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Rheinmetall-Aktie: Darum ziehen sich Anleger zurück

Trotz Nahost-Eskalation im Rückwärtsgang

Die Rheinmetall-Aktie neigt weiterhin zur Schwäche. Trotz der Krise im Nahen Osten und der angespannten geopolitischen Lage will der Kurs einfach nicht anspringen. Ganz im Gegenteil: In dieser Woche hat der DAX-Wert sogar über -4% verloren und ist dabei unter die Marke von 1.600 € gerutscht. Das steckt hinter der Kursflaute und so könnte es jetzt weitergehen.

Eine militärische Waffenfabrik mit Reihen von Schusswaffen, Panzern und schwerer Artillerie, die zusammengebaut werden und den industriellen Maßstab der militärischen Produktion verdeutlichen.
stock.adobe.com/WITTAYA ANGMUJCHA

Darum profitiert Rheinmetall nicht

Viele Marktteilnehmer hatten erwartet, dass auch europäische Rüstungswerte von der Eskalation im Nahen und Mittleren Osten profitieren würden. Doch die Marktreaktion fiel enttäuschend aus. Zwar zog der Kurs am Montag zunächst noch spürbar an, doch kehrte sich diese Entwicklung nach einer bärischen Ablehnung an der 200-Tage-Linie (SMA200) im Tagesverlauf wieder um. Seither zeigt der Trend tendenziell nach unten.

Der Hauptgrund für die Kursschwäche dürfte in der Art der militärischen Auseinandersetzung liegen, da es sich hierbei vor allem um einen Luft- und Fernlenkwaffenkrieg handelt. Gefragt sind daher besonders Rüstungstechnologien im Bereich Raketen- und Drohnenabwehr sowie Marschflugkörper wie der Tomahawk und Stealth-Plattformen.

Die Kernkompetenzen von Rheinmetall  liegen dagegen klar im Bereich Panzer und schwerer Landfahrzeuge, die in diesem Konflikt keinen wirklichen Nutzen haben. Zwar hat Israel im südlichen Libanon eine Bodenoffensive gestartet, eine solche ist für den Iran aber nicht geplant, weder durch Israel noch die USA. Damit stellt sich die Situation aus Sicht der Deutschen ganz anders dar als im Ukraine-Krieg.

Hinzu kommt, dass die betroffenen Länder in der Golfregion keine großen Verflechtungen mit dem Düsseldorfer Rüstungsgiganten haben und eher US-Technologien nachfragen. Das führt dazu, dass der Konflikt vor allem den großen Rüstungsunternehmen in den Vereinigten Staaten in die Karten spielt, während Rheinmetall und andere Rüstungswerte in Europa die allgemeine Marktschwäche zu spüren bekommen.

Am Rande erwähnt: Die globale Aufrüstung treibt die Nachfrage nach kritischen Rohstoffen – unser exklusiver Report „Rüstung – Megatrend im Rohstoffsektor“ identifiziert zwei Unternehmen, die von dieser Entwicklung maximal profitieren werden.

Zurückhaltung vor den Zahlen

Davon abgesehen üben sich Anleger vor den Quartalszahlen am 11. März in Zurückhaltung und wollen diesen nicht vorgreifen. Zumal Aussagen des Managements auf einem Analystenbriefing im Vorfeld der Zahlen etwas pessimistischer ausgefallen sein sollen. Daraufhin haben mehrere Experten ihre Erwartungen und auch die Kursziele etwas nach unten geschraubt.

Erwartet werden Umsätze von 4,06 Milliarden € sowie ein bereinigter Gewinn je Aktie von 18,81 €. Im Fokus stehen dürften aber wie gesagt auch eher die weiteren Aussichten. Rheinmetall sitzt zwar auf prall gefüllten Orderbüchern, allerdings erstrecken sich die Aufträge teils über mehrere Jahre und schlagen sich daher nicht unmittelbar in den Umsätze und Gewinnen nieder.

Was bedeutet das für die Aktie?

Nichtsdestotrotz bleibt das Gros der Analysten bullisch gestimmt, was das weitere Kurspotenzial der Rheinmetall-Aktie angeht. Im Durchschnitt sehen sie das Papier mit 2.180 € fair bewertet, was einem Upside-Potenzial von fast +40% entspricht.

Auch ich denke, dass die Aktie langfristig noch über Upside-Potenzial verfügt, da die Verteidigungsausgaben weltweit ansteigen und ein Rüstungs-Superzyklus im Gange ist. Die fetten Jahre sind meiner Meinung nach aber trotzdem vorbei.

Kurzfristig würde ich davon abraten, die Aktie zu kaufen, da es bei anhaltenden Marktkorrekturen infolge des Iran-Krieges auch für Rheinmetall weiter abwärts gehen könnte. Vor den Zahlen drängt sich ein Investment ohnehin nicht auf, da es zuletzt auch bei der deutschen Konkurrenz von Renk und Hensoldt im Anschluss zu einem Abverkauf gekommen war.

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ℹ️ Rheinmetall in Kürze

  • Rheinmetall (WKN: 703000) ist ein deutscher Rüstungskonzern und Automobilzulieferer mit Sitz in Düsseldorf.
  • Nach Airbus ist Rheinmetall der zweitgrößte deutsche Hersteller von Rüstungsgütern.
  • Schwerpunkte der Waffenproduktion sind militärische Rad- und Kettenfahrzeuge wie Kampf- und Schützenpanzer sowie Munition.
  • Rheinmetall ist Mitglied in den Leitindizes DAX und EuroStoxx 50. Der Börsenwert liegt aktuell bei rund 80 Milliarden €.
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