Stellantis-Aktie: Schon wieder die US-Zölle
Die Stellantis-Aktie erlitt in der ersten Hälfte des letzten Jahres herbe Rückgänge; zuletzt bildete sich jedoch wieder ein stabiler Boden innerhalb einer Range von 7,5 bis 9 €. Am Montag verliert sie aktuell leicht und steht bei 8,20 €. Lohnt sich bei diesem Niveau ein Einstieg?
Trumps Zollpolitik belastet
Die angedrohten Zölle im letzten Jahr konnten durch ein Abkommen abgemildert werden, allerdings muss es noch vom EU-Parlament bestätigt werden. Darin wurde vereinbart, dass die EU für Importe aus den USA keine Zölle erhebt. Im Gegenzug werden die überwiegenden Exporte der EU in die USA mit einem Zoll von 15% belegt.
Im Rahmen der Diskussion bezüglich des Vorhabens, Grönland zu erwerben, drohte Trump mit neuen Zöllen gegen acht NATO-Länder. Hierbei handelt es sich um die acht Länder, die vergangene Woche zu einem Erkundungsaufenthalt nach Grönland gestartet waren. Deutschland befand sich unter diesen Ländern, Italien nicht.
Trump drohte diesen Ländern mit Strafzöllen von 10% ab 1. Februar und mit erhöhten Zöllen von 25% ab 1. Juni. Diese sollen so lange gelten, bis die USA Grönland erwerben können.
Die Ankündigung sorgte am Montag für herbe Kursverluste bei fast allen europäischen Aktien, insbesondere bei den deutschen Automobilwerten. Obwohl Italien von den angedrohten Zöllen verschont bleibt, wurde die Aktie in Mitleidenschaft gezogen.
EU erwägt eventuell Gegenzölle
In einer Krisensitzung erwägt die EU Gegenzölle im Volumen von 93 Milliarden €. Problematischer ist, dass das bereits ausgehandelte Zollabkommen aus dem letzten Jahr wahrscheinlich nicht mehr von EU-Parlament genehmigt wird.
Sollte es so kommen, beginnt das Zolldrama von neuem. Es müssen wieder gegenseitige Zollvereinbarungen getroffen werden und das verunsichert die Börsen. Das Kippen des Zollabkommens betrifft dann auch die italienische Stellantis. Wie es jetzt weitergeht bleibt abzuwarten.
Jahresprognose bestätigt
Nach dem schlechten ersten Halbjahr fiel das dritte Quartal wieder besser aus. Hier verbesserte sich der Umsatz um 13% gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 37,2 Milliarden €. Ursache hierfür war das um 13% erhöhte Auslieferungsvolumen auf 1,3 Millionen Fahrzeuge.
Konkrete Zahlen wurden für die Jahresprognose nicht genannt, 2025 bleibt laut Unternehmensangaben ein weiteres Übergangsjahr. Die operative Marge soll im unteren einstelligen Bereich liegen. Der Umsatz dürfte sich auf dem Niveau des Vorjahresumsatzes mit 157 Milliarden € bewegen. Das zweite Halbjahr soll besser ausfallen als das erste Halbjahr.
Potenzial vorhanden
Auch wenn die Autobranche nicht im Fokus der Anleger steht, ist die Stellantis-Aktie meiner Meinung nach unterbewertet. Einen fairen Wert sehe ich bei 10 €. Stellantis besitzt den Vorteil, dass es mit Chrysler einen amerikanischen Autohersteller besitzt. Somit wirken sich die US-Zölle nicht ganz so dramatisch aus. Das Unternehmen will Investitionen von 13 Milliarden US$ in den USA vornehmen.
2026 und insbesondere 2027 will der Konzern wieder auf den Wachstumspfad zurückkehren. Dann soll die operative Marge auf 4,3% steigen. Das sollte sich dann positiv auf den Kursverlauf auswirken.
Was für die Aktie spricht, ist die hohe Dividendenrendite von aktuell 8,2%. Ob die letzte Dividende von 0,68 € verändert wird, bleibt abzuwarten.
Die Analysten halten die Aktie mehrheitlich ebenfalls für unterbewertet, deren mittleres Kursziel liegt bei 10,70 €. Jefferies liegt mit ihrem Zielkurs von 13 € an der Spitze der Liste und Bernstein Research mit 8,50 € am unteren Ende.
Mein Fazit: Das jetzige Kursniveau bietet wieder gute Einstiegschancen.
Ergänzend sei erwähnt: Investoren mit Interesse an Dividenden-Strategien finden in Top 10 Dividenden Picks 2026 eine detaillierte Analyse von zehn Aktien, die regelmäßige Ausschüttungen mit Aufwärtspotenzial verbinden.
ℹ️ Stellantis in Kürze
- Die niederländische Stellantis N.V. (WKN: A2QL01) ist der Dachkonzern von 14 Automarken. Zu den bekanntesten gehören Chrysler, Fiat, Opel und Peugeot.
- Stellantis entstand 2021 durch die Fusion des italienisch-amerikanischen Konzerns Fiat/Chrysler mit dem französischen Autobauer Peugeot.
- Die Dachgesellschaft hat ihren Sitz im niederländischen Hoofddorp, die Zentralen der Autokonzerne befinden sich in den jeweiligen Ländern. Hauptabsatzmärkte von Stellantis sind Europa und die USA.
- Stellantis ist Mitglied im europäischen Leitindex EuroStoxx 50 und aktuell ca. 24 Milliarden € wert.