Silber: Nur eine Pause im Bullenmarkt – oder steckt mehr dahinter?
Nach einer beeindruckenden Rallye mit Höchstkursen von 121,65 US$ erlitt Silber Ende Januar einen starken Preiseinbruch. Seitdem präsentiert sich das Edelmetall überaus volatil. Sollten Anleger diese Phase für Käufe nutzen oder lieber an der Seitenlinie bleiben?
Silber weiter unter Druck
Es sind aktuell turbulente Zeiten an den Edelmetallmärkten. Ende Januar endete eine starke Aufwärtsphase mit deutlichen Rücksetzern bei den Gold- und Silberpreisen. Doch während sich der Goldpreis im Bereich der 5.000-US$-Marke wieder stabilisieren konnte, ist die Lage bei Silber deutlich angespannter.
So kam es bei Silber letzten Donnerstag erneut zu einem Flash-Crash von über -10%, da der Ausverkauf an den US-Aktienmärkten auf die Edelmetall-Märkte überschwappte. Grund dürfte laut Marktbeobachtern gewesen sein, dass Anleger mit diversifizierten Portfolios ihre Rohstoffpositionen verkaufen mussten, um Margin Calls zu bedienen.
Solange also an den traditionellen Märkten und speziell im Tech-Bereich die Korrekturen weitergehen, könnte dies auch bei Silber für anhaltende Volatilität sorgen.
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Nur eine Zwischenetappe
Experten gehen jedoch davon aus, dass die Edelmetalle den langfristigen Aufwärtstrend wieder aufnehmen werden und der Bullen-Zyklus lediglich eine Zwischenetappe erreicht hat.
Als zentrale Treiber gelten weiterhin die geopolitische Lage, die Debatte um eine Unabhängigkeit der US-Notenbank Fed, die Dollarschwäche und die strukturelle Umschichtung weg von klassischen Anlageklassen wie Staatsanleihen und Währungen, die anhaltenden Käufe der Zentralbanken sowie die Aussicht auf weitere Zinssenkungen in diesem Jahr.
Diese Faktoren spielen sowohl dem Goldpreis als auch dem Silberpreis in die Karten. Bei Silber kommt als zusätzlicher Preistreiber die starke industrielle Nachfrage hinzu, die in 2026 zum sechsten Defizitjahr in Folge führen könnte. Die Branchenorganisation der Silberindustrie erwartet eine Lücke von 67 Millionen Unzen, was die ohnehin angespannte Lage weiter verschärfen könnte.
Blick nach China
Zu beachten ist jedoch, dass die Shanghaier Metallbörsen aufgrund des chinesischen Neujahrsfestes ab dem 15. Februar für neun Tage geschlossen bleiben. In der Vergangenheit kam es während dieser Zeit an den Papiermärkten in London und New York oftmals zu Preisrückgängen, auf die allerdings kräftige Rebounds folgten, sobald der physische Handel in China wieder aufgenommen wird.
Jetzt bei Silber einsteigen?
Kurzum: Anleger müssen sich wohl auf eine anhaltende Volatilität speziell bei Silber einstellen, mittel- bis langfristig bleibt die Investment-Story aber absolut intakt, sodass die aktuelle Schwächephase eher Chancen bietet als ein Risiko darstellt.
Aus charttechnischer Sicht gilt: Im Bereich der 75-US$-Marke verfügt Silber über eine starke Unterstützung. Erst bei einem nachhaltigen Rutsch unter die Marke von 70 US$ eröffnet sich weiteres Abwärtspotenzial bis 64 und 60 US$. Steigt Silber zurück über 83,76/86,30 US$, wären Anschlusskäufe bis 100 US$ und zu den Januar-Spikes über 120 US$ möglich.
Ergänzend hierzu: Wer an Preisexplosionen bei Rüstungsrohstoffen partizipieren will, findet in „Rüstung – Megatrend im Rohstoffsektor“ zwei Top-Aktientipps – darunter ein Unternehmen, das massiv von Silber-Preissprüngen profitieren wird.