ThyssenKrupp-Aktie: Kann die Kursrallye noch weitergehen?
Mit einem Minus von -2% ist die ThyssenKrupp-Aktie zum Wochenbeginn einer der großen Verlierer im MDAX. Was drückt auf den Kurs des Stahl- und Technologiekonzerns und können Anleger noch auf weitere Kursgewinne hoffen?
Zoff um die Dividende
Grund für den Kursverlust zum Wochenbeginn ist die Tatsache, dass die ThyssenKrupp-Aktie ex-Dividende gehandelt wird. Kein Grund zur Sorge also. Es handelt sich im Wesentlichen um einen technischen Effekt.
Auf der am Freitag stattgefundenen Hauptversammlung wurde eine Gewinnausschüttung in Höhe von 0,15 € je Aktie beschlossen. Damit bleibt die Dividende das dritte Jahr in Folge konstant.
Aber die Dividende des Traditionskonzerns hat zu mächtig Zoff zwischen dem Management und Stakeholdern von ThyssenKrupp geführt. In Summe wird ThyssenKrupp nur 93 Millionen € an seine Aktionäre ausschütten. Trotz des vergleichsweise geringen Ausschüttungsvolumens entfachte sich aber eine große Debatte darum. Viele Aktionäre, institutionelle Großanleger und die Gewerkschaft IG Metall sehen darin den falschen Weg.
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Ihrer Meinung nach sollte das ThyssenKrupp-Management das gesamte verfügbare Kapital in das operative Geschäft investieren. Die Herausforderungen sind in der Tat immens. Der Konzern ächzt unter dem hohen Investitionsbedarf für die Modernisierung von Standorten und den Ausbau des Decarbon-Segments. Darüber hinaus könnten die Restrukturierungskosten für den Stahlbereich noch höher ausfallen.
Steht eine Korrektur bevor?
Die ThyssenKrupp-Aktie konnte in den letzten Tagen nicht mehr ihr 3-Jahreshoch bei 11,30 € überwinden. Dies könnte ein Auslöser für eine leichte Korrektur des Aktienkurses sein.
Bei 9 € hat sich in den letzten Monaten allerdings ein stabiler Boden ausgebildet. Mit einem stärkeren Einbruch ist deshalb charttechnisch nicht zu rechnen.
Radikaler Konzernumbau
Auf der Hauptversammlung am Freitag warb ThyssenKrupp-Chef Lopez noch einmal um Unterstützung für seine Umbaustrategie. Lopez will den Konzern zu einer reinen Finanzholding umbauen, die Beteiligungen an Industrieunternehmen hält.
Zu diesem Zweck sollen die einzelnen Geschäftsbereich von ThyssenKrupp nach und nach in die Selbständigkeit entlassen werden. Den Anfang machte die Marinetochter TKMS.
Die Stahlsparte könnte in naher Zukunft an den indischen Stahlkonzern Jindal Steel verkauft werden. Noch laufen die Gespräche und sie könnten sich als schwieriger erweisen als erwartet.
Wo soll das Upside herkommen?
Obwohl ich die neue Konzernstrategie begrüße, sehe ich derzeit kein weiteres Upside für die ThyssenKrupp-Aktie. Die Aussichten für die meisten Geschäftsbereiche sind mau. Der Konzern kämpft in wichtigen Abnehmerindustrien, allen voran dem Automobilbau, mit einer schwachen Nachfrage. Hinzu kommen die hohen Energiekosten in Deutschland.
Für das laufende Geschäftsjahr 2025/26 rechnet das Management deshalb mit Verlusten und einem negativen Free Cashflow. Keine guten Voraussetzungen für weitere Kurssteigerungen.
Bei diesen Aktien sehen wir wesentlich mehr Potenzial für Kurssteigerungen als bei ThyssenKrupp: Top-Picks 2026
ℹ️ Thyssenkrupp in Kürze
- Thyssenkrupp mit Hauptsitz in Essen ist ein diversifizierter Industrie- und Technologiekonzern mit Schwerpunkt in der Stahlherstellung.
- Der Konzern ging 1999 aus der Fusion der beiden Traditionsunternehmen Friedrich Krupp AG und Thyssen AG hervor.
- Thyssenkrupp ist im Nebenwerteindex MDAX notiert und ist aktuell rund 6,8 Milliarden € wert.