Rigel Pharmaceuticals: Geht es 2026 noch höher?
Die Aktie von Rigel Pharmaceuticals hatten wir sharedealsPlus-Nutzern erstmals im Jahr 2022 ans Herz gelegt. Der Kurs konnte seitdem über 400% zulegen und auch unser September-Update mit Verweis auf eine erneute Trading-Chance entpuppte sich als Volltreffer.
Vom Pipelineversprechen zur Ertragskraft
Vor einigen Jahren galt Rigel Pharmaceuticals vor allem als Hoffnungsträger rund um das Medikament TAVALISSE und eine vielversprechende Pipeline. Seitdem hat sich das Unternehmen deutlich verändert und sein kommerzielles Profil gezielt ausgebaut. Mit der Aufnahme von GAVRETO und REZLIDHIA in das Portfolio wurde die Abhängigkeit von einem einzelnen Produkt reduziert und der Einstieg in den Onkologie-Markt vollzogen. Diese strategischen Schritte beginnen sich nun klar in den Zahlen widerzuspiegeln.
Im dritten Quartal 2025 erzielte Rigel einen Umsatz von 69,5 Millionen US-Dollar, einen Nettogewinn von 27,9 Millionen US-Dollar sowie liquide Mittel und Investitionen in Höhe von 137,1 Millionen US-Dollar. Gleichzeitig hob das Unternehmen seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2025 auf 285 bis 290 Millionen US-Dollar an und erwartet ein kommerzielles Wachstum von 55 bis 59 Prozent gegenüber dem Vorjahr, während parallel bestehende und neue Forschungsprogramme finanziert werden.
Beschleunigtes Wachstum
Ein Blick auf die jüngste Ergebnisentwicklung zeigt eine deutliche Dynamik. Ab 2024 und bis weit ins Jahr 2025 hinein beschleunigte sich das Umsatzwachstum spürbar. Mehrere Quartale lagen über den Markterwartungen, was die operative Stärke des Unternehmens unterstreicht. Dieses Wachstum war zwar grundsätzlich antizipiert worden, die Konstanz der positiven Überraschungen verlieh der Entwicklung jedoch zusätzliches Gewicht.
Treiber des jüngsten Umsatzsprungs
Der starke Anstieg der Erlöse ist vor allem auf die Erweiterung des kommerziellen Portfolios zurückzuführen. Die Einführung von REZLIDHIA sowie die Integration von GAVRETO erforderten keine grundlegende Erweiterung der Vertriebsinfrastruktur. Mit zunehmender Marktdurchdringung stieg daher die Profitabilität überproportional, was sich sowohl im Umsatz als auch im Ergebnis je Aktie widerspiegelte.
Im dritten Quartal 2025 erreichten die Netto-Produktumsätze mit 64,1 Millionen US-Dollar einen Rekordwert und lagen 65 Prozent über dem Vorjahresniveau. Bereits zu diesem Zeitpunkt übertrafen die kumulierten Nettoverkäufe des laufenden Jahres den Gesamtumsatz von 2024. Für das Gesamtjahr rechnet das Unternehmen mit 225 bis 230 Millionen US-Dollar aus Produktverkäufen, was den Großteil des erwarteten Wachstums ausmacht.
Uneinheitliche Erwartungen für die kommenden Quartale
Für das vierte Quartal 2025 und den Jahresauftakt 2026 prognostizieren Analysten weiterhin zweistellige Wachstumsraten. Im zweiten Quartal 2026 hingegen wird sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr erwartet. Dieser Effekt ist teilweise auf eine einmalige Zahlung in Höhe von 40 Millionen US-Dollar zurückzuführen, die im Vorjahr von Eli Lilly verbucht wurde und die Vergleichsbasis verzerrt.
Auf Jahressicht rechnen Marktbeobachter für 2026 mit einem nahezu stagnierenden Umsatzwachstum, bevor in den Jahren 2027 und 2028 wieder zweistellige Zuwächse erwartet werden. Langfristig bleibt der Trend positiv, auch wenn die Schätzungen mit zunehmendem Zeithorizont schwankungsanfälliger werden.
Margendruck durch steigende Investitionen
Beim Ergebnis je Aktie zeichnet sich für 2026 ein schwierigeres Bild ab. Für mehrere Quartale wird ein deutlicher Rückgang erwartet. Als wesentlicher Grund gelten steigende Forschungs- und Entwicklungsausgaben. Mehrere Programme erreichen kapitalintensivere Phasen, darunter R289 in einer erweiterten Phase-Ib-Studie sowie neue Phase-II-Studien für Olutasidenib bei myeloischen Erkrankungen und hochgradigen Gliomen. Die Annahme liegt nahe, dass diese höheren operativen Aufwendungen kurzfristig nicht vollständig durch das kommerzielle Wachstum kompensiert werden.
Für die Folgejahre gehen Analysten jedoch wieder von einer Rückkehr zu steigenden Ergebnissen aus, was auf eine temporäre Belastung hindeutet.
Risiken trotz breiterer Umsatzbasis
Trotz der positiven Entwicklung bestehen mehrere Risiken, die das Bewertungsniveau in den kommenden Jahren belasten könnten. Kurzfristig bleibt Rigel stark von den drei kommerziellen Produkten TAVALISSE, REZLIDHIA und GAVRETO abhängig. Sollten sich Wettbewerbsdruck, Preisentwicklungen oder Änderungen in Erstattungssystemen negativ auswirken, könnten die Quartalsergebnisse empfindlich reagieren.
Darüber hinaus hängt das langfristige Wachstum maßgeblich vom klinischen Erfolg der Pipeline ab. Während die bestehenden Produkte noch Wachstumspotenzial besitzen, dürfte dieses mittelfristig in den einstelligen Prozentbereich übergehen. Ohne erfolgreiche neue Zulassungen oder ergänzende Akquisitionen könnte das Wachstum an Dynamik verlieren.
Ein weiterer Unsicherheitsfaktor liegt in der Kostenentwicklung. Sollten die operativen Ausgaben schneller steigen als die Umsätze, besteht die Gefahr, dass der Markt auf schwächere Ergebnisse überreagiert und die Aktie vorübergehend unter Druck gerät.
Ausblick auf ein Übergangsjahr
Das Jahr 2026 dürfte für Rigel Pharmaceuticals ein Jahr des Übergangs werden. Während die kommerzielle Entwicklung weiter voranschreitet, ist gleichzeitig mit einer temporären Abschwächung der Ergebniskennzahlen zu rechnen. Entscheidend wird sein, ob das Unternehmen die operative Balance zwischen Wachstum und Investitionen wahrt und klinische Fortschritte glaubhaft kommuniziert.
Mit einer profitablen Basis und einem Liquiditätspolster von über 137 Millionen US-Dollar verfügt Rigel über ausreichend Spielraum, um auch ein anspruchsvolleres Jahr zu überstehen und strategische Optionen offen zu halten. Geduld und ein langfristiger Blick bleiben damit zentrale Faktoren für die Bewertung der Aktie.
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