Tesla-Aktie: Wird sie um -95% fallen?

Gigantische Downside-Prognose

Die Tesla-Aktie erlebte einen schwachen Start ins neue Börsenjahr. In den ersten vier Handelstagen des Jahres ging es um über -4% für Elon Musks Autohersteller bergab. Ist das als schlechtes Omen für das Gesamtjahr zu werten und was erwartet Anleger 2026?

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Analysten prophezeien ein gigantisches Downside

Wenn es nach Einschätzung des Analysehauses GLJ Research geht, dann hat die Tesla-Aktie einen gewaltigen Kurssturz vor sich. Zwar hoben die GLJ-Experten ihr Kursziel von 19,10 auf 25,30 US$ an, sehen damit aber immer noch ein gigantisches Abwärtspotenzial von -95%. Mit welchen Argumenten sieht das Analyshaus den fairen Wert der Tesla-Aktie bei gerade mal 5% des aktuellen Kurses?

Das Kerngeschäft bricht ein

Hauptargument für den prognostizierten Kurssturz ist, dass das Kerngeschäft von Tesla, der Verkauf von Elektroautos, sich auf einem absteigenden Ast befindet - und das nicht erst seit gestern, sondern schon seit geraumer Zeit. Nachdem der Autoabsatz von 2023 auf 2024 um 1,1% sank, brach er 2025 um 8,6% gegenüber dem Vorjahr ein. In Zahlen: 2023 verkaufte Tesla noch 1,81 Millionen Autos. 2025 waren es nur noch 1,64 Millionen.

Hinzu kommt, dass die Absatzstatistik von Tesla de facto geschönt ist. Die meisten Modelle lassen sich nur noch mit massiven Preisnachlässen bzw. mit staatlichen Förderungen verkaufen. Bestes Beispiel ist der US-Heimatmarkt des Autobauers. Nachdem im September Subventionen für den Kauf von Elektroautos ausliefen, erlebte Tesla einen gewaltigen Absatzeinbruch. Im Klartext: Autokäufer sind nicht bereit, auch nur annähernd den Listenpreis für Tesla-Autos zu bezahlen.

Für das laufende Jahr prognostiziert GLJ Research sogar einen weiteren Absatzeinbruch von 15%. Der Verkauf von Tesla-Autos wird durch wegfallende US-Subventionen, den knallharten Wettbewerb in China und das miserable Markenimage in Europa global belastet, so die Analysten.

Die Situation im Auto-Kerngeschäft von Tesla wird noch durch einen nicht unerheblichen strukturellen Einschnitt verschlimmert. US-Autobauer müssen inzwischen keine ZEV-Zertifikate von Tesla kaufen, mit denen Elon Musks Autofirma in den letzten Jahren sehr viel Geld verdiente.

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Keine Fortschritte auf den Zukunftsfeldern

Aufgrund der Erosion des Kerngeschäfts setzt Elon Musk bereits seit geraumer Zeit alle Zukunftshoffnung auf das Robotaxi-Business. Aber auch hier kommt Tesla nicht vom Fleck. Bislang sind nur einige wenige Tesla-Robotaxis auf den Straßen von Austin in Texas unterwegs. Während andere Unternehmen, allen voran die Marktführer Waymo und Apollo Go, Stadt für Stadt mit ihren selbstfahrenden Taxis erobern, ist Tesla meilenweit von einem Massen-Rollout entfernt.

Laut Einschätzung von GLJ Research werden Robotaxis sowieso mittelfristig zu einer Commodity, also einer Massenware ohne Unterscheidungsmerkmale. Wer in Zukunft autonome Autos bauen will, muss sich nur einen „Bausatz“ beim Chipkonzern Nvidia bestellen, der die entsprechenden Fähigkeiten mitbringt.

Und auch im zweiten Zukunftssegment von Elon Musk, der humanoiden Robotik, herrscht seit längerem Funkstille. Die Optimus-Roboter des Unternehmens sind bislang nur in sehr begrenzten Aufgabengebieten in der Produktion von Autos im Einsatz. Den Sprung in die Welt haben sie noch lange nicht geschafft. Zudem hat es Tesla auch in diesem Bereich mit sehr starken Wettbewerbern zu tun, die über historisch gewachsene technologische Vorsprünge verfügen.

Gute Gründe, ein Bär zu sein

Ich bin seit jeher ein Tesla-Bär und rate Anlegern seit Jahren, nicht in dieses Unternehmen zu investieren. Tesla hat im Autobau längst den Anschluss an den Wettbewerb verloren. Seit vielen Jahren hat der Autohersteller kein neues Modell mehr erfolgreich auf den Markt gebracht. Die Modellpalette ist im Wettbewerbsvergleich veraltet und nicht mehr konkurrenzfähig.

Beim autonomen Fahren hat sich Musk in eine Sackgasse manövriert. Er setzt bei Robotaxis voll auf die Kombination aus Kamerasteuerung und KI. Das mag unter idealen Wetter- und Fahrbedingungen funktionieren, in vielen Alltagssituation tut es das aber nicht.

Dass kein einziger Wettbewerb auf die Tesla-Technologie setzt, sondern alle anderen eine Kombination von Kameras mit Lidar einsetzen, spricht in meinen Augen Bände. Die sich immer weiter in die Länge ziehenden Testfahrten zeigen, dass Tesla technologisch auf einem toten Pferd sitzt. Nur Elon Musk will mal wieder nicht absteigen.

Und im Bereich der Robotik sehe ich sowieso nicht, wie Tesla jemals einen Fuß auf den Boden kriegen will. Hier haben die seit Jahrzehnten etablierten Industrieroboterhersteller meiner Überzeugung nach die wesentlich besseren Karten.

Fazit: So absurd ist das Kursziel nicht

Unter dem Strich kann ich deshalb absolut nicht nachvollziehen, warum Anleger bereit sind, für diesen hoffnungslosen Fall ein Forward-KGV von fast 200 auszugeben. Das Kursziel von GLJ ist bei dieser absurden Bewertung meiner Meinung nach gar nicht so absurd.

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ℹ️ Tesla in Kürze

  • Der 2003 gegründete US-Autohersteller mit Hauptsitz in Austin im US-Bundesstaat Texas ist derzeit der weltweit zweitgrößte Hersteller von Elektroautos. Neben Fahrzeugen stellt Tesla (WKN: A1CX3T) auch Batteriespeicher und Photovoltaikanlagen her.
  • Die Fahrzeuge und teilweise auch die Batterien werden in Gigafactories genannten Großfabriken produziert. Derzeit betreibt Tesla Gigafactories in den USA, Deutschland und China.
  • Tesla ist Mitglied in den US-Leitindizes Nasdaq 100 und S&P 500. Der Unternehmenswert liegt aktuell bei 1,35 Billionen US$.
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