BASF-Aktie: Weiterhin ein Loser-Wert?
Die BASF-Aktie kommt auf keinen grünen Zweig. Zu groß ist die konjunkturelle Schwäche. Am Mittwoch verliert sie aktuell leicht und steht bei 45,90 €. Zuletzt bewegte sie sich in einer Range von 42 bis 46 €. Wie geht es weiter?
Ernüchterung eingetreten
Dass die Nachfrage nach chemischen Produkten schwach ist, ist bekannt. Dennoch erwarteten die Analysten für das abgelaufene Geschäftsjahr stabilere Zahlen. Bei der Vorlage der vorläufigen Geschäftszahlen für 2025 am 22. Januar wurden die erwarteten Werte weitestgehend verfehlt.
Der Konzernumsatz wird bei 59,7 Milliarden € liegen, das ist gegenüber dem Vorjahr ein Rückgang von rund 3%. Trotz einer leicht höheren Absatzmenge machten sich negative Währungseffekte und niedrigere Preise negativ bemerkbar.
Das operative EBITDA verfehlte mit 6,6 Milliarden € die eigenen Prognosewerte von 6,7 bis 7,1 Milliarden €. Auch der Analystenwert mit 6,7 Milliarden € wurde knapp verfehlt. Unterm Strich verblieb ein Nettogewinn von 1,6 Milliarden €; im Vorjahr lag er bei 1,3 Milliarden €. Hierzu trugen höhere Erträge der Tochter Wintershall DEA bei.
Positiv fiel der Free Cashflow mit 1,3 Milliarden € aus. Die eigenen Erwartungen lagen bei 0,4 bis 0,8 Milliarden €; die der Analysten bei 0,6 Milliarden €.
In der Summe fielen die vorläufigen Geschäftszahlen schwach aus. Allerdings sind sie im Hinblick auf die Schwäche des US-Dollars sowie das schwierige Umfeld zu relativieren.
Konzernumbau geht planmäßig weiter
Der Konzern bewertet den bisherigen Verlauf des Umbaus besser als erwartet. Das Coating-Geschäft wurde vollständig verkauft. Neben dem Verkauf des brasilianischen Geschäfts wurde der Rest an die Investoren Carlyle und Qatar Investment verkauft. BASF bleibt mit 40% beteiligt. Der Abschluss dürfte im zweiten Quartal erfolgen; der Barmittelzufluss wird wahrscheinlich bei 5,8 Milliarden € liegen.
Ziel des Konzernumbaus ist die Konzentration auf die Kernsparten. Alle anderen Aktivitäten werden entweder verkauft oder ausgelagert. Der nächste große Wurf dürfte der Börsengang der Agrarsparte sein. Dieser ist für 2027 vorgesehen.
Was bedeutet das für die Aktie?
Ein großer Kurseinbruch nach der Vorlage der vorläufigen Zahlen ist ausgeblieben. Das zeigt, dass die Börsenteilnehmer BASF weiterhin als den führenden Chemiekonzern halten. Für das erste Quartal erwartet der Konzern weiterhin schwache Zahlen; somit dürfte der Kursverlauf weiterhin in der Range von 42 bis 46 € verlaufen.
Mittelfristig bin ich jedoch zuversichtlicher und erwarte wieder Kurse oberhalb von 50 €. Die Ziele bis 2028 wurden auf dem Kapitalmarkttag bestätigt. Dann soll das operative EBITDA bei 10 bis 12 Milliarden € liegen. Was weiterhin für die Aktie spricht, ist die gute Dividendenrendite von aktuell 4,9%.
Ergänzend sei erwähnt: Investoren mit Interesse an Dividenden-Strategien finden in Top 10 Dividenden Picks 2026 eine detaillierte Analyse von zehn Aktien, die regelmäßige Ausschüttungen mit Aufwärtspotenzial verbinden.
Die Analysten bewerten die Aktie sehr unterschiedlich. JP Morgan sieht den fairen Kurs bei 36 €; Warburg Research sowie Bernstein Research sind mit ihren Zielkursen von jeweils 53 € zuversichtlicher.
Mein Fazit. Momentan besteht keine Eile für einen Einstieg.
ℹ️ BASF in Kürze
- BASF (WKN: BASF11) ist der nach Umsatz größte Chemiekonzern der Welt. Er ist in den sechs Segmenten Chemicals, Materials, Industrial Solutions, Surface Technologies, Nutrition & Care und Agricultural Solutions tätig.
- Neben dem Hauptwerk in Ludwigshafen am Rhein betreibt der Konzern weltweit über 230 Produktionsstandorte in mehr als 90 Ländern.
- Der 1865 gegründete Traditionskonzern ist Mitglied im DAX und aktuell an der Börse mit 41 Milliarden € bewertet.