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Shein-Aktie: Trifft sie auch den Geschmack der Börse?

Bevorstehendes IPO
Es dürfte einer der interessantesten Börsengänge eines chinesischen Unternehmens in diesem Jahr werden. Die Ultra-Fast-Shopping-Plattform Shein wird am 1. September ihr Börsendebüt in Hongkong geben. Was ist über das IPO bekannt und ist die Shein-Aktie überhaupt ein Investment wert?

Details des IPOs

Shein plant den Verkauf von rund 280 Millionen Anteile zu einem Preis von 47,60 bis 49,50 HK$ je Aktie. Damit würde die Online-Mode-Plattform knapp 14 Milliarden HK$ einsammeln (ca. 1,8 Milliarden US$). Der finale Ausgabepreis der Aktie wird am 31. August bekanntgegeben.

Der Börsenwert von Shein dürfte beim IPO bei ca. 23 Milliarden € liegen. Das mag nach viel klingen, ist aber deutlich weniger als noch vor einigen Jahren. Im Jahr 2022 wurde das chinesische Unternehmen am Ende der Corona-Pandemie mit knapp 100 Milliarden US$ bewertet, also gut dem Vierfachen des heutigen Wertes.

Dieser massive Bewertungsabschlag hat mit der deutlichen Abnahme des Wachstums in den letzten Jahren zu tun. 2023 erzielt Shein noch ein hochdynamisches Umsatzwachstum von 41%. 2024 halbierte sich die Wachstumsrate auf 21% und sank im vergangenen Jahr auf nur noch 8%. Im ersten Quartal 2026 sackte das Umsatzplus auf nur noch 1% ab.

Profitable ist Shein ebenfalls nicht. Laut Börsenprospekt machte die Shopping-Plattform in den ersten drei Monaten des Jahres einen Verlust von knapp 100 Millionen US$.

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Ein Berg an Problemen

Für ein Unternehmen mit 41,8 Milliarden US$ Umsatz (2025) und 273 Millionen aktiven Kunden in rund 160 Ländern scheint eine Börsenbewertung von 23 Milliarden US$ auf den ersten Blick nicht besonders hoch zu sein.

Auf den zweiten Blick aber schon, denn Shein hat seit geraumer Zeit mit einem Berg an Problemen zu kämpfen. Diese sind vor allem politischer Natur, denn die USA und die Europäische Union legen dem Unternehmen immer mehr Steine in den Weg.

Die Abschaffung der sogenannten „de minimis“-Zollbefreiung in USA für kleine Sendungen trifft Sheins Geschäftsmodell direkt. Die extrem günstige Direktlieferung aus China in die USA wird dadurch erheblich teurer.

Auch Europa verschärft die Regeln für günstige Direktimporte und Plattformen. Dazu kommen höhere regulatorische Anforderungen. Shein steht wegen der Missachtung von Arbeitsrecht und Datenschutz sowie mangelnder Produktsicherheit und -qualität unter Beobachtung der EU-Behörden.

Gleichzeitig steigen die Kosten für Transport und Logistik. Und nicht zuletzt haben andere Modeunternehmen wie H&M und Zara inzwischen von Shein hinzugelernt und verteidigen effektiver ihre Marktanteile.

Zu spät dran

Ich habe die Befürchtung, dass Shein mit seinem Börsengang viel zu spät dran ist. Einen schlechteren Zeitpunkt kann man sich eigentlich gar nicht vorstellen.

Das Umsatzwachstum geht seit vier Jahren in den Keller und ist inzwischen auf den Nullpunkt gesunken. Geld verdient die Modehandelsplattform auch keines mehr. Wie Shein in den kommenden Jahren wieder ein zweistelliges Wachstum bei einer Nettomarge von 6 bis 8% erzielen will, ist mir vor diesem Hintergrund ehrlich gesagt ein Rätsel.

Hinzu kommt der äußerst negative politische Hintergrund. Die USA und auch Europa wehren sich inzwischen mit Zöllen gegen chinesische Billigimporte. Vor allem Unternehmen, die ihre Märkte mit zweifelhaften Billigprodukten mangelnder Qualität fluten, geraten zunehmend ins Visier der Behörden. Ich glaube, dass die USA und Europa ihre Regularien für den Import chinesischer Waren in den kommenden Jahren noch deutlich verschärfen werden.

Abschließend: Aktien, an die wir bei sharedeals mehr glauben als an Shein, findest Du in unseren Top-Picks 2026. Wirf gleich mal einen Blick rein!

ℹ️ Shein in Kürze

  • Shein ist ein 2008 in China gegründeter Online-Modehändler mit aktuellem Sitz in Singapur, der die Fast-Fashion-Branche revolutioniert und das Modell der sogenannten Ultra Fast Fashion etabliert hat.
  • Algorithmen analysieren kontinuierlich Modetrends in den sozialen Medien. Beliebte Stile werden direkt in sehr kleinen Stückzahlen in Auftrag gegeben.
  • Erst bei hoher Nachfrage wird die Produktion hochgefahren. Dadurch entstehen täglich tausende neue Artikel bei minimalen Lagerkosten.
  • Der Verkauf erfolgt fast ausschließlich über die eigene App und Website direkt an Endkunden weltweit, ohne Zwischenhändler oder klassische Filialen.
  • Shein geht Anfang September 2026 an die Börse in Hongkong.

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Fazit

Ich rate Anlegern deshalb, nicht in die Shein-Aktie zu investieren. Meiner Meinung nach kommt der Börsengang der Modeplattform viel zu spät. Ihre besten Tage haben die Chinesen längst hinter sich. Sie werden nicht wiederkehren.