Verbio-Aktie: Die Kursschwankungen zum Einstieg nutzen?
Verbio-Aktionäre brauchen dieser Tage richtig gute Nerven. Nachdem der Kurs des Biokraftstoffherstellers gestern um satte -15% einbrach, geht es am Donnerstagmorgen wieder um +6% nach oben. Was sorgt für die enorme Volatilität der Verbio-Aktie und eröffnen sich dadurch Einstiegschancen für Anleger?
Ein Spielball des Ölpreises
Der Kursverlauf der Verbio-Aktie ist derzeit mehr oder weniger ein Spiegelbild des Ölpreises. An Tagen mit fallenden Ölpreisen (so wie am gestrigen Mittwoch) verliert der Biokraftstoffproduzent an Wettbewerbsfähigkeit bzw. Attraktivität.
Andersrum ist es an Tagen mit steigenden Ölpreisen (so wie am Donnerstagmorgen). Sie machen den Biosprit von Verbio für Kunden attraktiver.
Und der Ölpreis ist gegenwärtig wiederum ein Spiegelbild der Iran-Politik von US-Präsident Trump. In seiner gestrigen Rede an die Nation sprach Trump zwar von einem baldigen Ende des Iran-Krieges, kündigte gleichzeitig aber weitere und noch härtere Militärschläge als je zuvor an. Der Ölmarkt reagierte mit großer Verunsicherung auf diese Ankündigung und schickte den Preis um über 6% in die Höhe.
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Sell on good news
Darüber hinaus könnten auch Gewinnmitnahmen für den gestrigen starken Kursrückgang der Verbio-Aktie verantwortlich sein. Ende März erhöhte das Unternehmen seine EBITDA-Prognose für das laufende Geschäftsjahr signifikant auf 100 und 140 Millionen €.
Nicht selten sind solche Prognoseanhebungen Auslöser von Kurseinbrüchen bei zuvor stark gestiegenen Aktien wie Verbio. Man kann es Anlegern auch nicht verdenken, ihre Gewinne mitzunehmen. Wer vor einem Jahr in die Verbio-Aktie eingestiegen ist, darf sich über eine Verfünffachung seines Kapitaleinsatzes freuen.
Weitere Volatilität voraus
Der seit gut einem halben Jahr anhaltende steile Aufwärtstrend der Verbio-Aktie ist trotz des gestrigen Kurseinbruchs immer noch intakt. Bei Kursen um die 30 € würde er aber in Gefahr geraten. Anleger müssen aufgrund der Lage im Iran in den kommenden Tagen weiterhin mit einer sehr hohen Volatilität der Verbio-Aktie rechnen.
Nur was für Daytrader
Ölpreis hin, Ölpreis her — mir ist die Verbio-Aktie gegenwärtig schlichtweg zu teuer für ein Investment. Das Forward-KGV für das aktuelle Geschäftsjahr, das zur Jahresmitte zu Ende geht, liegt bei 75. Für einen Hersteller alternativer Kraftstoffe ist das meiner Ansicht nach ein viel zu hohes Bewertungsniveau.
Ich rate Anlegern deshalb, nicht in die Verbio-Aktie einzusteigen. Für Daytrader mag sie aufgrund ihrer Volatilität momentan einen Reiz haben. Anleger, die beabsichtigen, die Aktie länger zu halten, sollten auf viel moderater Kurse warten.
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ℹ️ Verbio in Kürze
- Die Verbio SE ist einer der führenden Bioenergieproduzenten und gleichzeitig der einzige großindustrielle Hersteller von Biodiesel.
- Neben dem Hauptsitz in Leipzig befinden sich Produktionsstätten in Deutschland, Polen und den USA. In Indien ist eine Anlage im Bau.
- Das Unternehmen wird mit ca. 2,65 Milliarden € bewertet.