Aurubis-Aktie: Allzeithoch – was kommt jetzt?
Die Aurubis-Aktie kennt seit April letzten Jahres nur die Richtung nach oben; dieser Trend verstärkte sich seit Jahresanfang. Am Freitag verliert sie aktuell -1,7% und steht bei 165,60 €; damit wurde ein neues Allzeithoch erreicht. Was ist hier ratsam?
Kupferpreis explodierte
Seit den US-Zöllen und den daraus resultierenden Beschränkungen von China für wichtige Rohstoffe explodieren die Preise für wichtige Rohstoffe wie Kupfer. Der Kupferpreis je Tonne stieg seit April letzten Jahres von rund 8.500 € auf aktuell etwa 11.000 €.
Solange die Spannungen zwischen den USA und China anhalten, dürfte sich die Lage nicht entspannen. Ob der Preis weiter so rasant steigt, ist schwer vorherzusagen.
Prognose erhöht
Aufgrund der aktuellen Situation am Kupfermarkt sowie der hohen Nachfrage nach Kupfer und anderen wichtigen Metallen erhöhte der Konzern seine Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr.
Statt eines operativen EBT von 300 bis 400 Millionen € werden jetzt 375 bis 475 Millionen € erwartet. Im letzten Jahr wurde ein EBT von 355 Millionen € erzielt; im Geschäftsjahr davor (2023/2024) lag es jedoch bei 413 Millionen €. Zum Free Cashflow wurden keine neuen Ziele mitgeteilt – hier wird der Break-even erwartet.
Die Anhebung scheint auf den ersten Blick sehr hoch. Im Hinblick auf den Wert des letzten Geschäftsjahres oder in Bezug auf die 413 Millionen € im Geschäftsjahr 2023/2024 sieht es wieder anders aus.
Die ursprüngliche Prognose dürfte wegen des damaligen Rückgangs sehr konservativ gewesen sein. Dennoch ist die Anhebung positiv zu werten. Die Zahlen für das erste Quartal werden am 5. Februar veröffentlicht; dann kann die Gesamtsituation besser eingeschätzt werden.
Was bedeutet das für die Aktie?
Der Kursverlauf der Aktie ähnelt dem des Kupferpreises; so dürfte es auch weitergehen. Die Frage ist daher: Wie geht es mit dem Kupferpreis weiter? Zuletzt wurde der Preis stark durch die chinesischen Exportbeschränkungen beeinflusst. Im Gegensatz zu Seltenen Erden gibt es viele andere große Exportnationen, beispielsweise Chile oder Peru. Auch die USA verfügen über hohe Kupferreserven.
Hohe Kupferpreise wirken sich bei Aurubis auf zwei Seiten aus. Neben höheren Verkaufspreisen steigen auch die Kosten für den Kauf von recycelbarem Material. Somit bleibt die Gewinnspanne etwa gleich. Maßgebend sind auch die Stromkosten, und die sind im Vergleich zu anderen Ländern höher.
Meiner Meinung nach ist viel Positives im Aktienkurs eingepreist, das Potenzial dürfte daher begrenzt sein. Es könnte je nach Nachrichtenlage auch zu einer größeren Korrektur kommen.
Die Analysten sehen das ähnlich. Kepler Cheuvreux mit ihrem Zielkurs von 162 € und Metzler mit 161 € halten sie für fair bewertet. Die Deutsche Bank mit 140 € sowie die UBS mit 120 € halten sie für deutlich überteuert.
Mein Fazit: Wer bei diesem Niveau einsteigt, muss auf steigende Kupferpreise setzen. Ratsamer dürfte es sein, vorerst an der Außenlinie abzuwarten.
In diesem Zusammenhang: Regierungen stocken strategische Rohstoffreserven massiv auf – unser Report „Rüstung – Megatrend im Rohstoffsektor“ analysiert zwei Aktien, die Profiteur zu großen Profiteuren werden dürften.
ℹ️ Aurubis in Kürze
- Die Aurubis AG ist einer der weltweit größten Anbieter von Nichteisenmetallen und Kupfer. Neben dem traditionellen Primärgeschäft der Metallerzeugung nimmt das Recyclinggeschäft von Altmetallen eine immer wichtigere Rolle ein.
- Neben dem Hauptsitz in Hamburg unterhält der Konzern zahlreiche weltweite Niederlassungen.
- Der Börsenwert des im MDAX gelisteten Unternehmens beträgt aktuell rund 7,2 Milliarden €.