ThyssenKrupp-Aktie: Was kommt nach dem Kursanstieg?

Neue Quartalszahlen

Nach dem starken Anstieg seit Anfang des Jahres musste die ThyssenKrupp-Aktie am Donnerstag einen Verlust von aktuell -2,4% hinnehmen und steht bei 12 €. Ursache hierfür waren die Quartalszahlen. Was ist hier zu erwarten?

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Nettoverlust ausgeweitet

Der Konzern leidet weiter unter dem angespannten wirtschaftlichen Umfeld. Zudem kommen hohe Transformationskosten hinzu. All diese Faktoren führten dazu, dass der Nettoverlust sich deutlich ausweitete. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum stieg er von 51 auf 353 Millionen €. Bereinigt um die Sonderfaktoren verbesserte sich das operative EBIT jedoch um 10% auf 211 Millionen €. Damit fiel es leicht besser aus als erwartet.

Die verhaltene Nachfrage machte sich beim Quartalsumsatz bemerkbar. Er sank um 8% auf 7,2 Milliarden €. Beim Auftragseingang ist ein massiver Rückgang um 38% auf 7,7 Milliarden € eingetreten. Hier ist jedoch anzumerken, dass bei der Tochter TKMS im Vorjahr hohe Auftragseingänge zu verzeichnen waren.

Insgesamt sind die Zahlen wie erwartet ausgefallen. Die Transformation der Stahlsparte ist aufgrund des Stellenabbaus mit hohen Kosten verbunden. Auch bei der Tochter Automation Engineering wurden hohe Abschreibungen vorgenommen. Diese wird für den Verkauf vorbereitet.

Konzernchef Miguel López kommentierte die Zahlen so:

Trotz marktbedingter Umsatzrückgänge haben wir das bereinigte Ebit gesteigert - ein klares Zeichen für die Fortschritte bei Effizienz, Kosten und Struktur.

Die Jahresprognose wurde bekräftigt. Wegen der Stahl-Sanierung erwartet Thyssenkrupp unter anderem einen Konzernverlust von 400 bis 800 Millionen €.

Was bedeutet das für die Aktie?

In dem letzten Kursanstieg ist viel Hoffnung eingepreist, dass der indische Interessent Jindal die Stahlsparte übernimmt oder mit einem hohen Anteil einsteigt. Momentan befindet sich der Prozess jedoch noch in der Due-Diligence-Phase. Zum Stand der Prüfung ist nichts bekannt.

Auch wenn Jindal einsteigt, bleiben die Restrukturierungskosten für den Mutterkonzern hoch und werden die Ertragslage weiterhin belasten.

Meiner Meinung nach ist das Kurspotential sehr begrenzt, die Wahrscheinlichkeit einer größeren Korrektur ist hoch. Vieles hängt jetzt davon ab, was bei dem Prüfverfahren herauskommt. Wenn Jindal aussteigt, sind massive Rückgänge vorprogrammiert. Kommt es zu einem Teileinstieg, kommt es auf die Modalitäten an.

Die Analysten sehen das mehrheitlich ebenso. Jefferies ist mit ihrem Zielkurs von 12,50 € noch am zuversichtlichsten. Die Deutsche Bank mit 11 und JP Morgan mit 11,10 € sehen ebenfalls Korrekturbedarf. Barclays hält die Aktie mit ihrem Zielkurs von 9 € für deutlich überbewertet.

Mein Fazit: Das jetzige Kursniveau eignet sich nicht für einen Einstieg.

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ℹ️ Thyssenkrupp in Kürze

  • Thyssenkrupp mit Hauptsitz in Essen ist ein diversifizierter Industrie- und Technologiekonzern mit Schwerpunkt in der Stahlherstellung.
  • Der Konzern ging 1999 aus der Fusion der beiden Traditionsunternehmen Friedrich Krupp AG und Thyssen AG hervor.
  • Thyssenkrupp ist im Nebenwerteindex MDAX notiert und ist aktuell knapp 7,5 Milliarden € wert.
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