Software-Aktien: Dieser Titel ist jetzt interessant, und diese sind es nicht...
Der Softwaresektor steht derzeit unter Druck. Viele Aktien großer Cloud- und SaaS-Unternehmen haben in den vergangenen Monaten deutlich an Wert verloren, unter anderem wegen steigender Kosten für künstliche Intelligenz, wachsender Konkurrenz durch neue KI-Tools und einer allgemein skeptischeren Bewertung des Sektors durch Investoren. Doch während einige der gefallenen Titel weiterhin riskant erscheinen, sehen Analysten bei ausgewählten Unternehmen auch Chancen für eine langfristige Erholung.
Adobe-Aktie
Der US-Softwarekonzern Adobe gilt für viele Marktbeobachter derzeit als klarer Gewinner unter den großen Technologieunternehmen. Dennoch hat die Aktie einen schwierigen Start ins Jahr hingelegt: Seit Jahresbeginn ist der Kurs um rund 31 Prozent gefallen. Dieser deutliche Rückgang steht allerdings in starkem Kontrast zu den weiterhin soliden Geschäftszahlen des Unternehmens.
Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026, das am 27. Februar endete, konnte Adobe seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 12 Prozent auf 6,4 Milliarden US-Dollar steigern. Besonders bemerkenswert ist dieses Wachstum vor dem Hintergrund der aktuell vergleichsweise niedrigen Bewertung der Aktie.
Darüber hinaus bleibt Adobe eine äußerst starke Cashflow-Maschine. In den vergangenen zwölf Monaten erzielte das Unternehmen einen freien Cashflow von 10,3 Milliarden US-Dollar. Gemessen an der Marktkapitalisierung von rund 98 Milliarden US-Dollar stellt dies eine erhebliche Summe dar.
Angesichts dieser fundamentalen Stärke wirkt der jüngste Kursrückgang für einige Analysten wie eine Überreaktion des Marktes. Aktuell wird die Aktie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 14 gehandelt – ein ungewöhnlich niedriger Wert für ein Unternehmen mit Adobes historischer Wachstumsbilanz und hohen operativen Margen.
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Salesforce-Aktie
Der Cloud-Softwareanbieter Salesforce verzeichnet weiterhin Umsatzwachstum, allerdings in einem deutlich moderateren Tempo als noch vor einigen Jahren. Im Vergleich zu dynamischer wachsenden Wettbewerbern fällt die Entwicklung inzwischen spürbar verhaltener aus.
Im Geschäftsjahr 2026, das am 31. Januar endete, steigerte der Spezialist für Customer-Relationship-Management-Plattformen seinen Gesamtumsatz um 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 41,5 Milliarden US-Dollar. Damit bleibt das Unternehmen zwar auf Wachstumskurs, doch das Tempo liegt klar unter den Raten, die Salesforce in früheren Jahren erzielen konnte.
Gleichzeitig versucht der Konzern, mit neuen Initiativen zusätzliche Impulse zu setzen. Besonders im Fokus stehen dabei die Plattform Data 360 sowie die KI-basierten Agentforce-Lösungen. Diese Angebote trugen zuletzt dazu bei, dass die wiederkehrenden Erlöse im vierten Quartal auf 2,9 Milliarden US-Dollar stiegen. Dennoch zielen diese Investitionen vor allem darauf ab, ein Kerngeschäft zu beleben, dessen Wachstum sich im Vergleich zur Vergangenheit deutlich abgekühlt hat.
Bewertungstechnisch wirkt Salesforce mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 24 deutlich moderater als einige Wettbewerber im Cloud-Sektor. Angesichts des verlangsamten Wachstums erscheint die Aktie jedoch weiterhin nicht als eindeutig attraktive Kaufgelegenheit.
ServiceNow-Aktie
Beim Wachstum des operativen Geschäfts zeigt sich ServiceNow derzeit besonders dynamisch. Der Anbieter von Workflow-Automatisierungssoftware gehört zu den am schnellsten wachsenden Unternehmen im Cloud-Sektor und überzeugt weiterhin mit starken Geschäftszahlen.
Im vierten Quartal 2025 stiegen die Abonnementerlöse des Unternehmens im Jahresvergleich um 21 Prozent auf 3,47 Milliarden US-Dollar. Damit setzt ServiceNow seinen klaren Wachstumskurs fort und bestätigt die anhaltend hohe Nachfrage nach seinen digitalen Workflow-Lösungen.
Auch bei den Auftragseingängen zeigen sich robuste Trends. Die sogenannten Current Remaining Performance Obligations (cRPO) – ein Maß für vertraglich gesicherte Umsätze, die innerhalb der nächsten zwölf Monate realisiert werden sollen – legten im gleichen Zeitraum um 25 Prozent auf 12,85 Milliarden US-Dollar zu. Diese Kennzahl gilt als wichtiger Indikator für die zukünftige Umsatzentwicklung.
Trotz dieser starken Fundamentaldaten stellt die Bewertung der Aktie für viele Investoren eine zentrale Herausforderung dar. Selbst nach dem jüngsten Rückgang im Softwaresektor wird ServiceNow aktuell mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 63 gehandelt. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der Analystenschätzungen für die kommenden zwölf Monate liegt zwar niedriger, beträgt jedoch immer noch etwa 26.
Eine derart hohe Bewertung setzt voraus, dass das Unternehmen sein starkes Umsatzwachstum über viele Jahre hinweg fortsetzen kann. Sollte sich das Wachstum auch nur leicht verlangsamen, könnte dies zu einer deutlichen Neubewertung der Aktie am Markt führen.
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