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Volkswagen-Aktie: Schnäppchen oder Value-Trap?

Nach Zahlen im Aufwind

Die Volkswagen-Aktie ist infolge der Nahostkrise zuletzt deutlich unter die Marke von 100 € gerutscht. Seit Mitte Dezember belaufen sich die Kursverluste auf über -17%. Nun hat der Wolfsburger Autobauer Zahlen für das vergangene Jahr vorgelegt. Wie sind diese ausgefallen und geben sie der Aktie eine neue Richtung?

stock.adobe.com/Mike_Mareen

Gewinn um fast die Hälfte eingebrochen

Während die Umsätze auf Jahressicht mit knapp 322 Milliarden € weitgehend stabil blieben, ist der Nettogewinn dramatisch eingebrochen, was auf eine deutliche Verschlechterung der Margen hindeutet. Unter dem Strich verdiente Volkswagen nur noch 6,9 Milliarden € und damit 44% weniger als 2024. Es handelt sich um das schlechteste Konzernergebnis seit dem Dieselabgasskandal im Jahr 2016.

Gründe für das schwache Ergebnis sind hohe Kosten für den Konzernumbau, die US-Zölle und vor allem operative Probleme bei Porsche. Im abgelaufenen Geschäftsjahr erzielte die Sportwagentochter operativ nur noch 90 Millionen €, verglichen mit mehr als 5 Milliarden € im Jahr zuvor.

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Margen gehen den Bach runter

Im Konzern sank das operative Ergebnis (EBIT) im Zuge dessen um mehr als 50% auf 8,9 Milliarden €. Die operative Rendite schrumpfte auf 2,8%. Auch um Sondereffekte bereinigt betrug die Marge lediglich 4,6% und ohne die Belastungen durch die US-Zölle, die mit rund 1,3 Milliarden € zu Buche schlugen, gerade einmal 5,5%.

Auch der Umstieg auf Elektromobilität schlägt auf die Margen durch, da vor allem Batteriezellen hohe Kosten verursachen. Im abgelaufenen Jahr legten die Verkäufe von E-Autos um 55% zu, der Anteil am Auftragsbestand stieg auf 22%.

Finanzvorstand Arno Antlitz macht keinen Hehl daraus, dass die finanzielle Performance langfristig nicht ausreicht, um die notwendige Transformation zu sichern.

Kleiner Hoffnungsschimmer?

In diesem Jahr soll es zumindest etwas besser laufen, angepeilt wird eine operative Marge von 4,0 bis 5,5%. Der Konzern hatte sich schon zuvor von ursprünglich geplanten Renditezielen verabschiedet und erwartet für die Kernmarke VW nun erst 2029 eine Marge von 6,5%.

Um die Ziele zu erreichen, setzt Volkswagen unter anderem auf ein verschärftes Sparprogramm. Im Rahmen der Jahreszahlen teilte das Unternehmen mit, das bis 2030 hierzulande nun insgesamt 50.000 Stellen im gesamten Volkswagen-Konzern wegfallen sollen. Ende 2024 hatte der Autobauer bereits den Wegfall von 35.000 Stellen bei der Kernmarke VW bis 2030 angekündigt.

Zahlen werden gekauft

Trotz der schwachen Zahlen legt der Kurs der Vorzugsaktie nach der Veröffentlichung um etwa +2,5% zu. Damit verbunden ist die Hoffnung auf eine Bodenbildung im Bereich der 90-€-Marke. Das mittlere Kursziel der Analysten liegt bei 135 € und suggeriert ein Upside-Potenzial von fast +50%.

Offenbar setzt der Markt darauf, dass die geplanten Stellenstreichungen und Kostensenkungen langfristig zu einer verbesserten Profitabilität führen.

Was bedeutet das für die Aktie?

Angesichts der tiefgreifenden Probleme im Konzern bleibe ich aber skeptisch und rate Anlegern von einem Kauf ab. Zunächst einmal sorgt der Jobabbau für hohe Einmalkosten, die sich entsprechend auf die Marge auswirken. Hinzu kommen die schwache Nachfrage nach Elektrofahrzeugen und der zunehmende Wettbewerb durch chinesische Hersteller.

Fundamental erscheint die Aktie im Branchenvergleich mit einem Forward-KGV von 4 zwar günstig bewertet, meiner Meinung nach hat man es hierbei aber mit einem klassichen Value-Trap zu tun und nicht mit einer Value-Chance. Denn aufgrund der strukturellen Probleme und sinkender Gewinne dürfte die Aktie dauerhaft günstig bleiben.

Auch die auf den ersten Blick hohe Dividendenrendite von 7% ändert nichts daran.

Ergänzend sei erwähnt: Gerade in unsicheren Marktphasen können Dividenden-Aktien als Stabilisator dienen. Diese zehn Titel kombinieren defensiven Charakter mit interessanten Kurschancen – eine Kombination, die aktuell selten geworden ist.

ℹ️ Volkswagen in Kürze

  • Die Volkswagen AG (WKN: 766403) mit Sitz in Wolfsburg ist der nach Umsatz größte und nach Absatz zweitgrößte Fahrzeughersteller der Welt. Zusätzlich zur Kernmarke Volkswagen ist die VW AG auch Muttergesellschaft zahlreicher weiterer Autohersteller, darunter Audi, Lamborghini, Porsche, Seat und Skoda.
  • Neben dem Pkw-Bereich gehört auch der Geschäftsbereich Nutzfahrzeuge mit den Unternehmen MAN und Scania zum VW-Konzern. Zudem bietet der Konzern zahlreiche Finanzdienstleistungen an, darunter Finanzierungen und Versicherungen.
  • Volkswagen ist Mitglied im deutschen Leitindex DAX und im europäischen Leitindex EuroStoxx 50 und aktuell ca. 44 Milliarden € wert.
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