BYD-Aktie: Zieht der Kurs endlich an?
BYD will in Europa groß werden
Die BYD-Aktie bereitet Anlegern in diesem Jahr wahrlich keine Freude. Ein Kursverlust von rund -14% steht zu Buche. Am Freitag ging das Papier in Deutschland bei rund 9 € aus dem Handel.
In der vergangenen Woche ist aber noch einmal etwas deutlich geworden, was dem Kurs womöglich alsbald auf die Sprünge helfen könnte: BYD meint es ernst mit dem Absatz seiner Fahrzeuge in Europa.
Der Konzern wird langfristig voraussichtlich drei Autofabriken und zusätzlich ein Batteriewerk auf dem Kontinent benötigen. Das sagte Europa-Berater Alfredo Altavilla. Das erste Werk im ungarischen Szeged steht bereits vor dem Produktionsstart. Ein zweiter Standort soll noch in diesem Jahr ausgewählt werden. Spanien und Frankreich gelten dabei als mögliche Kandidaten.
Auf der IAA Transportation kündigte der Konzern ferner an, ab kommendem Jahr schwere Elektro-Lkw in Europa anzubieten und später auch lokal zu produzieren. Damit nimmt BYD nun einen Markt ins Visier, der bislang vor allem von Daimler Truck, Traton und Volvo dominiert wird.
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Ausland gleicht China immer stärker aus
Im chinesischen Heimatmarkt läuft es für BYD bekanntlich weiterhin zäh. Der Wettbewerb ist brutal, die Preisschlachten drücken auf die Margen und die Nachfrage entwickelt sich schwächer als noch vor wenigen Jahren.
Dafür explodiert jedoch das Auslandsgeschäft beinahe. Im August verkaufte BYD weltweit rund 440.000 Fahrzeuge. Das waren knapp 18% mehr als im Vorjahr.
Entscheidend war allerdings, woher dieses Wachstum kam: Die Exporte haben sich mehr als verdoppelt und erreichten einen neuen Rekord. Rund 43% aller im August verkauften Fahrzeuge gingen inzwischen ins Ausland.
Warum bewegt sich die Aktie kaum?
Anleger fragen sich natürlich vollkommen zurecht angesichts der aufgezeigten Entwicklung: Warum bewegt sich die BYD-Aktie kaum? Die Antwort könnte lauten: Weil Investoren offenbar derzeit zwischen zwei Geschichten festhängen.
Auf der einen Seite steht ein chinesischer Autobauer mit schwächerem Heimatgeschäft und erheblichem Preisdruck. Auf der anderen Seite entsteht allmählich ein globaler Hersteller, der in Europa, Südamerika und Asien immer größere Marktanteile gewinnt.
Welche dieser beiden Geschichten sich durchsetzen wird, entscheidet wohl letztlich über die weitere Kursentwicklung. Aktuell überwiegt an der Börse noch die Skepsis.
Moderate Bewertung
Es ist immer eine schwierige und letztlich mitentscheidende Frage: Ist eine Aktie günstig oder (zu) teuer? Aktuell muss man der BYD-Aktie bescheinigen, dass sie mit einem KGV von 16,6 und einem Forward-KGV 2027 von 12,6 moderat bewertet ist.
Fundamental gefällt mir die BYD-Aktie auf diesem Kursniveau besser als oberhalb von 10 €.
Charttechnisch bleibt die Lage allerdings angespannt. Der Titel müsste den Widerstand bei 9,20-9,30 € überwinden und letztlich natürlich die wichtige Kursmarke von 10 € zurückerobern. Auf der Unterseite findet sich eine Unterstützung im Bereich 8,60-8,70 €.
ℹ️ BYD in Kürze
- BYD („Build your dreams“) (WKN: A0M4W9) ist ein chinesischer Mischkonzern, der vor allem im Bereich der Herstellung von Akkumulatoren und Automobilen tätig ist.
- Der im chinesischen Shenzhen ansässige Konzern stieg 2023 zum weltgrößten Hersteller von Elektroautos auf.
- BYD kommt aktuell auf eine Marktkapitalisierung von rund 714 Milliarden HK$ und zählt damit zu den wertvollsten Automobilkonzernen Chinas.
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Fazit
Kann oder sollte man sogar die BYD-Aktie jetzt kaufen? Investoren behandeln BYD offenbar noch wie einen chinesischen Hersteller mit einem China-Problem – und genau in diesem Denkfehler könnte meiner Meinung nach die Chance für Anleger liegen.
BYD muss längst nicht mehr beweisen, dass es außerhalb Chinas Autos verkaufen kann. Das passiert längst. Der Konzern muss zeigen, dass daraus dauerhaft profitables Wachstum wird. Und ich glaube, genau das wird den Chinesen gelingen.
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