Salzgitter-Aktie: Nach starker Rallye noch Potenzial?
Gelungener Jahresauftakt
Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres konnte Salzgitter die Profitabilität deutlich steigern. Ein wesentlicher Teil der Ergebnisverbesserung stammt allerdings aus der at-Equity-Beteiligung an Aurubis AG. Nach Unternehmensangaben belief sich dieser Beitrag auf 147 Millionen €.
Die wichtige Ertragskennzahl EBITDA stieg um 150 % auf 195,6 Millionen €. Aus einem EBT-Verlust von 27,3 Millionen € im Vorjahreszeitraum wurde ein Gewinn von 95,3 Millionen €. Unter dem Strich erzielte der Konzern statt eines Verlustes von 34,6 Millionen € nun einen Nettogewinn von 81,9 Millionen €.
Der Umsatz lag mit 2,3 Milliarden € leicht über dem Vorjahresniveau. Während sich die Bereiche Stahlverarbeitung und Technologie positiv entwickelten, verliefen Stahlerzeugung und Handel schwächer.
Deutlich verbessert hat sich auch die Kapitalrendite: Die Verzinsung des eingesetzten Kapitals (ROCE) stieg von -0,5 % auf 11,6 %.
Insgesamt fiel der Quartalsbericht vom 12. Mai überzeugend aus – insbesondere auf der Ergebnisseite. Das Effizienzprogramm „P28“ steuerte allein 43 Millionen € zur Ergebnisverbesserung bei.
Finanzvorständin Birgit Potrafki kommentierte:
Der Start in das Geschäftsjahr 2026 war trotz der immensen Herausforderungen aus der Geopolitik ermutigend. Es ist besonders erfreulich, dass sämtliche Geschäftsbereiche zur Ergebnisverbesserung beitrugen.
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Prognose deutlich angehoben
Aufgrund der starken Entwicklung im ersten Quartal hob der Konzern seine Jahresprognose an.
Für das EBITDA werden nun 625 bis 725 Millionen € erwartet, nachdem zuvor 500 bis 600 Millionen € prognostiziert worden waren. Beim Vorsteuerergebnis (EBT) wurde die Zielspanne von bislang 75 bis 175 Millionen € auf nunmehr 200 bis 300 Millionen € angehoben.
Die Eigenkapitalrendite (ROCE) soll ebenfalls über dem Vorjahreswert von 1,2 % liegen.
Gleichzeitig verweist das Management weiterhin auf erhebliche geopolitische Unsicherheiten, weshalb die Prognose ausdrücklich unter Vorbehalt steht.
Stahlgeschäft nur gering bewertet?
Ein wesentlicher Teil der Unternehmensbewertung entfällt auf die Beteiligung an Aurubis AG, an der Salzgitter rund 30 % hält.
Der aktuelle Wert dieses Anteils beläuft sich auf etwa 2,6 Milliarden € und entspricht damit rund 90 % der gesamten Marktkapitalisierung von Salzgitter.
Das operative Stahlgeschäft wird damit vom Markt vergleichsweise niedrig bewertet. Angesichts der verbesserten Ertragslage sowie der positiven Effekte des Effizienzprogramms könnte hierin weiteres Potenzial liegen.
- Die Salzgitter AG gehört zu den führenden Stahlkonzernen in Europa und ist international tätig.
- Neben dem klassischen Stahlgeschäft ist der Konzern breit aufgestellt und verfügt über insgesamt rund 150 Beteiligungen.
- Der Hauptsitz befindet sich in Salzgitter, darüber hinaus zählen 204 Standorte in 35 Ländern zum Gesamtkonzern.
- Die Aktie ist im SDAX gelistet, der Börsenwert beträgt aktuell rund 3 Milliarden €.
Fazit
Nach der starken Kursentwicklung erscheint das weitere Aufwärtspotenzial der Aktie jedoch zunehmend begrenzt. Viele positive Faktoren dürften bereits im Kurs berücksichtigt sein. Ein fairer Wert liegt aus heutiger Sicht im Bereich von etwa 60 €.
Zudem bleibt das Branchenumfeld schwierig: Die europäische Stahlindustrie leidet weiterhin unter Überkapazitäten, Importdruck und internationalen Handelskonflikten.
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