Rolls-Royce-Aktie: Geht die Rekordjagd weiter?

Starker Jahresauftakt

Die Rolls-Royce-Aktie ist furios ins neue Jahr gestartet und notiert nach vier Handelstagen schon wieder mit fast +10% im Plus. Was treibt den Kurs an und wie sollten sich Anleger nun verhalten?

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Ein weiteres Top-Jahr

Der britische Triebwerksbauer und Rüstungskonzern hat ein weiteres starkes Jahr hinter sich. Mit Kurszuwächsen von über +100% belegte die Aktie den 6. Platz im britischen Leitindex FTSE 100. Auch im Jahr zuvor hatte sich der Aktienkurs annähernd verdoppelt. 2023 ging es sogar um mehr als +200% hinauf. Können Anleger in 2026 mit einer ähnlich starken Performance rechnen.

Der Grundstein für eine weitere Kursrallye wurde jedenfalls schon einmal gelegt, denn die Aktie ist mit hohen Gewinnen ins neue Jahr gestartet und konnte in vier Handelstagen bereits drei neue Rekordhochs markieren.

Venezuela-Krise treibt Rüstungswerte

Einerseits profitiert der Anteilsschein vom positiven Marktumfeld, denn auch der FTSE 100 erreichte als Benchmark-Index neue Rekorde. Darüber hinaus sorgen die Ereignisse in Venezuela für Kaufdruck bei Rüstungswerten. In der Nacht auf Samstag hatten die USA ihre Drohungen wahrgemacht und das südamerikanische Land angegriffen.

Dabei wurden Machthaber Nicolás Maduro und seine Ehefrau gefangen genommen und in die USA gebracht, wo sie sich wegen diverser Verbrechen vor Gericht verantworten müssen.

Doch Venezuela ist nicht der einzige geopolitische Krisenherd. Auch zwischen Israel und dem Iran nehmen die Spannungen wieder zu. Dazu kommen die Spannungen zwischen China und Taiwan sowie der Krieg in der Ukraine, dessen Ende weiterhin nicht absehbar ist.

Anleger haben also guten Grund, weiter in Rüstung zu investieren, zumal die europäische Aufrüstungsoffensive noch viele Jahre andauern dürfte.

Zahlreiche Wachstumstreiber

Doch Verteidigung ist nicht der einzige Treiber für Rolls-Royce. Im zivilen Luftfahrtgeschäft liefert das Unternehmen moderne Triebwerke für Langstreckenjets sowie Business- und Regionalfahrzeuge. Mit der Trent-Familie setzt Rolls-Royce seit Jahren Standards in Sachen Treibstoffeffizienz, Lebensdauer und Schub-Gewichts-Verhältnis.

Strategisch von großer Bedeutung sind auch die Stromversorgundsysteme des Unternehmens im Bereich Power Systems, die Diesel- und Gasmotoren, Hybridsysteme sowie Microgrids umfassen.

Eines der spannendsten Zukunftsfelder sind aber wohl die Small Modular Reactors (SMRs), die Rolls-Royce entwickelt und das Unternehmen in Zukunft als bedeutenden Anbieter von CO2-armer Grundlastenergie etablieren könnten.

Was bedeutet das für die Aktie?

Dementsprechend gibt es für Rolls-Royce gleich mehrere Katalysatoren, die die Aktie weiter nach oben treiben könnten. Zuspruch erhält der Titel auch vonseiten der Analysten, die sich überwiegend für einen Kauf aussprechen. Das höchste Kursziel stammt von der Bank of America und liegt bei 1.615 Pence.

Etwas zur Vorsicht mahnt die inzwischen recht hohe Bewertung mit einem Forward-KGV von 38, sodass sich Anleger durchaus auf zwischenzeitliche Korrekturen einstellen müssen.

Investoren mit Weitblick können bei diesem hochdiversifizierten und wachstumsstarken Technologiewert in meinen Augen aber weiterhin bedenkenlos zugreifen.

Dazu passend: Zwei must-have Aktien für die Aufrüstungswelle – unser exklusiver Report „Rüstung – Megatrend im Rohstoffsektor“ liefert die Namen.

ℹ️ Rolls-Royce in Kürze

  • Rolls-Royce (WKN: A1H81L) ist ein weltweit führendes Unternehmen im Bereich Antriebssystemen.
  • Der Konzern ist in verschiedenen Geschäftsbereichen tätig: Hierzu zählen die zivile und militärische Luftfahrt, Power Systems und Marine.
  • Das Unternehmen besitzt weltweit mehrere Standorte, darunter auch in Deutschland.
  • Rolls-Royce mit Sitz in London ist an der LSE gelistet und an der Börse derzeit rund 120 Milliarden € wert.
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