Porsche-Vorzugsaktie: Kommt jetzt die Kurserholung?
Die Porsche-Aktie bewegt sich auf Jahressicht sehr volatil. Auch im neuen Jahr ist das der Fall. Der Iran-Angriff führte zu einem deutlichen Kursrückgang bis auf rund 37 €. Mittlerweile holte sie wieder deutlich auf. Am Donnerstag verliert sie aktuell -1,5% und steht bei 40 €. Was ist hier zu erwarten?
Zahlen wie erwartet ausgefallen
Nach dem schlechten Geschäftsjahr wurden die Erwartungen deutlich nach unten korrigiert. Die Zahlen für die ersten drei Monate entsprechen den prognostizierten Werten und liegen stellenweise im oberen Bereich.
Der Umsatz reduzierte sich um 5,2% auf 8,4 Milliarden €. Der Rückgang basiert darauf, dass deutlich weniger Einheiten abgesetzt wurden. Statt 71.470 Einheiten im Vorjahreszeitraum wurden jetzt 60.991 Einheiten verkauft. Der Anteil der reinen E-Fahrzeuge sank von 25,9 auf 19,8%.
Das operative Ergebnis reduzierte sich dementsprechend von 762 auf 595 Millionen €. Daraus ergibt sich eine operative Marge von 7,1% – im Vorjahreszeitraum lag sie bei 8,6%. Damit lag sie im oberen Bereich der Erwartungen.
Aufgrund eines strikten Kostenmanagements und geringerer Investitionen erhöhte sich der Netto-Cashflow von 198 auf 514 Millionen €. In der Summe sind die Zahlen solide ausgefallen. Die Rückgänge kamen nicht überraschend.
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Jahresprognose bestätigt
Nach dem Geschäftsverlauf in den ersten drei Monaten wurde die Jahresprognose bestätigt. Demnach wird mit einem Konzernumsatz von 35 bis 36 Milliarden € gerechnet. Die operative Umsatzrendite soll bei 5,5 bis 7,5% liegen. Beim Netto-Cashflow stehen 3 bis 5% auf dem Zettel.
2026 wird als ein weiteres Übergangsjahr bezeichnet. In den Folgejahren soll sich die neue Strategie 2035 bemerkbar machen. Demnach soll die Gewinnschwelle deutlich sinken und die Position von Porsche als führendem Sportwagenhersteller stärken. Die Sportwagen von Porsche sollen wieder begehrenswerter sein.
Bugatti-Beteiligung abgegeben
Das Joint Venture Bugatti Rimac wurde 2021 gegründet. Die kroatische Rimac Group ist mit 55% daran beteiligt, Porsche hält die restlichen 45%. Jetzt steigt Porsche vollständig aus; Käufer der Anteile ist der Finanzinvestor HOF Capital.
Ebenfalls wird die Beteiligung an Rimac in Höhe von 20,6% an mehrere Finanzinvestoren verkauft. Angaben über die Verkaufserlöse wurden seitens der Beteiligten nicht gemacht.
Dieser Verkauf ist im Hinblick auf die angespannte Situation des Sportwagenherstellers richtig.
Porsche-Chef Dr. Michael Leiters kommentierte den Verkauf so:
Mit dem Verkauf unseres Anteils zeigen wir, dass wir Porsche auf das Kerngeschäft konzentrieren werden.
Was bedeutet das für die Aktie?
Der Aktienkurs bewegte sich seit einem Jahr überwiegend in einer Range von 40 bis 45 €. Meiner Meinung nach setzt sich dieser Kursverlauf vorerst fort. Mittelfristig rechne ich wieder mit steigenden Kursen.
Die Lage bei dem Sportwagenhersteller bleibt weiterhin angespannt. Die größten Baustellen bleiben der Absatz sowie die Anpassung der Kapazitäten. Die neue Strategie 2035 wird sich erst im nächsten Geschäftsjahr deutlicher auswirken.
Die Analysten teilen diese Einschätzung mehrheitlich; deren mittleres Kursziel liegt bei 42 €. Lediglich JP Morgan mit 50 € ist deutlich zuversichtlicher.
Mein Fazit: Momentan spricht wenig für einen Einstieg in die Aktie. Ein schneller Kursanstieg ist vorerst nicht zu erwarten.
Ergänzend sei erwähnt: Gerade in unsicheren Marktphasen können Dividenden-Aktien als Stabilisator dienen. Diese zehn Titel kombinieren defensiven Charakter mit interessanten Kurschancen – eine Kombination, die aktuell selten geworden ist.
ℹ️ Porsche AG in Kürze
- Der Sportwagenhersteller Porsche AG (WKN: PAG911) mit Sitz in Stuttgart ist seit Ende September an der Frankfurter Börse gelistet und nicht zu verwechseln mit der ebenfalls börsennotierten Porsche Automobil Holding SE.
- Die Produktion erfolgt überwiegend in Stuttgart-Zuffenhausen sowie in Leipzig und Bratislava.
- Die im DAX notierte Vorzugsaktie kommt auf eine Börsenbewertung von 18,4 Milliarden €.