Krypto-Winter: Darum ist er bald schon wieder vorbei

Ein Bärenmarkt, den niemand bemerkte

Schon seit Januar 2025 befindet sich der Kryptomarkt bei genauerer Analyse in einem ausgeprägten Abschwung. Was lange als vorübergehende Korrektur oder „Dip“ abgetan wurde, erweist sich bei nüchterner Betrachtung als ausgewachsener Krypto-Winter. Auch wenn diese Erkenntnis auf sozialen Plattformen erst spät ankam: Die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache.

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Bitcoin notiert rund 40 Prozent unter seinem Allzeithoch vom Oktober 2025, Ethereum hat mehr als die Hälfte seines Wertes eingebüßt. Viele andere Kryptowährungen verzeichneten noch deutlich stärkere Verluste. Von einer normalen Marktbereinigung kann keine Rede sein. Der aktuelle Zyklus erinnert eher an die tiefen Bärenmärkte der Jahre 2018 oder 2022 – ausgelöst durch übermäßige Hebelwirkung, Gewinnmitnahmen früher Investoren und eine generelle Risikoaversion.

Diese Diagnose ist ernüchternd, aber auch klärend. Denn sie beantwortet eine Frage, die viele Marktteilnehmer umtreibt: Warum fallen die Kurse trotz positiver Nachrichten zu Regulierung, institutioneller Adoption und technologischen Fortschritten? Die Antwort ist simpel – und historisch gut belegt. In einem Krypto-Winter verlieren gute Nachrichten kurzfristig ihre Wirkung.

Wenn gute Nachrichten nicht mehr zählen

Selbst ein kryptofreundlicher Notenbankchef oder steigendes Interesse von Großbanken ändern wenig an der Marktstimmung, wenn Angst dominiert. Der Crypto Fear & Greed Index bewegt sich nahe historischer Extremwerte der Furcht. Wer frühere Krypto-Winter erlebt hat, weiß: Märkte drehen nicht aus Euphorie, sondern aus Erschöpfung. Erst wenn Verkäufer ausgebrannt sind, beginnt die Bodenbildung.

Bleibt die Frage nach dem Timing. Historisch dauerten Krypto-Winter im Schnitt rund 13 Monate. Auf den Höchststand Ende 2017 folgte der Tiefpunkt im Dezember 2018. Nach dem Peak im Herbst 2021 markierte der Markt im November 2022 sein Tief. Legt man dieses Muster zugrunde, könnte der aktuelle Abschwung noch andauern.

Doch diese Betrachtung greift zu kurz.

Der Winter begann früher, als viele dachten

Eine genauere Analyse legt nahe, dass der aktuelle Krypto-Winter bereits im Januar 2025 einsetzte – und lange Zeit überdeckt wurde. Der Grund: massive Kapitalzuflüsse in börsengehandelte Krypto-Produkte und digitale Vermögensvehikel.

Ein Blick auf die Entwicklung der großen Krypto-Assets seit Jahresbeginn 2025 zeigt eine deutliche Dreiteilung. Bitcoin, Ethereum und XRP verzeichneten vergleichsweise moderate Verluste. Eine zweite Gruppe – darunter Solana, Litecoin und Chainlink – fiel deutlich stärker. Besonders hart traf es jedoch Projekte wie Cardano, Avalanche, Sui oder Polkadot, deren Kurse teils um mehr als 70 Prozent einbrachen.

Der entscheidende Unterschied: institutioneller Zugang. Während einige Assets von ETF-Zuflüssen oder regulatorischen Erfolgen profitierten, waren andere ausschließlich auf das schrumpfende Kapital des Krypto-Einzelhandelsmarktes angewiesen. Allein über ETFs und digitale Asset-Treasuries flossen im betrachteten Zeitraum rund 75 Milliarden US-Dollar in Bitcoin. Ohne diese Stütze hätte der Kursrückgang vermutlich deutlich drastischer ausgesehen.

Für den breiten Retail-Markt herrscht somit bereits seit Anfang 2025 tiefer Winter – auch wenn er für einzelne große Assets zeitweise kaschiert wurde.

Gespeicherte Energie für den nächsten Zyklus

Trotz allem gibt es Gründe für vorsichtigen Optimismus. Die fundamentalen Fortschritte der Branche sind real: regulatorische Klarheit nimmt zu, institutionelle Akzeptanz wächst, Stablecoins und Tokenisierung gewinnen an Bedeutung, und die Wall Street öffnet sich zunehmend digitalen Assets.

In Bärenmärkten werden solche Entwicklungen ignoriert, verschwinden aber nicht. Sie wirken wie gespeicherte Energie, die sich entfalten kann, sobald sich Stimmung und Liquidität verbessern. Auslöser dafür könnten eine wirtschaftliche Erholung, regulatorische Durchbrüche, staatliche Bitcoin-Adoption – oder schlicht der Faktor Zeit sein.

Erfahrene Marktteilnehmer wissen: Das Ende eines Krypto-Winters fühlt sich nicht hoffnungsvoll an. Es fühlt sich müde an. Verzweifelt. Lethargisch. Genau deshalb könnte der Markt dem Wendepunkt näher sein, als es derzeit scheint.

Der Abschwung hat nichts an den langfristigen Grundlagen von Krypto verändert. Wenn die Geschichte ein Anhaltspunkt ist, dürfte der nächste Frühling nicht ewig auf sich warten lassen – und bereits jetzt deutet sich eine potenziell lukrative Altcoin Season an.

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