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Salesforce-Aktie: Wie tief denn noch?

Neues 3-Jahrestief

2026 könnte ein bitteres Jahr für die Salesforce-Aktie werden. Seit Jahresbeginn hat der weltgrößte CRM-Softwarekonzern bereits ein Drittel seines Börsenwerts eingebüßt. Zur Wochenmitte fiel der Aktienkurs abermals um über -3% auf ein neues 3-Jahrestief. Warum verabschieden sich Anleger in Scharen von Salesforce und wie tief kann der Kurs denn noch sinken?

POZNAN, POL - JAN 6, 2021: Laptop computer displaying logo of Salesforce.com, an American cloud-based software company. It provides customer relationship management (CRM) service
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Die Befürchtungen der Bären

Der gestrige Kursrückgang hat einen trivialen Grund. Es handelte sich um den Ex-Dividende-Tag. Der Kurs der Salesforce-Aktie wurde demnach um die Gewinnausschüttung in Höhe von 0,44 US$ gekürzt.

Für die miserable Performance der Salesforce-Aktie in den letzten Monaten muss man aber eine andere Erklärung suchen und findet die Antwort im Stichwort „SaaSpocalypse“. Hinter diesem Begriff verbirgt sich die jüngste Angst der Börse, dass Software-as-a-Service-Unternehmen wie Salesforce eine massive Disruption durch Künstliche Intelligenz bevorsteht.

Bei kaum einem anderen Unternehmen sind die Auswirkungen von KI auf das Geschäftsmodell so umstritten wie beim CRM-Giganten Salesforce. Die Befürchtungen der Bären gehen in zwei Richtungen:

Zum einen glauben sie, dass KI-Modelle bald so mächtig sein werden, dass sie Aufgaben im Hintergrund erledigen, die bisher von Menschen über die CRM-Benutzeroberfläche von Salesforce gesteuert wurden. Wenn Software unsichtbar für den Benutzer wird, sinkt selbstverständlich auch ihr wahrgenommener Wert.

Zum anderen gehen die Bären davon aus, dass vor allem jüngere und kleinere Unternehmen zunehmend dazu übergehen werden, CRM-Funktionen selbst über KI-Tools zu entwickeln. Vibe Coding ermöglicht es inzwischen selbst Laien, einfache Prozesse über KI zu automatisieren. Diese Entwicklung schwächt die Kundenbindung und erschwert die Neukundengewinnung von Salesforce.

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Das entgegnen die Bullen

Die Bullen halten den Bären entgehen, dass Salesforce längst Künstliche Intelligenz in seine CRM-Plattform integriert hat. Die KI-Marke „Einstein“ ist tief in alle Produkte verwoben und macht CRM-Eigenentwicklungen durch Kunden ihrer Meinung nach völlig überflüssig.

Zudem genießt Salesforce nach Einschätzung der Bullen zwei Vorteile. Mit über 50 Billionen verwalteten Datensätzen hat der Konzern einen gewaltige Datenschatz, den Unternehmen nicht so einfach auf KI-Modelle übertragen können. Und Salesforce besitzt seit jeher sehr starke Beziehungen zu Großkonzernen, bei denen die Gefahr eines Wechsels zu „selbstgestrickten“ CRM-KI-Tools wesentlich geringer ist.

Neues 3-Jahrestief

Das Chartbild der Salesforce-Aktie ist düster. Das Ende Februar aufgestellte 3-Jahrestief bei 178 US$ wurde gestern aufgrund des Dividendenabschlags nach unten durchbrochen. Nun droht der Tech-Titel ein weiterer Einbruch bis zum nächsten Support im Bereich zwischen 162 und 165 US$.

Gründe, ein Bär zu sein

Die Börse scheint derzeit eher auf Seite der Bären zu stehen und das tue ich auch. Kein Frage: Salesforce ist immer noch ein mit rund 10% pro Jahr solides wachsendes und mit einer operativen Marge von über 20% hochprofitables SaaS-Unternehmen.

Aber der Software-Konzern sieht meiner Meinung nach schwierigen Zeiten entgegen. Vor allem jüngere und mittelgroße Unternehmen werden angesichts wettbewerbsfähiger und preiswerter Alternativen keine große Bereitschaft mehr haben, hohe Lizenzgebühren für das komplexe Salesforce-CRM zu zahlen.

Die Entwicklung von KI vollzieht sich in einem so rasanten Tempo, dass zum jetzigen Zeitpunkt überhaupt keine Vorstellung davon herrscht, zu welchen Dingen sie in den kommenden Jahren in der Lage sein wird. Diese Unsicherheit wird die Salesforce-Aktie auf Monaten und Jahre hinaus belasten.

Mit einem Forward-KGV von nicht einmal 15 notiert die Salesforce-Aktie derzeit auf einem historisch günstigen Bewertungsniveau. Aber das aus gutem Grund.

Wir sprechen hier über ein Unternehmen, dass sein größtes Wachstum längst hinter sich hat und es nun mit einem hochgefährlichen Gegner zu tun bekommt. Wenn ich die Wahl zwischen Salesforce und KI-Alternativen habe, würde ich an der Börse eher auf Letztere setzen.

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ℹ️ Salesforce in Kürze

  • Salesforce (WKN: A0B87V) mit Sitz in San Francisco ist der weltweit führende Anbieter von Customer Relationship Management Software-Lösungen (Unternehmenssoftware für das Management von Kundenbeziehungen).
  • Der Konzern bietet Unternehmen jeder Größe Cloud-basierte Lösungen in den Bereichen Kundenservice, Marketing und Vertrieb.
  • Der im Dow Jones gelistete Software-Konzern ist an der Börse ca. 163 Milliarden US$ wert.
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