Hoffnung?
Was für eine brutale Enttäuschung: Die PayPal-Aktie ist am Dienstag um -20% auf 41,70 US$ abgestürzt. Werden Anleger jetzt weiter den Verkaufsknopf drücken oder gibt es irgendwelche Anzeichen, die Hoffnung machen könnten?
Bruchlandung nach Zahlen
So etwas nennt man wohl eine Bruchlandung. Wer die PayPal-Aktie vor dem gestrigen Tag im Depot hatte, dürfte heute erschüttert sein. Der Markt hat die schwachen Quartalszahlen des Zahlungsdienstleisters extrem hart bestraft.
Doch es waren nicht nur die stark verfehlten Erwartungen, welche Investoren in Scharen fliehen ließen, sondern es war eine unangenehme Kombination aus schwachen Zahlen, einem enttäuschenden Ausblick und einem abrupten CEO-Wechsel, die für einen regelrechten Vertrauensschock sorgte.
Die Zahlen selbst lesen sich natürlich nicht wie die einer Aktie, die wieder in Fahrt kommen will. Umsatz und Gewinn liegen deutlich unter den Erwartungen, das Wachstumstempo der Kernaktivität – der Transaktions- und Zahlungsabwicklung – hat spürbar nachgelassen, und auch der erwartete Free Cash Flow bleibt hinter dem zurück, was Investoren als Basis für eine nachhaltige Erholung sehen wollen. Genau diese Basis fehlt jetzt: Wo früher noch Hoffnung war, da steht heute Ernüchterung.
Ausblick und Chefwechsel als Alarmsignale
Schmerzhaft für Anleger ist insbesondere der Ausblick: Statt glaubwürdiger Zukunftsperspektiven erhalten Aktionäre eine Prognose, die kein echtes Signal sendet. Es fehlt an klaren Wachstumsimpulsen, an einem überzeugenden Plan, wie PayPal wieder Marktanteile gewinnen will in einem zunehmend umkämpften Zahlungsumfeld.
Die Börse sieht in den schwachen Zahlen nicht nur ein einmaliges Ergebnis, sondern einen strukturellen Hinweis darauf, dass der Konkurrenzdruck härter ist als gedacht. Genau deshalb ist der Kursabsturz so heftig ausgefallen.
Obendrauf kommt der Wechsel an der Unternehmensspitze. Der bisherige CEO Alex Chriss wird gefeuert, der neue Enrique Lores von HP soll es nun richten. Doch genau dieser Austausch in einem schwachen Umfeld verstärkt eher das Gefühl von Unsicherheit als von strategischer Neuausrichtung. Investoren mögen zwar frischen Wind, aber sie wollen vor allem sehen, dass dieser neue Kurs auch greifbare Ergebnisse liefern könnte. Und genau das ist derzeit noch nicht erkennbar.
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Massiv angeschlagen
Die PayPal-Aktie ist nach dem Absturz natürlich charttechnisch massiv angeschlagen. Auf der Unterseite bietet der Bereich um 38,50 bis 39,00 US$ die erste relevante Unterstützung. Fällt dieser Bereich, ist der Weg in Richtung 35 US$ offen.
Auf der Oberseite liegt der erste Widerstand bei etwa 45,00 US$, darüber rückt der Bereich um 47,50 bis 48,00 US$ in den Fokus. Solange der Kurs unterhalb von 45 US$ bleibt, dominieren charttechnisch die Verkäufer und ein kurzfristiger Boden ist nicht in Sicht.
Jetzt ins fallende Messer greifen?
Wie immer stellt sich nach solchen Kursabstürzen die Frage: Kann oder sollte man jetzt ins fallende Messer greifen? Weil die Börse möglicherweise wie so oft übertrieben hat und es durchaus noch Hoffnung auf bessere Zeiten gibt? Meine Meinung: Nein, jetzt noch nicht! Warum? Ganz einfach: Weil es weder charttechnisch noch fundamental aktuell den geringsten Anlass dazu gibt.
Sicherlich ist die PayPal-Aktie nun mit einem KGV 2026 von 7,79 günstig bewertet. Wer also sehr langfristig denkt und sich an einem weltbekannten Unternehmen beteiligen will, das gute Geschäfte macht (ja, das ist so) und auch noch eine Dividende zahlt, der kann einen Kauf durchaus erwägen. Aber man sollte sich eher auf die Lauer legen, weil es die PayPal-Aktie bald noch günstiger geben dürfte.
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ℹ️ PayPal in Kürze
- PayPal (WKN: A14R7U) betreibt den weltweit bekanntesten Online-Bezahldienst. Im letzten Quartal nutzten über 420 Millionen Verbraucher weltweit den Service für Online-Überweisungen und die Bezahlung von Rechnungen im Internet.
- Das Unternehmen mit Sitz in San José im US-Bundestaat Kalifornien ist Teil des Nasdaq 100 und des S&P 500 Index.
- PayPal ist aktuell rund 38,3 Milliarden US$ wert.