stock.adobe.com/Tricky_Shark

Siemens Energy-Aktie: Mehr als nur ein KI-Profiteur?

Abspaltung geplant
Die Siemens Energy-Aktie gehörte zuletzt zu den volatilsten Werten im DAX. Nach dem starken Anstieg schwankte der Kurs in den vergangenen Monaten zwischen 123 € und 188 €. Am Freitag verliert sie aktuell -5,2% und notiert bei rund 156 €. Stellt die jüngste Korrektur lediglich eine Verschnaufpause dar oder ist die Bewertung inzwischen zu ambitioniert?

Strategische Neuausrichtung

Siemens Energy prüft verschiedene Optionen für den Geschäftsbereich "Transformation of Industry" (ToI). Diskutiert werden ein Börsengang, ein Spin-off, ein Teilverkauf oder eine Fusion. Eine Minderheitsbeteiligung soll zunächst erhalten bleiben.

Der Geschäftsbereich erwirtschaftete zuletzt bei einem Umsatz von 5,7 Mrd. € einen Gewinn von 325 Mio. €. Vor allem das Elektrolysegeschäft belastet bislang die Profitabilität.

Eine Abspaltung könnte die Konzernstruktur vereinfachen und zusätzliches Kapital für Investitionen in die margenstärkeren Kernbereiche freisetzen.

Tipp: Bleibe mit unserem kostenlosen SD Insider Newsletter immer über die aktuellsten Börsen-Chancen informiert.

Kerngeschäft profitiert vom Netzausbau

Die eigentlichen Ertragstreiber bleiben die Bereiche Gas Services und Grid Technologies.

Während Gasturbinen von einer weltweit steigenden Nachfrage nach flexibler Stromerzeugung profitieren, wächst gleichzeitig der Bedarf an moderner Netztechnik. Der Ausbau erneuerbarer Energien, die zunehmende Elektrifizierung und die Digitalisierung erfordern erhebliche Investitionen in Stromnetze.

Zusätzliche Impulse kommen durch den weltweiten Ausbau von KI-Rechenzentren. Diese benötigen leistungsfähige Netzanbindungen, Transformatoren und Schaltanlagen – Bereiche, in denen Siemens Energy hervorragend positioniert ist.

Rekordauftragsbestand sorgt für Visibilität

Mit dem Halbjahresbericht hob das Unternehmen seine Jahresprognose an. Erwartet wird nun ein Umsatzwachstum von 14 bis 16% sowie eine operative Marge von 10 bis 12%.

Grundlage hierfür ist die außergewöhnlich hohe Nachfrage. Im zweiten Quartal erreichte der Auftragseingang mit 17,7 Milliarden € einen Rekordwert. Der gesamte Auftragsbestand summiert sich inzwischen auf 154 Milliarden € und bietet eine hohe Visibilität für die kommenden Jahre.

Bewertung

Die Kursentwicklung wird kurzfristig stark von der Stimmung rund um KI-Investitionen beeinflusst. Tatsächlich reicht die Investmentstory jedoch deutlich weiter.

Der strukturelle Ausbau der Stromnetze, die Elektrifizierung von Industrie und Verkehr sowie die Modernisierung der Energieinfrastruktur sprechen für nachhaltig hohe Investitionen – unabhängig vom kurzfristigen KI-Hype.

Nach der starken Kursentwicklung erscheint die Bewertung jedoch anspruchsvoll. Kurzfristig bleiben daher weitere Schwankungen wahrscheinlich.

ℹ️ Siemens Energy in Kürze

  • Siemens Energy (WKN: ENER6Y) ist ein Elektro- und Energietechnikhersteller mit Sitz in München. Der Konzern stellt etwa Windkraftturbinen, Dampf- und Gasturbinen, Generatoren, Transformatoren und sonstige Kraftwerkstechnik her.
  • Siemens Energy entstand 2020 durch eine Abspaltung aus dem Siemens-Konzern.
  • Die Aktie ist Mitglied im deutschen Leitindex DAX. An der Börse ist Siemens Energy derzeit mit 133,55 Milliarden € bewertet.

Wenn Du Siemens Energy beobachtest, solltest Du Dir Deinen persönlichen Informationsvorsprung sichern. Im SD Insider Newsletter berichten wir regelmäßig über Entwicklungen bei diesem und ähnlichen Werten – kompakt und ohne Umwege.

Siemens Energy weiter verfolgen – Newsletter kostenlos abonnieren »

Fazit

Die jüngste Korrektur dürfte vor allem auf Gewinnmitnahmen und eine schwächere Stimmung im Technologiesektor zurückzuführen sein. Fundamental präsentiert sich Siemens Energy weiterhin in einer starken Verfassung.

Kurzfristig dürfte die Aktie volatil bleiben, mittel- und langfristig erscheint die Investmentstory jedoch weiterhin intakt. Ein Kursniveau von rund 200 € halte ich bei anhaltend positiver Geschäftsentwicklung für erreichbar.

Übrigens: Die größten Profiteure der Energiekrise müssen nicht zwingend Energie fördern – sondern die Infrastruktur dafür bereitstellen. Mehr dazu im neuen Gratis-Report Energiekrise als Börsenchance.