ThyssenKrupp‑Aktie: Reicht das für weitere Kurssteigerungen?
Die ThyssenKrupp-Aktie konnte sich von dem Kurseinbruch auf 7,50 € im März wieder deutlich erholen. Am Mittwoch gewinnt sie aktuell +1,9% und steht bei 10,20 €. Wie geht es jetzt mit der Aktie des Stahlkonzerns weiter, nachdem die Gespräche mit Jindal vorerst gescheitert sind?
Ertrag deutlich gesteigert
Die Zahlen für das zweite Quartal zeigen, dass es mit der Profitabilität vorwärtsgeht. Bis auf die Sparte Decarbon Technologies konnten alle anderen Sparten zulegen. Im Stahlgeschäft sowie im Materialhandel war der Anstieg am größten.
Das bereinigte EBIT verbesserte sich von 19 Millionen € im Vorjahr auf 198 Millionen €. Laut Konzernangaben greift das Sparprogramm immer mehr. Unter dem Strich erzielte der Konzern einen Jahresfehlbetrag von –11 Millionen. €. Die Veränderung gegenüber dem Vorjahresgewinn von 167 Millionen € ergibt sich im Wesentlichen aus dem Wegfall des aus der Veräußerung der Stahlsparte in Indien. Hier wurde im Vorjahreszeitraum ein Nachsteuergewinn von 270 Millionen € erzielt.
Der Umsatz reduzierte sich um 2% auf 8,4 Milliarden €. Hier wirkten sich niedrigere Stahlpreise sowie eine allgemein schwächere Nachfrage negativ aus. Der Free Cashflow-Verlust vor M&A reduzierte sich von 569 auf 327 Millionen €.
Im Hinblick auf die angespannte Wirtschaftslage sowie die Probleme in der Stahlsparte sind die Zahlen solide ausgefallen.
Dr. Axel Hamann, Finanzvorstand von ThyssenKrupp, kommentierte die Zahlen so:
Die positive Entwicklung im zweiten Quartal zeigt, dass unsere zielgerichteten Kostensenkungsmaßnahmen und Effizienzprogramme greifen und sich zunehmend in den Zahlen widerspiegeln.
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Prognose leicht verändert
Aufgrund der schwächeren Nachfrage wurde die Umsatzprognose leicht nach unten angepasst. Ausgehend von dem Vorjahresumsatz von rund 33 Milliarden € wird jetzt mit einem Rückgang von 3 bis 0% gerechnet – zuvor lagen die Erwartungen bei –2 bis +1%.
Alle anderen Finanzkennzahlen wurden bestätigt. Das bereinigte EBIT soll zwischen 500 und 900 Millionen € liegen. Beim Jahresverlust stehen 400 bis 800 Millionen € auf dem Zettel. Zuletzt wird mit einem Free Cashflow-Verlust vor M&A von 300 bis 600 Millionen € gerechnet.
ℹ️ Thyssenkrupp in Kürze
- Thyssenkrupp mit Hauptsitz in Essen ist ein diversifizierter Industrie- und Technologiekonzern mit Schwerpunkt in der Stahlherstellung.
- Der Konzern ging 1999 aus der Fusion der beiden Traditionsunternehmen Friedrich Krupp AG und Thyssen AG hervor.
- Thyssenkrupp ist im Nebenwerteindex MDAX notiert und ist aktuell rund 6,3 Milliarden € wert.
Fazit
Die Zahlen zeigen, dass es beim Ertrag wieder deutlich aufwärtsgeht. Allerdings führen Restrukturierungsrückstellungen immer noch zu hohen Nettoverlusten. Nachdem die Gespräche mit Jindal vorerst auf Eis gelegt wurden, fehlt eine wichtige Triebfeder für nachhaltige Kurssteigerungen.
Insgesamt rechne ich weiter mit einem Kursverlauf innerhalb einer Range von 8 bis 12 €. Je nach Nachrichtenlage kann es zu größeren Schwankungen kommen.
Die Analysten kommen zu sehr unterschiedlichen Bewertungen. Deren Bandbreite reicht von 9 bis 14,50 €.
Bei dem jetzigen Kursniveau bietet die Aktie aus meiner Sicht wenig Potenzial.
In diesem Zusammenhang: Regierungen stocken strategische Rohstoffreserven massiv auf – unser Report „Rüstung – Megatrend im Rohstoffsektor“ analysiert zwei Aktien, die Profiteur zu großen Profiteuren werden dürften.