Super Micro Computer-Aktie: Das könnte teuer werden

Sammelklage eingereicht

Nach ihrem Kurskollaps von -31% am vergangenen Freitag erlebte die Super Micro Computer-Aktie von Montag bis Mittwoch eine Erholungsrallye von +15%. Doch am Donnerstagmorgen legt der Serverhersteller wieder den Rückwärtsgang ein und verliert über -4%. Gibt es erneut schlechte Nachrichten in Bezug auf den Exportschmuggelskandal?

stressed man surrounded by piles of documents in front of computer screen showing crashing red stock market graph
stock.adobe.com/Hamish

Nun auch noch eine Sammelklage

Ja, die gibt es. Aktionäre haben eine Klage gegen Super Micro Computer wegen mutmaßlichen Wertpapierbetrugs bei einem Bundesgericht in San Francisco eingereicht. Darin werfen sie dem Unternehmen vor, zwischen April 2024 und März 2026 irreführende Angaben über die Wirksamkeit der internen Compliance-Kontrollen gemacht und die Abhängigkeit von illegalen Verkäufen nach China verschleiert zu haben.

In diesem Zeitraum büßte die Super Micro Computer-Aktie rund 80% ihres Wertes ein. Der entstandene Schaden für die Aktionäre ist demnach immens hoch.

Diese Zivilklage folgt auf die Anklage der Staatsanwaltschaft in New York City, die dem Supermicro-Mitgründer Yih-Shyan Liaw und zwei weiteren Personen Verstöße gegen die Exportvorschriften der USA für Hochtechnologie nach China vorwirft.

Liaw ist der Hauptbeschuldigte der Staatsanwaltschaft. Der Mitgründer und Großaktionär soll der Kopf des Serverschmuggels nach China gewesen sein. Er musste inzwischen seinen Posten im Verwaltungsrat des Tech-Konzerns aufgeben und wurde bis auf Weiteres beurlaubt.

Ruei-Tsang Chang, ein General Manager des Supermicro-Büros in Taiwan, wird beschuldigt, die Logistik vor Ort koordiniert zu haben. Er gilt derzeit als flüchtig. Und Ting-Wei Sun, ein externer Auftragnehmer und Vermittler, soll die Umleitung der Server über Drittstaaten organisiert haben.

Die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft New York richten sich jedoch nicht gegen das Unternehmen selbst oder den Vorstandsvorsitzenden und Gründer Charles Liang. Die Zivilklage in Kalifornien aber schon. Liang wird vorgeworfen, Investoren über die Sicherheit der internen Kontrollen getäuscht zu haben. Auch CFO David Weigand steht im Fokus, da er laut Anklageschrift die Umsätze durch illegale China-Geschäfte künstlich aufgebläht habe.

Bleibe bei Supermicro und der KI-Welt auf dem Laufenden und abonniere gleich hier unseren kostenlosen SD Insider Newsletter!

Hält das 2-Jahrestief?

Charttechnisch lässt sich die Super Micro Computer-Aktie angesichts der aktuell hochdynamischen Entwicklung kaum vernünftig beurteilen. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Kurs abermals das 2-Jahrestief bei ca. 18 US$ durchbricht, ist hoch.

Zwei schlechte Optionen

Ich glaube, dass die kurze Erholung der Super Micro Computer-Aktie in den letzten Tagen ein sogenannter „Dead Cat Bounce“ war. Spekulanten haben den heftigen Einbruch für kurzfristige Trades genutzt.

Heute stehen wieder die fundamentalen Neuigkeiten im Vordergrund zu stehen — und sie hören sich nicht gut an. Sammelklagen auf Basis von Wertpapierbetrug können in den USA äußerst unangenehme Folgen für Unternehmen haben. Nicht selten haben sie Strafen und Schadenersatzzahlungen in Milliardenhöhe zur Folge.

Für Super Micro Computer sieht es meiner Meinung nach nicht gut aus. Dass ein Milliardenkonzern nicht in der Lage ist, den Schmuggel von nicht gerade kleinen Produkten wie Servern in Milliardenwert aufzudecken, ist für mich fast unerklärlich.

Eigentlich gibt es nur zwei Optionen — und beide sind nicht gut: Entweder das Management von Supermicro wusste von den Machenschaften und duldete sie. Oder die Compliance-Mechanismen des Konzerns sind tatsächlich so miserabel, dass das Unternehmen den Schmuggel nicht mitbekommen hat.

Wie auch immer. Ich gehe davon aus, dass die Erfolgschancen der Sammelklagen von Aktionäre sehr hoch sind. Es dürfte sehr teuer werden für Super Micro Computer.

Du willst die echten KI-Gewinner des Jahres kennenlernen? Dann schau mal in unseren Report KI-Gewinner 2026 rein.

ℹ️ Super Micro Computer in Kürze

  • Super Micro Computer (WKN: A0MKJF) mit Sitz in San José in Kalifornien ist ein US-Anbieter von Server- und Speichertechnologien.
  • Das Unternehmen verfügt über eine sehr breite Produktpalette, die von Hauptplatinen und Barebones über Server bis zu Computergehäusen und Kühlungslösungen reicht.
  • Die Hauptbörse der Aktie von Super Micro Computer ist die Technologiebörse Nasdaq, in Deutschland ist sie über Tradegate handelbar. Das Unternehmen wird aktuell mit rund 12 Milliarden US$ bewertet.
Zugehörige Kategorien: Tech-Aktien