Deutsche Telekom-Aktie: 43 € und noch mehr Dividende?
KI soll mehr als Kosten sparen
Gemeinsam mit Nvidia hat die Telekom rund 1 Milliarde € in eine industrielle KI-Cloud in München investiert. Unternehmen sollen dort Rechenkapazitäten nutzen können, ohne sensible Daten außerhalb Europas verarbeiten zu müssen. Zudem prüft die Telekom eine Beteiligung an den von der EU geplanten KI-Gigafabriken.
Das ist strategisch sinnvoll. Europäische Unternehmen suchen Alternativen zu den dominierenden US-Cloudanbietern, insbesondere wenn Datenschutz, regulatorische Vorgaben oder die Kontrolle über geschäftskritische Daten im Vordergrund stehen. Gleichzeitig verfügt die Telekom bereits über Rechenzentren, Unternehmenskunden und sichere Netzinfrastruktur.
Finanziell ist die Bedeutung bislang allerdings überschaubar. T-Systems steigerte den Umsatz im zweiten Quartal organisch um 5,7% auf 1,1 Milliarden €, während das bereinigte EBITDA nach Leasing um 5,3% auf 99 Millionen € wuchs. Der Auftragseingang sank jedoch um 13,4% auf 998 Millionen €. Der KI-Investorentag muss deshalb vor allem konkrete Kunden, Auslastungsziele und Renditeerwartungen liefern.
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Gewinn und Dividende sollen weiter steigen
Das klassische Telekommunikationsgeschäft entwickelt sich solide. Im zweiten Quartal erhöhte sich der Konzernumsatz organisch um 3,3% auf 29,9 Milliarden €. Das bereinigte EBITDA nach Leasing stieg um 7,3% auf 11,8 Milliarden €, während der bereinigte Nettogewinn um 11,1% auf 2,8 Milliarden € zulegte.
Für 2026 erwartet das Management weiterhin ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von rund 2,20 €. Bis 2027 soll dieser Wert auf etwa 2,50 € steigen. Der Umsatz soll mittelfristig durchschnittlich um 4% und das bereinigte EBITDA nach Leasing um 4 bis 6% pro Jahr wachsen.
Auch der freie Cashflow liefert Spielraum. Nach 5 Milliarden € im zweiten Quartal rechnet die Telekom für das Gesamtjahr inzwischen mit rund 20 Milliarden €. Gleichzeitig wurde das laufende Aktienrückkaufprogramm auf bis zu 5 Milliarden € aufgestockt.
Für das Geschäftsjahr 2025 zahlte der Konzern 1 € je Aktie – nach 0,90 beziehungsweise 0,77 € in den beiden vorherigen Jahren. Die aktuelle Dividendenrendite liegt damit bei rund 3,5%. Da weiterhin 40 bis 60% des bereinigten Gewinns je Aktie ausgeschüttet werden sollen, dürfte eine Zielerreichung von 2,50 € bis 2027 weitere Dividendenerhöhungen ermöglichen.
Analysten sehen bis zu 43 €
Das erwartete KGV der Deutsche-Telekom-Aktie liegt derzeit bei rund 12. Für einen Konzern mit planbarem Umsatz, steigenden Gewinnen und einem enormen freien Cashflow erscheint das günstig. Zu berücksichtigen sind allerdings die hohe Abhängigkeit von T-Mobile US und eine Nettoverschuldung einschließlich Leasingverbindlichkeiten von zuletzt rund 138 Milliarden €.
Goldman Sachs nennt ein Kursziel von 40 €. Der aktuelle Analystenkonsens liegt bei 36,93 €, während die Schätzungen von 32 bis 43 € reichen. Selbst das durchschnittliche Ziel verspricht vom derzeitigen Kurs aus knapp 30% Potenzial.
ℹ️ Deutsche Telekom in Kürze
- Die Deutsche Telekom (WKN: 555750) gehört zu den weltweit führenden Konzernen für Telekommunikations- und Informationstechnologie. Die Leistungen sind sehr breit gefächert, von der Breitbanktelefonie, Mobilfunk sowie TV oder komplexe ICT-Lösungen bietet der Konzern alles aus einer Hand an.
- Das Unternehmen mit Hauptsitz in Bonn ist weltweit in 50 Ländern tätig. Mit der Tochter T-Mobile US gehört es zu den führenden Telekommunikationsanbietern in den USA.
- Die Marktkapitalisierung der im DAX gelisteten Aktie beträgt rund 139 Milliarden €.
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Fazit
Die Deutsche Telekom verbindet inzwischen verlässliches Gewinnwachstum mit steigenden Dividenden und umfangreichen Aktienrückkäufen. Gelingt es dem Konzern, auch seine KI-Infrastruktur profitabel auszulasten, könnte sich der Bewertungsabschlag weiter verringern. Bei einem erwarteten KGV von rund 12 halte ich die Aktie langfristig für attraktiv – 43 € bleiben ambitioniert, sind aber nicht völlig unrealistisch.