Aurubis-Aktie nicht zu halten: Hat sie noch Verdopplungspotenzial?
Die Aktie der MDAX-notierten Aurubis AG profitiert von stark steigende Metallpreisen im Zuge struktureller Nachfrageveränderungen. Der Hamburger Metallkonzern rückt zunehmend in den Blick von Investoren, die auf den Ausbau von Rechenzentren und KI-Infrastruktur setzen.
Ein globaler Spezialist für Hightech-Metalle
Aurubis zählt weltweit zu den führenden Unternehmen in der Metallurgie, im Recycling und in der CO₂-armen Metallverhüttung. Das Kerngeschäft des Konzerns sind Metalle, insbesondere Hightech-Metalle in höchster Reinheit. Genau diese Materialien werden in den kommenden Jahren in enormen Mengen benötigt, da der Ausbau von Rechenzentren und KI-Infrastruktur Investitionen in Billionenhöhe nach sich zieht. Die Produktpalette von Aurubis passt damit außergewöhnlich gut zu den technischen Anforderungen moderner Datenzentren.
Bereits Analysen zum Mineralbedarf von Rechenzentren zeigen, dass sich diese Nachfrage nicht nur auf einzelne Metalle beschränkt. Für Aurubis ergibt sich daraus ein deutlich breiterer strategischer Nutzen, da zahlreiche Kernprodukte des Konzerns direkt von diesem Trend profitieren.
Das Kerngeschäft mit Metallen als Ertragstreiber
Aurubis erwirtschaftet seine Erlöse vor allem mit Kupfer, Gold, Silber, Metallen der Platingruppe sowie Zinn. Im Geschäftsjahr 2025 produzierte das Unternehmen rund 1,1 Millionen Tonnen hochwertiger Kupferkathoden. Diese werden auf eine Reinheit von mindestens 99,99 Prozent veredelt und erfüllen damit die extrem hohen Qualitätsanforderungen von Rechenzentren. Für Anwendungen mit hoher elektrischer Leitfähigkeit, effizientem Wärmemanagement, Zuverlässigkeit und Langlebigkeit sind Rohstoffe dieser Güte zwingend erforderlich.
Schon geringste Verunreinigungen können die Leitfähigkeit von Kupfer messbar beeinträchtigen. Aurubis hebt sich durch konstant hohe Qualität seiner an der Metallbörse registrierten Kupferkathodenmarken ab, unabhängig von den eingesetzten Ausgangsmaterialien. Auf dieser Basis entstehen weitere hochwertige Kupferprodukte wie Draht, Stangen, Profile und Walzprodukte.
Zeitliche Einordnung mit hoher Marktrelevanz
Die Bewertungsperspektive für Aurubis ist stark vom Zeitpunkt abhängig. Der nächste Quartalsbericht für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026 wird am 5. Februar 2026 veröffentlicht, gefolgt von der Hauptversammlung am 12. Februar 2026. Mit diesem Bericht beginnt Aurubis, die aktuellen Preisentwicklungen im Metallportfolio transparent abzubilden.
Die bisherige Berichterstattung bezieht sich auf das Geschäftsjahr bis zum 30. September 2025, dessen Ergebnisse im Dezember 2025 vorgestellt wurden. Seitdem haben sich die Marktpreise vieler Metalle jedoch deutlich verändert und die damaligen Zahlen überholt.
Hohe Ergebnisabhängigkeit von Metallpreisen
Aurubis selbst weist auf die hohe Sensitivität des Ergebnisses gegenüber Metallpreisen hin. Eine Preisveränderung von zehn Prozent über das gesamte Metallportfolio kann demnach einen mittleren bis hohen zweistelligen Millionenbetrag beim Ergebnis vor Steuern bewirken.
Um diese Abhängigkeit zu analysieren, bietet sich ein konservativer Vergleich an. Dabei werden die Metallpreise zum 30. September 2025 den aktuellen Marktpreisen gegenübergestellt. Dieser Ansatz vermeidet Verzerrungen durch Jahresdurchschnittspreise und bildet die jüngsten Marktbewegungen realistischer ab.
Die Berechnungen basieren auf gleichbleibenden Produktionsmengen, einmal bewertet zu den Schlusskursen vom September 2025 und einmal zu den Marktpreisen Ende Januar 2026. Die Differenz zeigt, wie stark sich das wirtschaftliche Umfeld für Aurubis verändert hat und welche Auswirkungen sich bei anhaltenden Preisniveaus auf das Ergebnis vor Steuern im Geschäftsjahr 2026 ergeben könnten.
Deutliche Verschiebungen im Metallportfolio
Die Analyse zeigt mehrere auffällige Entwicklungen. Silber gewinnt im Portfolio an Bedeutung, während der relative Anteil von Kupfer sinkt, was auf die besonders starken Preissteigerungen bei Silber zurückzuführen ist. Insgesamt würde der Umsatz aus dem Metallportfolio im Vergleich zum Stand Ende September 2025 um nahezu 40 Prozent steigen.
Auf Basis der unternehmensseitig genannten Zehn-Prozent-Regel ergibt sich daraus ein potenzieller zusätzlicher Ergebnisbeitrag von rund 350 Millionen Euro vor Steuern. Das Ergebnis vor Steuern könnte damit im Geschäftsjahr 2026 auf etwa 665 Millionen Euro steigen und sich im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppeln.
Kursentwicklung und Bewertungsperspektive
Der Aktienmarkt hat diese Entwicklung bereits teilweise vorweggenommen. Seit der Präsentation der Jahreszahlen im Dezember 2025 ist der Aktienkurs von rund 120 Euro auf über 160 Euro gestiegen. Dennoch deutet die Analyse darauf hin, dass die aktuelle Bewertung das veränderte Umfeld noch nicht vollständig widerspiegelt.
Sollten die Preise für Kupfer, Gold, Silber, Zinn und Platin auf dem derzeitigen Niveau bleiben oder weiter steigen, erscheint aus dieser Perspektive sogar eine Verdopplung des Aktienkurses möglich. Daraus ergibt sich ein langfristiges Kursziel von über 300 Euro je Aktie.
Metallpreise als Signal für strukturellen Wandel
Ein Blick auf die Preisentwicklung der wichtigsten Metalle seit Oktober 2024 zeigt ungewöhnlich starke und gleichzeitige Anstiege über nahezu das gesamte Portfolio hinweg. Ob sich diese Preise stabilisieren, weiter steigen oder wieder zurückfallen, bleibt offen. Die Dauer dieses Preisniveaus ist ebenfalls ungewiss.
Die enge Verbindung zur Nachfrage aus Rechenzentren und KI-Infrastruktur spricht jedoch für einen strukturellen Wandel. Investitionen in künstliche Intelligenz werden sich über mehrere Jahre erstrecken, und ein erheblicher Teil dieser Nachfrage dürfte sich zeitverzögert erst noch in den Metallmärkten niederschlagen. Für Aurubis ergibt sich daraus eine Perspektive, die über mehrere Jahre tragen könnte.
Mögliche Risiken im Überblick
Risiken bestehen vor allem dann, wenn die erwarteten Investitionen in Rechenzentren ausbleiben oder sich als Übertreibung erweisen. Ebenso könnte sich der aktuelle Preisanstieg bei Metallen als kurzfristige Ausnahme erweisen. Ein weiteres Risiko liegt in einer möglichen Verengung der Margen zwischen Rohstoffkosten und Preisen für veredelte Produkte. Insgesamt wird die Eintrittswahrscheinlichkeit dieser Szenarien jedoch als gering eingeschätzt.
Ausblick
Die Investmentstory von Aurubis richtet sich weniger auf die Vergangenheit als auf die kommenden Jahre. Die aktuellen Preisbewegungen deuten auf eine neue wirtschaftliche Realität für den Konzern hin, die sich im Aktienkurs bislang nur teilweise widerspiegelt. Als Lieferant zentraler Hightech-Metalle nimmt Aurubis eine Schlüsselposition in der Wertschöpfungskette der KI-Industrie ein. Unter diesen Voraussetzungen erscheint die Aktie weiterhin attraktiv bewertet und bietet aus unserer Sicht weiteres Verdopplungspotenzial.
Aurubis verfolgt zudem eine Dividendenpolitik, die bis zu 30 Prozent des operativen Konzernergebnisses an die Aktionäre ausschütten soll. In Kombination mit steigenden Ergebnissen und dem darauf resultierenden Kurspotenzial verstärkt dies die Attraktivität der Aktie für langfristig orientierte Investoren.
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ℹ️ Aurubis in Kürze
- Die Aurubis AG ist einer der weltweit größten Anbieter von Nichteisenmetallen und Kupfer. Neben dem traditionellen Primärgeschäft der Metallerzeugung nimmt das Recyclinggeschäft von Altmetallen eine immer wichtigere Rolle ein.
- Neben dem Hauptsitz in Hamburg unterhält der Konzern zahlreiche weltweite Niederlassungen.
- Der Börsenwert des im MDAX gelisteten Unternehmens beträgt aktuell rund 7 Milliarden €.