SUSS-Aktie: Party vorbei – oder fängt sie gerade erst an?

Nach Zahlen unter Druck

Die Aktie von SUSS MicroTec bricht zum Wochenauftakt massiv ein. Zeitweise sackt der Kurs um fast -19% ab, zur Stunde notiert der SDAX-Titel aber nur noch mit -6,5% im Minus. Sind die Zahlen des Chipanlagenbauers wirklich so schlecht ausgefallen und wie sollten sich Anleger nun verhalten?

Süss MicroTec
stock.adobe.com/Christian, KI-generiert

Zahlen sorgen für Abverkauf

In den vergangenen Wochen hatte sich die SUSS-Aktie sehr stark entwickelt und ausgehend von den Oktober-Tiefständen in der Spitze um mehr als +140% zugelegt. Doch zum Auftakt in die neue Woche gerät der Anteilsschein spürbvar unter Druck. Grund sind die am Morgen vorgelegten Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr.

Der Konzern meldete zwar einen neuen Rekordumsatz in Höhe von 503,2 Millionen €, ergebnisseitig gab es aber deutliche Rückgänge. Während der operative Gewinn (EBIT) um 12% auf 65,9 Millionen € sank, brach das Nettoergebnis sogar um mehr als die Hälfte auf 46,1 Millionen € ein.

Die EBIT-Marge verschlechterte sich von 16,7 auf 13,1%. Belastet wurde die Profitabilität vor allem durch einen ungünstigeren Produkt- und Kundenmix sowie durch hohe Kosten für den Kapazitätsaufbau (z. B. für den neuen Standort in Taiwan).

Wir halten Dich über die neuesten Entwicklung der Chip-Branche auf dem Laufenden. Abonnieren gleich hier unseren kostenlosen SD Insider Newsletter!

Auftragseingang rückläufig

Dazu verzeichnete SUSS auch noch einen deutlichen Rückgang beim Auftragseingang, der im Gesamtjahr um über 16% auf 354,3 Millionen € fiel. Dies lag vor allem an einer schwachen Nachfrage aus China in den ersten drei Quartalen.

Immerhin gab es im vierten Quartal eine deutliche Belebung. Bestellungen über 117,5 Millionen € bedeuteten den höchsten Wert des Jahres und lassen auf eine Stabilisierung in 2026 hoffen. Der Auftragsbestand lag per Ende Dezember bei 266,8 Millionen €.

Schwache Prognose und Dividendenkürzung

Die Enttäuschung der Anleger ist aber auch dem mauen Ausblick geschuldet. Das Management sieht 2026 als Übergangsjahr mit hohen Investitionen in Forschung und Entwicklung und rechnet mit einem Umsatzrückgang auf 425 bis 485 Millionen €. Dazu dürfte die EBIT-Marge auf 8 bis 10% sinken. Analysten hatten im Schnitt mit 11,6% gerechnet.

Doch das ist noch nicht alles: Auch bei der Dividende müssen Anleger große Abstriche machen, sie sinkt von zuvor 0,30 auf nur noch 0,04 € je Aktie.

Was bedeutet das für die Aktie?

Trotz des enttäuschenden Ausblicks bestätigten die Analysten von UBS, Warburg Research und Jefferies ihre Kaufempfehlungen, die Kursziele reichen von 56 bis 65 €. Und auch an der Börse scheint nach einer ersten stark negativen Reaktion schon wieder etwas Zuversicht Einzug zu halten. Die Aktie kann ihre Anfangsverluste im Tagesverlauf deutlich eindämmen und liegt rund eine Stunde vor Handelsschluss nur noch mit -6% im Minus bei etwa 50 €.

Die Hoffnung liegt darin, dass das Unternehmen trotz der aktuellen Schwäche an seinen Zielen für 2030 festhält. Diese sehen einen Umsatz von bis zu 900 Millionen € sowie eine operative Rendite von 20 bis 22% vor. Gemessen an den aktuellen Kennzahlen entspräche dies einer annähernden Umsatzverdopplung sowie einer Verdreifachung des operativen Gewinns.

Für Anleger bedeutet das: Kurzfristig dürfte die Aktie volatil bleiben und anfällig für weitere Rückschläge sein. Wer jedoch einen längeren Anlagehorizont hat und an die Wachstumsziele glaubt, könnte die aktuelle Schwächephase als Einstiegs- oder Nachkaufchance betrachten – vorausgesetzt, man bringt die nötige Geduld für ein Übergangsjahr mit.

Zum Thema KI: Weitere KI-Gewinner 2026 findest Du in unserem kostenlosen Report.

ℹ️ SUSS in Kürze

  • Die in Garching bei München ansässige SUSS (vormals Süss MicroTec SE) entwickelt Anlagen für die Herstellung von Mikroelektronik und -systemtechnik.
  • Der Konzern liefert Systemlösungen für die Halbleitertechnik, die im Labor- und Produktionsbereich eingesetzt werden. Diese umfassen alle notwendigen Arbeitsschritte der Waferbearbeitung.
  • Die Produkte werden in Deutschland und Taiwan entwickelt und gefertigt.
  • SUSS ist Mitglied im deutschen Small Cap Index SDAX und an der Börse aktuell rund 997 Millionen € wert.
Zugehörige Kategorien: Tech-Aktien