Salesforce-Aktie: Was passiert nach diesen Zahlen?
Der US-Cloudsoftwarekonzern Salesforce hat mit seinen jüngsten Geschäftszahlen operativ überzeugt – an der Börse jedoch für Ernüchterung gesorgt. Obwohl Umsatz und Gewinn die Erwartungen übertrafen, verlor die Aktie nachbörslich rund vier Prozent. Die Reaktion zeigt: Investoren blicken derzeit weniger auf die Vergangenheit als auf die Wachstumsperspektiven im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz.
Salesforce präsentierte nach US-Börsenschluss solide Ergebnisse für das vierte Quartal sowie das gesamte Geschäftsjahr 2026. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 3,81 US-Dollar und damit deutlich über den Analystenschätzungen von rund 3,05 Dollar. Auch beim Umsatz konnte das Unternehmen mit etwa 11,2 Milliarden Dollar leicht positiv überraschen.
Auf Jahressicht erzielte Salesforce einen Gewinn von 12,52 Dollar je Aktie bei einem Umsatz von rund 41,5 Milliarden Dollar – ebenfalls über den Markterwartungen und klar über dem Vorjahresniveau.
Damit bestätigte der SAP-Konkurrent seine operative Stärke und setzte seine Strategie höherer Profitabilität erfolgreich fort. Mehrere Analysten sprachen entsprechend von „starken Zahlen“, wie auch Marktberichte hervorheben.
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Rekordergebnis trifft auf enttäuschenden Ausblick
Trotz der guten Vergangenheit fiel die Börsenreaktion negativ aus. Ausschlaggebend war vor allem der Ausblick: Für das Geschäftsjahr 2027 erwartet Salesforce einen Umsatz zwischen 45,8 und 46,2 Milliarden Dollar – ein Wachstum von etwa zehn bis elf Prozent.
Diese Prognose blieb jedoch hinter den Erwartungen vieler Investoren zurück. Die Aktie gab daraufhin im nachbörslichen Handel um rund vier bis fünf Prozent nach.
Das Handelsblatt spricht in diesem Zusammenhang von einem „Rekordergebnis“, bei dem allerdings der Ausblick enttäuschte und die Marktreaktion dominierte.
KI-Sorgen bleiben zentraler Belastungsfaktor
Ein wesentlicher Grund für die Skepsis liegt in der Rolle der Künstlichen Intelligenz. Zwar treibt Salesforce seine KI-Strategie – etwa mit der Plattform „Agentforce“ – aggressiv voran, doch Anleger zweifeln weiterhin daran, ob das Unternehmen langfristig gegen neue KI-native Wettbewerber bestehen kann.
Der Umsatzausblick konnte laut Marktbeobachtern die Sorgen über mögliche strukturelle Veränderungen durch KI nicht zerstreuen.
Auch die Finanz und Wirtschaft betont, dass Salesforce die Befürchtungen einer KI-Bedrohung nicht ausreichend ausräumen konnte – ein entscheidender Faktor für den Kursrückgang. Gleichzeitig wächst der Druck durch neue Technologien, die klassische Softwaremodelle verändern könnten.
Gute operative Dynamik – aber höhere Erwartungen
Dabei gibt es durchaus positive Signale: KI-Produkte entwickeln sich dynamisch, und die jährlichen wiederkehrenden Umsätze entsprechender Angebote wachsen stark. Dennoch reicht das offenbar nicht aus, um Investoren kurzfristig zu überzeugen.
Der Markt hatte offenbar mehr erwartet – entweder eine stärkere Beschleunigung des Wachstums oder klarere Belege dafür, dass Salesforce zu den langfristigen Gewinnern der KI-Transformation gehört. Genau hier liegt laut Der Aktionär das Spannungsfeld: starke Zahlen, aber eine Reaktion, die zeigt, wie hoch die Erwartungen inzwischen sind.
Börse bewertet Zukunft statt Vergangenheit
Die Kursreaktion verdeutlicht ein bekanntes Muster an den Kapitalmärkten: Gute Ergebnisse allein reichen nicht mehr aus, wenn die Wachstumsperspektiven als zu vorsichtig gelten. Besonders im Softwaresektor, der stark von KI-Narrativen geprägt ist, reagieren Anleger sensibel auf jede Abschwächung im Ausblick.
CEO Marc Benioff zeigte sich dennoch gelassen und verwies darauf, dass Salesforce bereits frühere Branchenumbrüche überstanden habe.
Fazit
Salesforce liefert operativ weiterhin überzeugende Ergebnisse und steigert Profitabilität sowie Umsatz stabil. Doch an der Börse zählt derzeit vor allem die Frage, wie stark das Unternehmen vom KI-Boom profitieren kann.
Die rund vierprozentige nachbörsliche Kursreaktion ist daher weniger ein Urteil über die aktuellen Zahlen als über die Zukunftserwartungen. Anleger verlangen klare Wachstumsimpulse – und genau hier muss Salesforce in den kommenden Quartalen liefern.
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ℹ️ Salesforce in Kürze
- Salesforce (WKN: A0B87V) mit Sitz in San Francisco ist der weltweit führende Anbieter von Customer Relationship Management Software-Lösungen (Unternehmenssoftware für das Management von Kundenbeziehungen).
- Der Konzern bietet Unternehmen jeder Größe cloudbasierte Lösungen in den Bereichen Kundenservice, Marketing und Vertrieb.
- Der im Dow Jones gelistete Software-Konzern ist an der Börse ca. 182,5 Milliarden US$ wert.