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Zalando-Aktie -20%: Panik oder Kaufchance?

Die BaFin ermittelt
Große Aufregung bei Zalando zum Ende dieser Woche. Die deutsche Finanzaufsicht BaFin prüft den Jahresabschluss des Berliner Modeversandhändlers wegen möglichen Verstößen. Die Aktie bricht zeitweise um mehr als -20% ein, kann die Verluste im Tagesverlauf aber wieder eindämmen. Ist also alles nur halb so schlimm oder droht dem Papier nach der jüngsten Erholung wieder der Gang nach unten?

BaFin sieht mögliche Fehler im Zusammenhang mit About You

Die Behörde hat eine Prüfung des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2025 sowie des zugehörigen Lageberichts eingeleitet. Der Vorwurf: Es gebe konkrete Anhaltspunkte für mögliche Verstöße gegen Rechnungslegungsvorschriften.

Im Mittelpunkt der Prüfung steht die Übernahme von About You. Nach Angaben der BaFin könnte Zalando im Anhang des Konzernabschlusses Angaben zu einer Transaktion mit einem nahestehenden Unternehmen fehlerhaft unterlassen haben. Dabei geht es ausdrücklich nicht um das operative Geschäft oder die Geschäftsentwicklung, sondern um die korrekte Offenlegung im Jahresabschluss.

Die Einleitung einer BaFin-Prüfung bedeutet allerdings noch nicht, dass tatsächlich gegen Bilanzierungsregeln verstoßen wurde. Die Behörde will nun klären, ob die Rechnungslegung den gesetzlichen Anforderungen entspricht. Das Ergebnis der Untersuchung soll nach Abschluss des Verfahrens veröffentlicht werden – unabhängig davon, ob am Ende Fehler festgestellt werden oder nicht.

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Zalando spricht von einem formellen und unwesentlichen Aspekt

Das Unternehmen selbst versucht, die Sorgen der Investoren zu dämpfen. Zalando bezeichnet die Prüfung als einen "rein formellen, aber materiell unwesentlichen Aspekt" der Anhangsangaben. Sämtliche relevanten Informationen rund um die Übernahme der About-You-Anteile seien öffentlich zugänglich gewesen. Nach Unternehmensangaben befindet man sich in engem Austausch mit der BaFin.

Diese Darstellung legt nahe, dass es sich eher um eine Frage der Offenlegung als um gravierende Bilanzierungsfehler handeln könnte. Dennoch bleibt die Unsicherheit bestehen – und genau diese Unsicherheit mögen Börsianer bekanntlich überhaupt nicht.

Analysten bleiben überwiegend gelassen

Auch die Analysten reagieren bislang gelassen. Citigroup, Barclays und Goldman Sachs sehen die BaFin-Prüfung als lösbares Problem. Nach Einschätzung der Citigroup dürfte es vor allem darum gehen, dass Beteiligungsverhältnisse im Zusammenhang mit Großaktionär Anders Holch Povlsen nicht ausreichend im Anhang erläutert wurden. Größere finanzielle Konsequenzen erwarten die Experten derzeit nicht.

Etwas vorsichtiger zeigt sich dagegen die DZ Bank. Sie stufte die Aktie von "Kaufen" auf "Halten" herab und senkte ihr Kursziel deutlich von 38 auf 27 €. Die Begründung: Die regulatorische Unsicherheit erschwere zunächst die Bewertung des Unternehmens.

Der erste Schock scheint verdaut

Die Aktie bricht zeitweise um mehr als -20% ein, kann die Verluste im Tagesverlauf aber wieder eindämmen und notiert aktuell nur noch mit etwas mehr als -6% im Minus. Damit hält sich der DAX-Titel zunächst auch über den wichtigen gleitenden Durchschnittslinien der letzten 50 und 200 Tage, was positiv zu werten ist.

Fällt die Aktie auf Schlusskursbasis unter die kritischen Unterstützungslinien, würde sich das Chartbild wieder spürbar eintrüben.

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ℹ️ Zalando in Kürze

  • Der E-Commerce-Konzern mit Sitz in Berlin beliefert rund 62 Millionen aktive Kunden in 25 europäischen Märkten.
  • Zalando bietet seine Logistikinfrastruktur unter der Marke ZEOS auch anderen Händlern für den Versand von Produkten an.
  • Das Unternehmen ist Mitglied im deutschen Leitindex DAX und wird aktuell mit rund 6,27 Milliarden € an der Börse bewertet.

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Fazit

Kurzfristig dürfte weniger die mögliche Bilanzkorrektur als vielmehr der Vertrauensverlust das größere Problem sein. Nach der kräftigen Erholung der vergangenen Wochen war die Erwartung vieler Anleger, dass sich Zalando wieder auf den operativen Fortschritt und die Integration von About You konzentrieren kann. Stattdessen rückt nun die Qualität der Rechnungslegung in den Fokus.

Zwar gibt es durchaus Beispiele wie Hochtief, bei denen sich ein BaFin-Verdacht letztlich in Luft auflöste. Auf der anderen Seite zeigt der Fall Gerresheimer, dass solche Prüfungen auch deutlich längere Schatten werfen können. Solange die BaFin keine Entwarnung gibt, dürfte daher ein Risikoabschlag auf der Aktie lasten.

Denn an der Börse gilt häufig: Wo Rauch ist, vermuten viele Anleger zunächst auch Feuer – selbst wenn sich später herausstellt, dass der Brand nie ausgebrochen ist.