Silber: Weiteres Boom-Jahr voraus?
Nach einer explosiven Rallye ist der Silberpreis zum Ende des vergangenen Jahres wieder etwas zurückgekommen. Doch zum Start ins neue Jahr geht es wieder aufwärts. An diesem Montag zieht das Edelmetall in der Spitze um fast +5% an und steht aktuell bei knapp 75 US$. Wird 2026 genauso spektakulär wie 2025?
Viele Faktoren treiben den Preis
Im abgelaufenen Jahr ist Silber unter dem Strich um fast +150% gestiegen und war damit der Rohstoff mit den größten Kursgewinnen. Nun fragen sich Anleger, ob das weiße Edelmetall vor einem weiteren Boom-Jahr steht oder ob es an der Zeit ist, Gewinne mitzunehmen.
Ein wichtiger Preistreiber ist und bleibt die hohe Nachfrage, die das Angebot übersteigt. Denn anders als Gold, das vor allem zur Absicherungdient, hat Silber neben der Funktion als Geldanlage einen großen industriellen Nutzen. Es wird in der Rüstungsindustrie, der Elektromobilität, Photovoltaik, Digitalisierung und auch für KI-Rechenzentren in großen Mengen benötigt.
Im vergangenen Jahr soll der Mehrverbrauch von Silber das Angebot um etwa 150 Millionen Unzen überstiegen haben. Da über Jahre hinweg nicht ausreichend in die Förderung investiert wurde und entsprechende Minenprojekte lange Zeit von der Entwicklung bis zur Produktion benötigen, wird sich an dem strukturellen Defizit in absehbarer Zeit auch nichts ändern.
Ganz im Gegenteil: China, das ein bedeutender Raffineriebetreiber und Exporteur von Silberbarren ist, droht damit das Angebot ähnlich wie bei den Seltenen Erden durch entsprechende Exportkontrollen zusätzlich zu verknappen.
Im Übrigen: Wie man gewinnbringend im Rohstoff-Bereich investiert und welche Aktien gerade besonders spannend sind, zeigt unser neuer Report.
Institutionelle Zuflüsse und Geopolitik
Dazu gesellen sich weltweit zu beobachtende signifikante institutionelle Zuflüsse in Silber. Gerade in Indien steigt die Nachfrage rasant an, da Gold dort sehr teuer geworden ist und Silber zunehmend als Alternative wahrgenommen wird.
Ebenso fungiert Silber als sicherer Hafen und profitiert damit ebenso wie Gold von den anhaltenden geopolitischen Spannungen in der Welt. Die US-Angriffe auf Venezuela und die Gefangennahme von Machthaber Nicolás Madura treiben die Edelmetallpreise aktuell weiter nach oben.
Befindet sich der Silberpreis in einer Blase?
Gleichzeitig warnen einige Analysten davor, dass der parabolische Anstieg der vergangenen Woche blasenähnliche Züge angenommen hat und die Preise zuletzt etwas heiß gelaufen sind. Benoit Anne, Anleiheexperte bei MFS Investment Management, sieht ein Warnsignal darin, dass Aktien und Edelmetalle zuletzt im Gleichschritt gestiegen sind, was in den letzten 50 Jahren nur selten vorgekommen ist.
Doch hierfür gibt es Gründe wie die steigende Liquidität und expansivere Geldpolitik der Notenbanken, was beiden Assetklassen zugutekommt. Während die Angst vor Inflation und geopolitische Krisen das „Safe Haven“-Narrativ bedienen, herrscht weiterhin Optimismus bezüglich der Unternehmensgewinne – auch durch das Thema KI.
Jetzt noch bei Silber einsteigen?
Dementsprechend bleibe ich für 2026 weiter zuversichtlich, was den Silberpreis angeht, auch wenn sich Anleger nach parabolischen Anstiegen, wie sie zuletzt zu beobachten waren, auf zwischenzeitliche Rücksetzer einstellen müssen. Diese stellen in meinen Augen aber gute Einstiegsmöglichkeiten dar.
Mittelfristig sehe ich das Edelmetall aber weiter in Richtung 100 US$ klettern und halte aufgrund des strukturellen Defizits sogar noch höhere Preise für möglich.
Hier sei darauf hingewiesen: Militärische Nachfrage lässt Silberverbrauch explodieren – unser exklusiver Report „Rüstung – Megatrend im Rohstoffsektor“ präsentiert 2 Top-Player, mit denen man auf weitere Preisschübe setzen kann.