SAP schmiert ab, E.ON klettert weiter: DAX-Ausblick

Weiter im Rückwärtsgang

Der DAX ist in der vergangenen Woche weiter zurückfallen. Unter dem Strich büßte das größte deutsche Börsenbarometer knapp 362 Punkte ein und schloss -1,45% tiefer mit 24.538 Punkten. Die höchsten Verluste gab es bei SAP und Airbus, E.ON war bester Wert im DAX. Wie geht es in der neuen Woche weiter?

stock.adobe.com/Jearu

SAP sorgt für tiefroten Donnerstag

Nach einem verhalten Wochenstart mit leichten Gewinnen drehte am Dienstag im Tagesverlauf der Wind. Zur Mitte der Woche nahm der Verkaufsdruck weiter zu und entlud sich am Donnerstag nach schwachen SAP-Zahlen in einem starken Abverkauf von über -2%. Zum Ende der Woche konnte sich der Markt wieder etwas erholen.

Unsicherheit kehrt zurück

Während die erste Januarhälfte noch von sehr viel Zuversicht geprägt war, hat sich die Stimmung zuletzt wieder deutlich eingetrübt. Die Unsicherheit ist an den Markt zurückgekehrt und sorgt unter Anlegern für Kaufzurückhaltung.

Geopolitisch geht der Blick vor allem in den Nahen Osten, wo sich der Konflikt zwischen dem Iran und den USA immer weiter zuspitzt. Die Vereinigten Staaten haben Flugzeugträger, Zerstörer und Kampfjets in die Golfregion geschickt und drohen dem Mullah-Regime mit einem Angriff, sofern Teheran nicht bald einen Deal eingeht.

Zahlen, EZB-Entscheid und Konjunkturdaten

Die Nervosität an den Märkten hat zur Folge, dass selbst kleinere Enttäuschungen in den Bilanzen gnadenlos abverkauft werden, wie das Beispiel SAP zeigt. Umso gespannter dürften Anleger auf die Zahlenflut in der kommenden Woche blicken. Aus dem DAX öffnen Infineon, Qiagen und Siemens Healthineers ihre Bücher. Dazu gesellen sich aus den USA die Tech-Schwergewichte Amazon und Alphabet.

In Sachen Konjunkturdaten steht der US-Arbeitsmarktbericht im Fokus, der am Freitag veröffentlicht wird. Experten rechnen mit einer weiteren moderaten Abkühlung, was die Tür für weitere Zinssenkungen öffnen würde. Aktuell rechnet die Mehrheit der Marktteilnehmer laut dem Fed Watch Tool der CME Group aber erst im Juni mit einer weiteren Zinssenkung.

Unterdessen hat US-Präsident Trump mit Kevin Harsh einen ehemaligen Fed-Gouverneur zum Nachfolger von Notenbankchef Jerome Powell auserkoren. Er dürfte sich im Sinne der Trump-Administration zwar für weitere Zinssenkungen stark machen, aber wohl nicht in dem Ausmaß wie der zweite Top-Kandidat Kevin Hassett, was am Freitag zu einer negativen Marktreaktion führte – speziell bei den Edelmetallen. Harsh muss aber erst noch vom Senat bestätigt werden.

Am Donnerstag kommt außerdem die Europäische Zentralbank zu ihrer nächsten Sitzung zusammen. Es wird erwartet, dass sie die Füße stillhält und am aktuellen Leitzins festhält.

Dazu steht die deutsche Industrie im Fokus. Am Donnerstag erscheinen Zahlen zum Auftragseingang, auf die am Freitag aktuelle Produktionsdaten folgen.

SAP und Airbus unter Druck, E.ON zieht an

Hierzulande waren die Papiere von SAP und Airbus schwächste Performer mit einem Wochendefizit von -13,82% bzw. -6,48%. SAP litt unter enttäuschenden Ergebnissen im Cloud-Geschäft und verzeichnete den höchsten Tagesverlust seit der Corona-Pandemie.

Airbus entfernte sich weiter von den Hochs, die Mitte Januar markiert wurden. Als Belastung erwiesen sich Kurszielsenkungen durch Analysten und eine Warnung des Konzernchefs vor geopolitischen und zollbedingten Risiken.

Deutlich besser lief es für den als defensiv geltenden Versorgertitel von E.ON. Die Aktie gewann +5,4% und erreichte den höchsten Stand seit Mai 2011.

DAX im Rückwärtsgang

Der DAX hat nach einem starken Jahresauftakt zuletzt wieder den Rückwärtsgang eingelegt und damit fast sämtliche Gewinne ausradiert. Die Monatsbilanz ist auf ein Mini-Plus von +0,2% zusammengeschrumpft.

Der Februar gehört traditionell nicht zu den besten Börsenmonaten, was für eine erhöhte Volatilität sorgen könnte. Ein charttechnischer Mutmacher ist, dass der DAX nach dem starken Abverkauf vom Donnerstag auf Höhe der 50-Tage-Linie (SMA50) eine Reaktion zeigte und wieder nach oben drehte.

Das gilt es zu Beginn der neuen Woche zu bestätigen. Gelingt der Wiederanstieg über das Oktober-Hoch bei 24.771 Punkten, rücken die 25.000-Punkte-Marke und das Januar-Rekordhoch von 25.507 Punkten zurück in den Fokus.

Ein Rutsch unter die 50-Tage-Linie könnte aber auch einen schnellen Abverkauf in Richtung der 24.000-Punkte-Marke und der knapp darunter verlaufenden 200-Tage-Linie (SMA200) auslösen.

Starke Dividenden-Aktien für Dein Depot 2026

Apropos Dividenden-Strategien: Viele Anleger übersehen aktuell zehn Titel, die kontinuierliche Cashflows mit erheblichem Kurspotenzial verbinden. Diese Analyse zeigt, welche Aktien 2026 besonders interessant sein könnten.

Zugehörige Kategorien: Markt-Analysen