Tesla-Aktie: Wird sie zum großen Verlierer 2026?

Schwieriges Jahr voraus
Redaktion

Die Aktie von Tesla steht vor einem schwierigen Jahr, denn die Entwicklung der operativen Kennzahlen hält mit der ambitionierten Bewertung an den Börsen längst nicht mehr Schritt. Immer mehr Daten deuten darauf hin, dass 2026 für Anteilseigner zu einer harten Bewährungsprobe werden könnte.

stock.adobe.com/Olga

Für Tesla ergibt sich derzeit ein fundamental betrachtet deutlich negatives Bild. Wie bereits in unserem letzten Artikel geschrieben, hat sich die Bewertung deutlich von der wirtschaftlichen Realität entfernt, was die Aktie aus analytischer Sicht zu einem klaren Verkaufskandidaten macht.

Schwache Nachfrage im Kerngeschäft der Elektromobilität

Noch vor der Veröffentlichung der Zahlen hatten rund 20 Analysehäuser die Auslieferungen für das vierte Quartal 2025 auf etwa 422.850 Fahrzeuge geschätzt. Bereits diese Prognose implizierte einen Rückgang von rund 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr und damit eine Entwicklung, die kaum zu einem hoch bewerteten Wachstumsunternehmen passt.

Die tatsächlich gemeldeten Zahlen fielen jedoch nochmals schlechter aus. Tesla lieferte im vierten Quartal 2025 lediglich 418.227 Fahrzeuge aus, nach 495.570 Einheiten im entsprechenden Vorjahresquartal. Der Rückgang von 15,6 Prozent übertraf selbst die vorsichtigen Erwartungen. Damit verzeichnete das Unternehmen bereits das zweite Jahr in Folge sinkende Verkaufszahlen bei Elektrofahrzeugen.

Keine Anzeichen für eine Erholung der Absatzentwicklung

Eine baldige Trendwende ist nicht erkennbar. In Europa verliert Tesla weiterhin deutlich an Marktanteilen. Nach Daten, auf die sich unter anderem Reuters bezieht, sank der Marktanteil von 14,2 Prozent im Jahr 2024 auf rund 9 Prozent im Jahr 2025. Zwar gab es einzelne Lichtblicke, etwa Rekordverkäufe in Norwegen, insgesamt bleibt das Bild jedoch negativ.

Auch die Einführung günstigerer Varianten des Model Y und des Model 3 konnte den Abwärtstrend nicht stoppen. In Frankreich brachen die Neuzulassungen zuletzt um 66 Prozent ein, im Gesamtjahr 2025 lag das Minus bei 37 Prozent. In Schweden sanken die Zulassungen im Dezember um 71 Prozent, über das Jahr hinweg sogar um 70 Prozent. Rückgänge wurden zudem in Portugal, Spanien und Belgien gemeldet, teils in erheblichem Umfang.

Belastungsfaktoren auf dem US-Markt nehmen zu

Auch in den Vereinigten Staaten bleibt die Lage angespannt. Die Abschaffung steuerlicher Förderungen für Elektrofahrzeuge führte zu einem Vorzieheffekt, der die Zahlen im dritten Quartal 2025 stützte, danach jedoch umso deutlicher nachwirkte. Im vierten Quartal sank der Anteil von Elektroautos am gesamten Fahrzeugabsatz auf 6,2 Prozent, während die durchschnittlichen Verkaufspreise deutlich anzogen. Steigende Preise und nachlassende Nachfrage stellen eine spürbare Belastung für Teslas Absatz dar.

Führungswechsel im globalen Wettbewerb

Während Tesla mit rückläufigen Verkaufszahlen kämpft, gewinnt die Konkurrenz an Dynamik. Der chinesische Hersteller BYD konnte seine weltweiten Verkäufe von Elektrofahrzeugen im vergangenen Jahr um 28 Prozent steigern und überholte Tesla erstmals auf Jahresbasis. Besonders in Europa baut BYD seine Präsenz kontinuierlich aus, während Tesla Marktanteile abgibt und zusätzlich mit einem Imageschaden zu kämpfen hat.

Zukunftsprojekte mit begrenztem finanziellen Gewicht

Tesla investiert stark in neue Geschäftsfelder wie Energiespeicher, Stromerzeugung und autonome Mobilität. Trotz beachtlicher Wachstumsraten bleibt der finanzielle Beitrag dieser Segmente bislang überschaubar. Der Bereich Energieerzeugung und -speicherung machte im dritten Quartal 2025 lediglich gut zwölf Prozent des Konzernumsatzes aus und kann die hohe Bewertung der Aktie allein nicht tragen.

Auch das Thema Robotaxis sorgt zwar für Aufmerksamkeit, befindet sich jedoch weiterhin in einer frühen Testphase. Tesla testet autonome Fahrzeuge unter kontrollierten Bedingungen, während Wettbewerber wie Waymo bereits Tausende kommerzielle Robotaxis in mehreren US-Städten betreiben und wöchentlich Hunderttausende bezahlte Fahrten durchführen. Der Abstand in der operativen Umsetzung ist erheblich.

Bewertung bleibt das zentrale Risiko

Bis neue Initiativen einen nennenswerten Beitrag zum Ergebnis liefern, dürfte noch viel Zeit vergehen. Gleichzeitig ist die Geschichte von ambitionierten Zeitplänen und verzögerten Umsetzungen bei Tesla bekannt. Auch die jüngst diskutierten Vergütungsanreize für das Management ändern wenig an den strukturellen Herausforderungen.

Aus finanzieller Sicht verdichten sich die negativen Signale. Eine schwächere Nachfrage nach Elektrofahrzeugen in den USA, der Verlust der globalen Marktführerschaft, zunehmender Wettbewerbsdruck und erneut sinkende Verkaufszahlen prägen das Bild. Bei einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von deutlich über 300 erscheint die Aktie massiv überbewertet.

Fazit: Aktie meiden

Vor diesem Hintergrund spricht vieles dafür, bestehende Positionen zu reduzieren oder ganz aufzulösen. Wer weiterhin an die langfristige Vision glaubt, sollte zumindest für eine breite Diversifikation sorgen. Insgesamt überwiegen die Risiken deutlich, weshalb Tesla aus heutiger Sicht als klarer Verkauf einzustufen ist und ein deutlicher Kursrückgang im Jahr 2026 wahrscheinlich erscheint.

Tipp: Sichere Dir mit unserem kostenlosen Report „3 Top-Picks 2026“ jetzt schon die Aktien-Überflieger für das kommende Jahr!

ℹ️ Tesla in Kürze

  • Der 2003 gegründete US-Autohersteller mit Hauptsitz in Austin im US-Bundesstaat Texas ist derzeit der weltweit zweitgrößte Hersteller von Elektroautos. Neben Fahrzeugen stellt Tesla (WKN: A1CX3T) auch Batteriespeicher und Photovoltaikanlagen her.
  • Die Fahrzeuge und teilweise auch die Batterien werden in Gigafactories genannten Großfabriken produziert. Derzeit betreibt Tesla Gigafactories in den USA, Deutschland und China.
  • Tesla ist Mitglied in den US-Leitindizes Nasdaq 100 und S&P 500. Der Unternehmenswert liegt aktuell bei 1,50 Billionen US$.
Zugehörige Kategorien: Industrie-Aktien Tech-Aktien