USA Rare Earth: Der nächste Rohstoff-Champion?

Milliardenmarkt Seltene Erden

Die Aktie von USA Rare Earth gehört zu den auffälligeren Entwicklungen im Rohstoffsektor der vergangenen Jahre. Das Unternehmen arbeitet intensiv daran, eine eigenständige Lieferkette für seltene Erden außerhalb Chinas aufzubauen und damit eine strategisch wichtige Rolle für westliche Industrien einzunehmen.

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Vom Entwicklungsprojekt zum operativen Geschäft

USA Rare Earth hat im vergangenen Quartal einen entscheidenden Schritt gemacht. Das Unternehmen hat die Phase ohne operative Umsätze hinter sich gelassen. Ausschlaggebend dafür war der Start der Magnetproduktion im Werk in Stillwater sowie die Übernahme des europäischen Metallverarbeiters Less Common Metals, der bereits ein etabliertes Geschäft betreibt.

Die Produktionsanlage für Permanentmagnete in Stillwater wurde erfolgreich in Betrieb genommen. Ab dem zweiten Quartal sollen dort erste Kundenaufträge für gesinterte Neodym-Eisen-Bor-Magnete ausgeliefert werden. Bis zum Ende des vierten Quartals plant das Unternehmen eine jährliche Produktionskapazität von 600 Tonnen. In einer weiteren Ausbaustufe soll diese Kapazität bis Anfang 2027 auf 1.200 Tonnen steigen. Langfristig wird eine Produktion von bis zu 10.000 Tonnen pro Jahr bis 2029 angestrebt.

Der Ausbau erfolgt vor dem Hintergrund einer stark steigenden Nachfrage nach Magneten in den Vereinigten Staaten. Der derzeitige Bedarf liegt bereits bei rund 50.000 Tonnen jährlich. Branchenprognosen gehen davon aus, dass sich diese Nachfrage bis 2030 auf etwa 100.000 Tonnen verdoppeln könnte.

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Übernahme in Europa bringt erste Umsätze

Parallel zur Inbetriebnahme der Magnetanlage wurde die Übernahme von Less Common Metals am 18. November abgeschlossen. Für das vierte Quartal 2025 meldete das Unternehmen Umsätze von 1,64 Millionen Dollar. Auf Jahresbasis ergibt sich daraus rechnerisch eine Umsatzrate von rund 13,2 Millionen Dollar. Konkrete Prognosen für das Jahr 2026 hat das Management jedoch bislang nicht veröffentlicht, und eine Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen blieb ebenfalls aus.

Finanziell befindet sich das Unternehmen weiterhin in einer intensiven Investitionsphase. Im vierten Quartal 2025 verzeichnete USA Rare Earth einen operativen Verlust von 26 Millionen Dollar und einen Mittelabfluss von 28 Millionen Dollar. Der Aufbau neuer Produktionskapazitäten in Stillwater, geplante Metallverarbeitung in Frankreich sowie die langfristige Entwicklung der Round-Top-Lagerstätte in Texas führen dazu, dass die Ausgaben derzeit deutlich über den Erlösen liegen.

Wachstumsperspektiven trotz Rückgang der Börsenbewertung

Die Marktkapitalisierung der Aktie ist inzwischen auf etwa 3,2 Milliarden Dollar gesunken. Gleichzeitig verfolgt das Unternehmen das Ziel, bis 2030 jährliche Umsätze von rund 2,6 Milliarden Dollar zu erreichen.

Die Produktionskapazität für Magnete soll sich in den kommenden Jahren etwa verfünfzehnfachen. Parallel dazu plant das Metallverarbeitungsgeschäft im Vereinigten Königreich einen massiven Ausbau. Die derzeitige Kapazität von etwa 1.000 Tonnen jährlich soll bis 2030 auf 27.500 Tonnen steigen. Zusätzlich ist der Bau einer neuen Anlage in Frankreich vorgesehen, die ab 2027 jährlich 3.750 Tonnen produzieren soll. Zuvor soll die bestehende Anlage im Vereinigten Königreich bereits in diesem Jahr auf 3.000 Tonnen erweitert werden.

Noch bevor die geplante Seltene-Erden-Mine Round Top in Texas gegen Ende 2028 in Betrieb gehen soll, erwartet das Unternehmen deutliche Umsatzsprünge. Prognosen zufolge könnten die Erlöse bis 2028 auf rund 813 Millionen Dollar steigen. Bereits 2027 werden Einnahmen von etwa 281 Millionen Dollar erwartet, wenn die Anlagen in Stillwater und im Vereinigten Königreich ihre Produktion weiter hochfahren.

Produktionsausbau soll Erlöse beschleunigen

Auf Basis der langfristigen Ziele wird die Aktie derzeit mit weniger als dem Dreifachen des für 2030 erwarteten EBITDA bewertet. Wie bei vielen Rohstoffwerten zeigt sich jedoch ein typisches Muster: Besonders attraktiv erscheinen Einstiege häufig in Phasen schwacher Marktstimmung, während starke Kursanstiege meist mit erhöhter Aufmerksamkeit für das Thema seltene Erden einhergehen.

Ein Beispiel dafür lieferte der vergangene Herbst. Die Aktie von USA Rare Earth stieg im Oktober zeitweise über 40 Dollar, nachdem geopolitische Spannungen die strategische Bedeutung seltener Erden erneut in den Mittelpunkt rückten. Zu diesem Zeitpunkt lag die industrielle Produktion des Unternehmens allerdings noch mehrere Jahre in der Zukunft. Nennenswerte Produktionsmengen werden erst ab Ende 2026 beziehungsweise 2027 erwartet, während der Abbau eigener Rohstoffe erst gegen Ende des Jahrzehnts beginnen dürfte.

Mit dem Hochfahren der Magnetproduktion und der Metallverarbeitung sinkt jedoch schrittweise das operative Risiko. Während der Aufbau der Mine noch Zeit benötigt, können die bestehenden Geschäftsbereiche bereits früher Erlöse generieren und das Geschäftsmodell stabilisieren.

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Politische Unterstützung und operative Risiken

Die strategische Bedeutung seltener Erden hat auch politische Konsequenzen. In den Vereinigten Staaten wird über Preismechanismen oder Mindestpreise für diese Metalle diskutiert, um westliche Produzenten vor aggressiven Preissenkungen aus China zu schützen.

Gerade diese Möglichkeit gilt als eines der größten Risiken für das Geschäftsmodell. Sollten chinesische Produzenten ihre Preise massiv senken, könnten neue Projekte wirtschaftlich unter Druck geraten. Das Risiko wäre besonders hoch, nachdem Milliardenbeträge in neue Anlagen und in die Entwicklung der Round-Top-Lagerstätte investiert wurden.

Darüber hinaus bleibt die operative Umsetzung eine zentrale Herausforderung. Das Unternehmen muss gleichzeitig mehrere Produktionsbereiche in verschiedenen Ländern hochfahren und parallel die Entwicklung einer neuen Mine vorbereiten. Ob dies reibungslos gelingt, hängt maßgeblich von der Fähigkeit des Managements und des neuen Vorstandsvorsitzenden ab.

Finanziell verfügt das Unternehmen jedoch über erhebliche Mittel. Insgesamt wurden bislang mehr als drei Milliarden Dollar über Kapitalerhöhungen und staatliche Kredite eingesammelt. Nachdem die Aktie zuletzt wieder in Richtung ihrer Jahrestiefs gefallen ist, sehen manche Investoren gerade in dieser Phase schwacher Marktstimmung eine interessante Einstiegssituation.

Langfristige Perspektive für Investoren

Das Geschäftsmodell von USA Rare Earth basiert auf dem Aufbau einer vollständig integrierten Wertschöpfungskette für seltene Erden außerhalb Chinas. Gelingt dieser Plan, könnte das Unternehmen langfristig eine bedeutende Rolle in westlichen Lieferketten für Hightech-Industrien einnehmen.

Der Weg dorthin bleibt allerdings mit erheblichen operativen und finanziellen Herausforderungen verbunden. Für Anleger ergibt sich daraus ein typisches Muster zyklischer Rohstoffwerte. Schwächephasen können attraktive Einstiegsmöglichkeiten bieten, während starke Kursanstiege häufig von wachsendem Interesse am Thema seltene Erden begleitet werden.

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