BYD-Aktie -5%: Was bedeutet diese Hiobsbotschaft?
Die BYD-Aktie startet mit einer Hiobsbotschaft und einem Kursdämpfer von -5% auf rund 10 € in die neue Handelswoche. Was ist da los und vor allem: Wie geht's jetzt weiter?
Absatzschwund bereitet Sorgen
Der chinesische Autobauer BYD liefert zum Wochenauftakt eine operativ sehr schlechte Nachricht. Im Januar ist der Verkauf von Fahrzeugen um 30% gegenüber dem Vormonat auf 210.000 Fahrzeuge eingebrochen. Das ist der stärkste Absatzrückgang seit Februar 2024.
Den Markt treibt nun die große Sorge vor einer großen Flaute auf dem chinesischen Markt um, was auch die anderen Aktien chinesischer Hersteller wie Geely, Xiaomi oder Xpeng unter Druck setzt.
Der Grund für den Absatzschwund liegt auf der Hand: Bei der staatlichen Förderung von Autokäufen gab es in China Änderungen. Zuschüsse werden nun nicht mehr pauschal gewährt, sondern sie richten sich nach dem Fahrzeugpreis. Für Verbraucher verringert das deutlich die Kaufanreize für preiswertere Fahrzeuge.
Ein starkes Warnsignal
Der Rückgang ist kein Ausrutscher, sondern reiht sich in eine Phase ein, in der der chinesische Automarkt insgesamt an Dynamik verliert. Preiskämpfe, nachlassende Nachfrage und ein immer härterer Wettbewerb setzen den Herstellern zu – und BYD ist davon inzwischen sichtbar betroffen.
Für die Börse ist das ein starkes Warnsignal. BYD wurde über Jahre als Ausnahmeerscheinung gehandelt: starkes Wachstum, technologische Führungsrolle, enorme Skaleneffekte. Genau dieses Narrativ bekommt nun Risse. Wenn selbst der größte chinesische Autobauer BYD Schwierigkeiten hat, die Verkaufszahlen stabil zu halten, stellt sich für Anleger zwangsläufig die Frage, wie viel Wachstum im aktuellen Marktumfeld überhaupt noch realistisch ist.
Entsprechend kippt die Stimmung. Der Kursverlust zum Wochenstart zeigt, dass Investoren schneller aussteigen, sobald die Wachstumsstory ins Wanken gerät. Die Aktie wird nicht mehr blind gekauft, sondern kritisch hinterfragt. Aus einem Momentum-Titel wird kurzfristig ein Problemfall.
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Charttechnisch angespannt
Charttechnisch bleibt die Lage für die BYD-Aktie stark angespannt. Die psychologisch wichtige Kursmarke von 10 € wackelt. Der Bereich bis 9,70 € fungiert als erste wichtige Unterstützungszone. Ein Durchbruch nach unten würde den kurzfristigen Abwärtstrend bestätigen und weiteren Druck erzeugen. Auf der Oberseite würde es erst wieder interessant werden im Bereich des nächsten relevanten Widerstandes bei 11,30 € bi 11,50 €.
Besser an der Seitenlinie bleiben
In meinem letzten Artikel zur BYD-Aktie hatte ich vor wenigen Tagen ein Investment aktuell als für meinen Geschmack zu riskant eingestuft. Ich fühle mich nun bestätigt und würde auch nach dem heutigen Kursrücksetzer davon abraten, jetzt gleich zuzuschlagen. Derzeit überwiegt die Skepsis bei Investoren, und wie die neuen Absatzzahlen zeigen, aus gutem Grund.
Meiner Meinung nach dürfte die Aktie noch weiter korrigieren. Erst wenn sich zumindest charttechnisch eine Bodenbildung abzeichnet, könnte man über einen Kauf nachdenken. Aktuell ist das Momentum klar negativ, deshalb empfiehlt sich die Seitenlinie.
ℹ️ BYD in Kürze
- BYD („Build your dreams“) (WKN: A0M4W9) ist ein chinesischer Mischkonzern, der vor allem im Bereich der Herstellung von Akkumulatoren und Automobilen tätig ist.
- Der im chinesischen Shenzhen ansässige Konzern stieg 2023 zum weltgrößten Hersteller von Elektroautos auf.
- Mit einer Marktkapitalisierung von rund 100 Milliarden € zählt BYD zu den wertvollsten Konzernen Chinas.