USA Rare Earth: Winkt hier der nächste Rohstoff-Boom?

Nach schwachem 2025
Redaktion

Nach einer deutlichen Korrektur ist die Aktie von USA Rare Earth stark ins Jahr 2026 gestartet. Die Kursentwicklung unterstreicht, wie sensibel der Markt auf geopolitische Signale und operative Fortschritte in der strategisch wichtigen Rohstoffindustrie reagiert.

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Gegenwind aus der Politik, Zuversicht aus dem Geschäftsmodell

Wie erwartet gerieten US-amerikanische Anbieter seltener Erden im vergangenen Jahr zeitweise unter Druck, nachdem sich die US-Regierung diplomatisch an China angenähert hatte. Ungeachtet dieser politischen Begleitumstände bleibt USA Rare Earth im Zeitplan, um die als fragil geltende Lieferkette für seltene Erden nachhaltig zu stärken. Nach dem Rücksetzer in Richtung der Sechsmonatstiefs um 10 US-Dollar hellte sich die Stimmung deutlich auf, zumal die Aktie am ersten Handelstag des Jahres 2026 um 18 Prozent zulegen konnte.

Operative Fortschritte trotz fehlender Umsätze

Das Unternehmen hat in den vergangenen Monaten eine Reihe strategischer Schritte umgesetzt. Mit dem Abschluss der Übernahme von LCM wurde eine Produktionskapazität von 1.500 Tonnen NdFeB-Bandguss gesichert, die im Verlauf des Jahres 2026 auf 2.000 Tonnen ausgeweitet werden soll. Parallel dazu wird die Magnetfertigung im Werk Stillwater ausgebaut, wo die erste Produktionslinie auf eine Jahresleistung von 1.200 Tonnen hochgefahren werden soll.

Für ein Unternehmen ohne nennenswerte Erlöse im Jahr 2025 ist die operative Dynamik bemerkenswert. Der am 18. November abgeschlossene LCM-Deal dürfte zumindest einen begrenzten Umsatzbeitrag zum Jahresende liefern. Darüber hinaus plant USA Rare Earth, den Produktionsstart der Round-Top-Mine in Texas um zwei Jahre vorzuziehen. Ab 2028 sollen dort strategisch wichtige schwere Seltene Erden wie Gallium und Beryllium gefördert werden.

Nachfrage übersteigt das Angebot deutlich

In der Telefonkonferenz zu den Zahlen des dritten Quartals 2025 machte Finanzvorstand William Steele deutlich, dass die vorhandenen Kapazitäten den erwarteten Bedarf nicht decken können. Bereits für 2026 reiche das Angebot nicht aus, und mit Blick auf die Jahre danach verschärfe sich diese Lücke weiter. Die Nachfragekurve reiche bis 2033, was kontinuierliche Investitionen in zusätzliche Kapazitäten und technologische Fähigkeiten erforderlich mache.

Vor diesem Hintergrund prüft das Unternehmen bereits den Ausbau der Magnetproduktion in Stillwater um eine zweite Linie. Damit könnte die Kapazität auf 2.400 Tonnen steigen. Langfristig sieht der Plan eine Erweiterung um insgesamt 3.600 Tonnen vor, sodass bis 2028 eine Jahresproduktion von 4.800 Tonnen erreicht werden soll, ein Vielfaches der für Anfang 2026 vorgesehenen Menge.

Struktureller Rückenwind durch neue Technologien

Zusätzliche Unterstützung kommt aus den Markterwartungen. Eine Studie von Morgan Stanley prognostiziert, dass die Nachfrage nach Magneten bis 2035 um das 38-Fache steigen könnte, getrieben durch autonome Fahrzeuge, humanoide Roboter und weitere robotische Anwendungen. Der Markt für Seltene-Erden-Magnete soll von 1,6 Milliarden US-Dollar im Jahr 2030 auf rund 44,7 Milliarden US-Dollar im Jahr 2040 anwachsen.

Nach Einschätzung der Analysten benötigt ein humanoider Roboter der nächsten Generation unter anderem rund 0,9 Kilogramm NdPr, ergänzt durch Kobalt, Nickel und Graphit. NdPr gilt dabei als Schlüsselmaterial für Hochleistungsmagnete, wie auch MP Materials hervorhebt.

Vom Nullumsatz zum Wachstumsszenario

Die zentrale Frage für Investoren bleibt die Entwicklung der Erlöse in den kommenden Jahren. Im dritten Quartal 2025 wies USA Rare Earth noch keine Umsätze aus, doch die Integration von LCM dürfte im vierten Quartal erstmals Einnahmen liefern. Mit dem Produktionsstart in Stillwater sollen bereits im ersten Halbjahr 2026 spürbare Erlöse hinzukommen. Analysten rechnen für 2026 mit Umsätzen von rund 41 Millionen US-Dollar, die bis 2028 auf knapp 391 Millionen US-Dollar anwachsen könnten.

Nach dem Kursrückgang war die Marktkapitalisierung zeitweise auf etwa 1,7 Milliarden US-Dollar gesunken, zuletzt lag sie wieder bei rund zwei Milliarden US-Dollar. Dank eines Kassenbestands von 523 Millionen US-Dollar, gestärkt durch 123 Millionen US-Dollar aus der Ausübung verbleibender Warrants, reduziert sich der Unternehmenswert deutlich. Gleichzeitig reichen die liquiden Mittel aus, um die geplanten Investitionen von rund 100 Millionen US-Dollar für den Hochlauf der Magnetlinie zu finanzieren, ohne kurzfristig neues Kapital aufnehmen zu müssen.

Chancenreich, aber nicht risikofrei

Attraktiv erscheint die Aktie auch mit Blick auf langfristige Umsatzprognosen, die bis 2030 die Marke von einer Milliarde US-Dollar erreichen könnten. Dem stehen jedoch Risiken gegenüber. Die Unterstützung westlicher Staaten für den Aufbau einer eigenständigen Lieferkette ist nicht garantiert, zudem fehlt dem Unternehmen bislang die operative Historie im profitablen Magnetgeschäft.

Schlussfolgerung für Anleger

Unterm Strich bietet USA Rare Earth eine spekulative, aber chancenreiche Ausgangslage. Als potenziell wichtiger Akteur in einem stark wachsenden Markt für industrielle Magnete bleibt die Aktie insbesondere für investitionsbereite Anleger interessant, die Kursschwächen gezielt nutzen wollen.

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