Verbio-Aktie: Das kann kritisch werden

Neue EU-Regeln

Die Verbio-Aktie befindet sich seit September 2025 in einem starken Aufwärtstrend und steht am Dienstag aktuell bei 22,80 €. Damit erreicht sie wieder das Niveau von Mitte 2024. Es stellt sich die Frage, ob dieser Anstieg nachhaltig ist.

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Neue EU-Regel

Mit der neuen EU-Regel RED III (Renewable Energy Directive III) ändert sich einiges. Ziel der neuen Verordnung ist es, den Markt für Biokraftstoffe deutlich zu stärken. Dabei geht es auch um die verbesserte Kontrolle von importierten Biokraftstoffen. Zuletzt kamen viele falsch deklarierte Biokraftstoffe aus China oder Brasilien.

Ein weiterer Baustein ist die Umsetzung der Vorgaben für erneuerbare Energien im Verkehrssektor. Hier geht es um THQ-Quoten. Zuletzt waren diese massiv auf 65 € pro Tonne CO₂ gesunken. Im ersten Quartal stieg der Preis wieder auf 230 € pro Tonne.

Mit der neuen EU-Verordnung kommt wieder Schwung in den Markt für Biokraftstoffe. Sehr wichtig ist die Bekämpfung von Missbrauch.

Prognose bekräftigt

Auf der Hauptversammlung vom 5. Dezember bestätigte das Unternehmen die Prognose für das laufende Geschäftsjahr 2025/2026. Demnach soll ein operatives EBITDA im hohen zweistelligen Millionenbereich erzielt werden. Im Vorjahr lag es bei 14,2 Millionen €. Im ersten Quartal wurde ein EBITDA von 15,4 Millionen € erzielt.

Claus Sauter, CEO von Verbio, beschrieb den Jahresauftakt so:

Wir konnten dieses Geschäftsjahr stark starten – und wir sind überzeugt, dass wir es noch stärker fortsetzen werden.

Neben der neuen EU-Regel tragen auch die neuen Anlagen in den USA dazu bei. Die 2023 erworbene Anlage in Nevada wurde Ende 2024 fertiggestellt und ging in Betrieb. Die Anlage in South Bend wird nach europäischem Standard umgebaut. In den nächsten fünf Jahren sind weitere 5 bis 10 neue Anlagen geplant. Die Anlage in Indien soll ebenfalls zum Erfolg beitragen.

Besteht jetzt noch Potenzial?

Seit Ende 2022 ging es mit dem Kurs abwärts, damals notierte die Aktie bei rund 83 €. Hauptursache war, dass die Ertragslage deutlich unter den Billigimporten litt. Das soll sich jetzt ändern.

Meiner Meinung nach ist das in dem Anstieg der letzten Monate deutlich eingepreist. Daher halte ich das weitere Potenzial für begrenzt; vielmehr kann es zu einer stärkeren Korrektur kommen. Hoffnungen wurden in der Vergangenheit immer wieder geweckt und mussten dann wieder eingefangen werden.

Die Analysten sind der gleichen Ansicht: Sie halten die Aktie für deutlich überbewertet. Die Deutsche Bank ist mit ihrem Zielkurs von 15 € noch am optimistischsten. Mwb Research mit 11 € und Jefferies mit 9,80 € sind deutlich skeptischer.

Positiv ist, dass die Aktie wieder im SDAX gelistet ist. Hierdurch können institutionelle Anleger wieder einsteigen.

Mein Fazit: Bei dem jetzigen Kursniveau lohnt sich ein Einstieg nicht.

Hier sei erwähnt: Unser brandneuer Report „3 Top-Picks 2026“ enthüllt drei Technologie-Aktien, die durch ihre First-Mover-Position in Robotik, Quantencomputing und KI-Cloud außergewöhnliches Wachstum im neuen Jahr versprechen.

Interessenkonflikt: Der Autor hält Aktien des besprochenen Unternehmens Verbio. Somit besteht konkret und eindeutig ein Interessenkonflikt. Der Autor beabsichtigt, die Aktien – je nach Marktsituation auch kurzfristig – zu kaufen oder zu veräußern und könnte dabei von erhöhter Handelsliquidität profitieren.

ℹ️ Verbio in Kürze

  • Die Verbio SE ist einer der führenden Bioenergieproduzenten und gleichzeitig der einzige großindustrielle Hersteller von Biodiesel.
  • Neben dem Hauptsitz in Leipzig befinden sich Produktionsstätten in Deutschland, Polen und den USA. In Indien ist eine Anlage im Bau.
  • Das im SDAX gelistete Unternehmen wird mit knapp 1,5 Milliarden € bewertet.
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