Rheinmetall-Aktie: Sind die fetten Jahre vorbei?

Im Konsolidierungsmodus

Die Rheinmetall-Aktie tendiert zum Wochenauftakt leicht höher bei 1.626 € und knüpft damit an den guten Wochenabschluss vom Freitag an, als es für den Kurs um fast +2% nach oben gegangen war. Trotzdem scheint nach Jahren hoher Kursgewinne die Luft aktuell etwas raus zu sein. Sollten Anleger die aktuelle Schwächephase für Käufe nutzen?

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Jahresanfangsgewinne verpufft

Auch das laufende hatte für die deutsche Rüstungsaktie eigentlich sehr positiv begonnen. Aufgrund der geopolitischen Spannungen und der US-Militäroperation in Venezuela zogen die Kurse in der ersten Januarhälfte kräftig an, drehten zur Monatsmitte aber wieder nach unten ab und das kurz vor Erreichen der 2.000-€-Marke.

In einem volatilen und von Korrekturen geprägten Marktumfeld gab das Papier bis Anfang Februar wieder sämtliche Gewinne ab.

Apropos Rüstungsbedarf: Unser Report „Rüstung – Megatrend im Rohstoffsektor“ zeigt zwei Top-Aktien, die von der globalen Aufrüstungswelle profitieren – darunter ein US-geförderter Schlüsselplayer.

Münchener Sicherheitskonferenz als Impulsgeber?

Frische Impulse hatten sich Marktteilnehmer nun von der Münchener Sicherheitskonferenz erhofft, die vom 13. bis zum 15. Februar dauerte. Denn in den letzten beiden Jahren konnte die Aktie rund um dieses Ereignis deutlich zulegen.

Doch obwohl die Konferenz einmal mehr gezeigt hat, dass Europa vor dem Hintergrund der neuen US-Außenpolitik und der geopolitischen Weltlage mehr für die eigene Sicherheit tun muss und an einer beschleunigten massiven Aufrüstung nicht vorbeikommen wird, reagieren Rüstungswerte wie Rheinmetall, Hensoldt & Co. diesmal deutlich zurückhaltender als noch in den vergangenen Jahren.

Das wirft die Frage auf, ob die Aktien ihr Potenzial bereits weitestgehend ausgeschöpft haben.

Operativ steht Rheinmetall weiterhin sehr gut da. Mit einem Auftragsbestand von über 50 Milliarden € und einem erwarteten Umsatz von rund 13,6 Milliarden € für 2026 ist der Konzern in den nächsten Jahren sehr stark ausgelastet.

Das belastet den Kurs

Als Belastung erwiesen sich zuletzt Aussagen des Managements auf einem Analystenbriefing im Vorfeld der Quartalszahlen, die wohl etwas pessimistischer ausgefallen sind. Daraufhin schraubten mehrere Experten ihre Erwartungen und auch die Kursziele etwas nach unten.

Hinzu kommt, dass der Bundestag jüngst ein millionenschweres Laserwaffenprojekt gestoppt hat, das Rheinmetall gemeinsam mit MBDA Deutschland entwickelte. Ziel war es, bis 2029 ein serienreifes Hochenergie-Lasersystem zur Drohnenabwehr bereitzustellen.

Die Kursschwäche zum Kauf  nutzen?

Trotz dieser kurzfristigen Belastungsfaktoren bleibe ich langfristig weiter bullisch gestimmt, was die Rheinmetall-Aktie betrifft, und sehe vor allem die steigenden Ausgaben der Nato-Länder, den Aufrüstungszyklus in Europa und das 100 Milliarden € große Sondervermögen für die Bundeswehr als Kurstreiber an.

Allerdings sollten Anleger wohl nicht mehr mit den außergewöhnlich hohen Renditen rechnen, die der DAX-Titel in den vergangenen Jahren erzielt hatte.

Charttechnisch befindet sich die Aktie weiterhin in einer Konsolidierung. Bullisch aufgelöst würde diese bei einem nachhaltigen Sprung über die 2.000-€-Marke. Deutlich eintrüben würde sich das Chartbild, wenn der Kurs unter die zentrale Unterstützung bei 1.410/1.500 € rutscht.

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ℹ️ Rheinmetall in Kürze

  • Rheinmetall (WKN: 703000) ist ein deutscher Rüstungskonzern und Automobilzulieferer mit Sitz in Düsseldorf.
  • Nach Airbus ist Rheinmetall der zweitgrößte deutsche Hersteller von Rüstungsgütern.
  • Schwerpunkte der Waffenproduktion sind militärische Rad- und Kettenfahrzeuge wie Kampf- und Schützenpanzer sowie Munition.
  • Seit Anfang 2023 ist der Konzern Mitglied im deutschen Leitindex DAX und 73,8 Milliarden € wert.
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