ThyssenKrupp-Aktie: Die Perle ist weg – was kommt jetzt?
Die ThyssenKrupp-Aktie bewegte sich zuletzt lustlos in einer Range von 8 bis 9,70 €. Momentan fehlt es an positiven Impulsen. Am Dienstag verliert sie aktuell leicht und steht bei 9,20 €. Was ist hier zu erwarten?
Solide Zahlen vorgelegt
In Anbetracht der angespannten Wirtschaftslage legte der Konzern am 9. Dezember insgesamt zufriedenstellende Geschäftszahlen vor. Das abgelaufene Geschäftsjahr war geprägt durch wirtschaftliche Handelsbeschränkungen sowie die interne Restrukturierung.
Der Gesamtumsatz reduzierte sich gegenüber dem Vorjahr um 6% auf 32,8 Milliarden €. Hier machten sich die schwache Nachfrage seitens der Automobilindustrie sowie die US-Zölle bemerkbar. Ein wesentlicher Belastungsfaktor sind auch die Billigimporte aus China.
Beim operativen EBIT machten sich bereits erste Maßnahmen bemerkbar. Gegenüber dem Vorjahr stieg das bereinigte EBIT um 13% auf 640 Millionen €. Die EBIT-Marge verbesserte sich von 1,6 auf 1,9%. Der Jahresüberschuss blieb mit 532 Millionen € relativ konstant.
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Verlust im nächsten Geschäftsjahr erwartet
Für das laufende Geschäftsjahr geht der Essener Konzern von einem hohen Jahresverlust aus. Ursache hierfür sind hohe Rückstellungen für die Sparten Automotive und Steel. Der Verlust soll zwischen 400 und 800 Millionen € liegen. Beim bereinigten EBIT wird mit einem Gewinn von 500 bis 900 Millionen € gerechnet. Die breiten Spannen zeigen, dass eine hohe Unsicherheit besteht. Beim Umsatz wird nur mit geringen Abweichungen nach oben oder unten gerechnet.
Im laufenden Geschäftsjahr steht die Umsetzung der Restrukturierungsmaßnahmen in der Stahlsparte an. Ebenfalls dürfte sich entscheiden, ob der indische Stahlkonzern Jindal die Stahlsparte übernimmt.
Was bedeutet das für die Aktie?
Die Aktie zählte 2025 zu den größten Gewinnern im MDAX, der Kursgewinn beträgt rund +250%. Für das kommende Jahr sieht es anders aus.
Die Perle TKMS ist als eigenständige Tochter des Konzerns an der Börse notiert. Die verbleibenden Sparten, Automotive und Stahl, sind die größten Problemfelder. Um hier wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen die Kosten drastisch gesenkt werden. Im Stahlbereich wurde ein Konzept mit der IG Metall ausgehandelt. Hier wird die Produktionskapazität deutlich angepasst; verbunden ist dies mit einem hohen Stellenabbau. In dem Segment Automotive werden ebenfalls drastische Maßnahmen kommen.
Das Hauptproblem des Konzerns ist die geringe Ertragskraft. Mittelfristig dürfte sich dies ändern. Die größte Sparte Materials weist momentan mit 1,1% die geringste EBIT-Marge aus.
Der eingeschlagene Weg ist insgesamt richtig, allerdings fehlt dem Konzern ein innovatives, wachstumsstarkes Geschäftssegment. Im Hinblick auf die Gesamtsituation sehe ich vorerst nur ein geringes Potenzial, vielmehr erwarte ich weiterhin einen seitwärts gerichteten Kursverlauf.
Die Analystenmeinungen sind zweigeteilt. Jefferies mit 11 € sowie die DZ Bank und die Deutsche Bank mit 10 € sehen ebenfalls nur ein begrenztes Potenzial. Barclays mit ihrem Zielkurs von 7,30 € sowie JP Morgan mit 7,60 € halten die Aktie für überbewertet.
Mein Fazit: Momentan spricht wenig für den Kauf der Aktie.
ℹ️ Thyssenkrupp in Kürze
- Thyssenkrupp mit Hauptsitz in Essen ist ein diversifizierter Industrie- und Technologiekonzern mit Schwerpunkt in der Stahlherstellung.
- Der Konzern ging 1999 aus der Fusion der beiden Traditionsunternehmen Friedrich Krupp AG und Thyssen AG hervor.
- Thyssenkrupp ist im Nebenwerteindex MDAX notiert und ist aktuell rund 5,8 Milliarden € wert.