Aixtron: Nach der Mega-Rallye – Flasche leer oder neues Power-Jahr?

von (mh)  /   13. Februar 2018, 10:38  /   unter Aktien, Technologie, Top-Stories  /   Keine Kommentare

Unbestritten war die Aixtron-Aktie (WKN: A0WMP) der Gewinner im deutschen TecDax 2017. Eine Jahres-Performance von +385% spricht Bände. Mittlerweile summieren sich über 1,2 Milliarden Euro Marktkapitalisierung beim Anlagenhersteller für den Chip- und Halbleiter-Sektor. Anleger stellen sich nun die Frage: Wie geht es 2018 weiter? 

Blicken wir zurück: Ende 2016 platzte das Übernahmeangebot für Aixtron seitens eines chinesischen Finanzinvestors am Veto des damaligen US-amerikanischen Präsidenten Obama, der Sicherheitsbedenken anführte. Als wäre das nicht schlimm genug, begab sich der Aixtron-Kurs vom Übernahmepreis bei 6 Euro pro Aktie auf Talfahrt, die erst bei rund 3 Euro stoppte. Doch Totgesagte leben länger! Denn gleichzeitig war das der Startschuss für eine 385-Prozent-Rallye in nur 12 Monaten, die das Papier von 3,09 Euro auf 11,58 Euro hievte. Aixtron schoss wie Phoenix aus der Asche!

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Verschlankung führt Aixtron auf Erfolgsspur zurück

Getragen wurde bzw. wird die jüngste Hausse von einer zunehmenden Profitabilität des Konzerns. Diese soll durch (teils bereits umgesetzte) Verschlankung des Unternehmens und Forcierung auf Kernkompetenz-Bereiche erreicht werden. Schon im April vergangenen Jahres im Rahmen der Veröffentlichung der Aixtron-Zahlen ließ das Management verlauten, dass man 2017 gezielt „Fokussierungen“ vornehmen werde – und schickte die Aixtron-Aktie fortan auf den Weg der Neubewertung. Das Unternehmen ließ den Worten Taten folgen.

Die Einstellung der Anlagenentwicklungsaktivitäten für III-V-Materialien zukünftiger Prozessorgenerationen (TFOS) im April 2017 war der Anfang. Weitere „Fokussierungen“ folgten im Oktober unter anderem mit der Ankündigung, den Verkauf der ALD und CVD Produktlinie für Speicherchips 2017 zu finalisieren. Die Transaktion dürfte nach Management-Angaben 2017 vollständig abgewickelt werden und entsprechend erfolgswirksam verbucht werden. Auch das dürfte letztendlich für entsprechend positive aufgenommene Zahlen an den Finanzmärkten sorgen.

Anleger wissen: Die horrenden zweistelligen Millionen-Verluste der Vorjahre waren insbesondere durch hohe R&D-Aufwendungen sowie Abschreibungen verursacht und wirkten belastend für die Aktie.

Quelle: ariva.de

Zahlen belegen Aufwärtstrend

Trotz Abschreibungen in zweistelliger Millionenhöhe steigerte Aixtron das EBIT im 9-Monatsvergleich 2017 auf -19,5 Millionen Euro (9M/2016: -29,3 Millionen Euro). Der Freie Cash Flow erhöhte sich in den ersten 9 Monaten um 86,5 Millionen Euro auf positive 48,5 Millionen Euro (9M/2016: -38,0 Millionen Euro). Die im internationalen Vergleich wichtige Bruttomarge konnte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich gesteigert werden von 25% auf 30%. Zurückzuführen ist das laut Unternehmensangaben auf „einen vorteilhafteren Produktmix“.

Ebenfalls positiv bemerkbar macht(e) sich die starke Auftragsdynamik. Während man 2016 umsatzseitig in den ersten 3 Quartalen 106,6 Millionen Euro erlöste, waren es 2017 bereits 171,7 Millionen Euro. Ende Oktober vermeldete Aixtron, dass der Auftragseingang 2017 die Erwartungen des Unternehmens toppe. So rechnet Aixtron für 2017 nun mit 240-250 Millionen Euro an Auftragseingängen, ausgehend von zuvor 220-230 Millionen Euro.

Schwarze Null soll stehen

Der Vorstand geht davon aus, sein im April erstmals kommuniziertes Ziel eines „ausgeglichenen EBITs“ für 2017 zu erreichen. Während man auf operativer Basis eine schwarze Null anstrebt, soll 2018 sogar erstmals seit Langem wieder Profit erwirtschaftet werden.

Ob wir letztendlich wirklich ein Jahr mit schwarzer Null sehen werden, wissen Anleger am 27. Februar. Dann gibt Aixtron die Ergebnisse für das abgelaufene Geschäftsjahr bekannt.

Weitere Value-Treiber voraus?

Neben der genannten Veräußerung, setzt Aixtron weiterhin auf die Idee der „Verschlankung“. So sollen noch mehr Segmente veräußert werden. Darüber hinaus befindet sich das TecDax-Unternehmen auf der Suche nach Technologie-Partnern im Rahmen von Joint Ventures o.Ä. zur Kostenreduzierung. Es werde „aktiv nach Partnerschaften für das OLED Geschäft“ Ausschau gehalten, um „im Geschäftsjahr 2018 wieder in die Gewinnzone zurückzukehren.“ Erfahrungsgemäß ist in dieser Branche der hohe Innovationsdruck gekoppelt mit hohen Forschungsaufwendungen sehr kostenintensiv für kleiner Player wie Aixtron.

Charttechnisch interessant – Trend (noch) intakt

Die Aixtron-Aktie zeigt sich in einem makellosen Aufwärtstrend. Der Titel notiert deutlich über der 200-Tage-Linie. Doch auch hier ist Vorsicht angebracht. Neue Hochs wollten in den vergangenen Monaten nicht gelingen. Seit Monaten hat sich eine „Trading Range“ etabliert. Es ist denkbar, dass die Aktie bei Ausbrechen aus der oberen Begrenzung zu einer Trendfortsetzung ansetzt. Die obere Begrenzung stellen in diesem Fall die November-Hochs im Bereich 14,65 Euro dar.

Fazit

Bei Aixtron ist das Bullenszenario noch intakt. Nicht gefeit sein dürften die Bullen vor unerwarteten Fehlentwicklungen. Voraussetzung ist, dass Aixtron seinen eingeschlagenen Weg in die Profitabilität fortsetzt und gesteckte Ziele erreicht. Der Vertrauensvorschuss, den Anleger dem Unternehmen für den Break-Even gewährt haben, dürfte mittlerweile eingepreist sein. Nun gilt es für Aixtron, weiter steigende Kurse zu rechtfertigen.

Während die Aixtron-Aktie eine Mega-Rallye hingezaubert hat, sind einige (weitgehend unentdeckte) Aktien ausgezeichnet positioniert, bald ebenso Höhenluft zu schnuppern. Viele dieser Aktien sind Diskussionsthema in unserem kostenlosen Live Chat. Wir würden uns über Ihre Teilnahme freuen!

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