Tesla-Aktie: Nicht mehr alle Tassen im Schrank

Tesla
15.06.24 um 9:56

Nachdem die Tesla-Aktie (WKN: A1CX3T) am Mittwoch und Donnerstag um +7% zulegte, ging es am Freitag schon wieder um über -2% bergab. Gibt es denn keine guten Nachrichten mehr für Elon Musks Autobauer?

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Ein verrücktes Vergütungspaket...

Ob die Nachrichten für Tesla gut sind, ist fragwürdig. Für Elon Musk sind sie es auf jeden Fall.

Bei der Hauptversammlung des amerikanischen Autobauers winkten die Aktionäre das 56 Milliarden US$ schwere Vergütungspaket für Musk durch. Die Zustimmung der größten Vergütung, die jemals in der Geschichte der USA an einen Vorstandsvorsitzenden gezahlt wurde, war bei vielen Anlegern höchst umstritten.

Zudem untersagte eine Richterin im US-Bundesstaat Delaware im Januar das Paket, da Musk ihrer Meinung nach zu viel Einfluss im Hintergrund ausgeübt hatte. Trotz der Zustimmung der Aktionäre ist es deshalb noch nicht sicher, ob Musk sein Milliardenpaket tatsächlich erhält.

Wie zahlreiche Tesla-Aktionäre finde auch ich, dass das Vergütungspaket von Musk ein Hohn ist. Einem Firmenlenker, der in den letzten drei Jahren Milliarden US$ an der Börse vernichten hat, eine derart hohe Vergütung zuzusprechen, ist ein schlechter Scherz.

...und eine noch verrücktere Fondsmanagerin

Genauso verrückt wie das Vergütungspaket für Musk scheint eine Frau geworden zu sein, die in der Investmentwelt als Ikone gilt: Cathie Wood. Die Gründerin des ARK Invest Fonds sorgte Ende der Woche für Aufsehen mit der Anhebung des Kursziels für die Tesla-Aktie auf 2.600 US$ im Jahr 2029. Im Bull Case glaubt Wood sogar an einen Tesla-Kurs von 3.100 US$.

Ja, richtig gelesen. Hier wurde kein Kommafehler begangen. Frau Wood glaubt daran, dass der Kurs der Tesla-Aktie in den kommenden fünf Jahren mindestens um den Faktor 14 steigen wird.

Der Grund für ihren unbegrenzten Optimismus ist das Robotaxi-Geschäft. Geht es nach Wood, werden 90% des Börsenwerts von Tesla in Zukunft auf autonome Taxis zurückgehen. Ein Geschäft, in dem die Fondsmanagerin fantastische Margen erwartet.

Sind Robotaxis die Zukunft?

Ich bin seit langem einer der größten Kritiker der Tesla-Aktie und kann die Zukunftsfantasien von Cathie Wood nicht im Ansatz nachvollziehen. Im Robotaxi-Geschäft wird meiner Meinung nach genau das Gleiche passieren wie in der Automobilindustrie.

Über mehrere Jahre war Tesla Marktführer bei Elektroautos und konnte Kunden mit dem Design und der Technik seiner Autos davon überzeugen, viel Geld dafür auszugeben. Hinzu kommt, dass Kunden in den ersten Jahren der Elektromobilität kaum vernünftige Alternativen zu Tesla hatten. Inzwischen wurde Elon Musks Unternehmen von zahlreichen Herstellern links und rechts überholt und hat in keiner Beziehung mehr einen Wettbewerbsvorteil.

Diese Entwicklung wird sich auch in der Robotaxi-Branche wiederholen. Selbst wenn es Tesla gelingen sollte, First-Mover in dieser Industrie zu sein (wovon ich nicht ausgehe), wird der Autobauer innerhalb kürzester Zeit massiven Wettbewerb bekommen – und das nicht nur vonseiten anderer Autohersteller, sondern auch vonseiten anderer Technologiekonzerne. Alphabet arbeitet beispielsweise seit Jahren an selbstfahrenden Fahrzeugen.

Kein einziger Konzern, der im Bereich der Automobilindustrie tätig ist, wird sich das Robotaxi-Geschäft durch die Lappen gehen lassen. Tesla wird auch bei Taxis nur einer von vielen Anbietern sein. Wo da die hohen Margen herkommen sollen, muss mir Frau Wood noch erklären.

Aber die Fondsmanagerin muss die Tesla-Aktie auch bewerben, schließlich ist sie mit einem Gewicht von 11,3% die größte Position in ihrem ARK Innovation Fonds.

Hätte die gute Frau mal besser nicht in Elon Musk investiert. Die Performance ihres Fonds ist im Vergleich zum Nasdaq 100-Index einfach nur bemitleidenswert.

ℹ️ Tesla vorgestellt

  • Der 2003 gegründete US-Autohersteller mit Hauptsitz in Austin im US-Bundesstaat Texas ist derzeit der weltweit zweitgrößte Hersteller von Elektroautos. Neben Fahrzeugen stellt Tesla auch Batteriespeicher und Photovoltaikanlagen her.
  • Die Fahrzeuge und teilweise auch die Batterien werden in Gigafactories genannten Großfabriken produziert. Derzeit betreibt Tesla Gigafactories in den USA, Deutschland und China.
  • Tesla ist Mitglied in den US-Leitindizes Nasdaq 100 und S&P 500 und ist ca. 560 Milliarden US$ wert.

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