Paypal-Aktie: Die Hoffnung stirbt zuletzt – auch hier?

Neue Konkurrenz

Aktionäre der PayPal-Aktie können sich derzeit nicht über den Kursverlauf freuen. Seit Anfang des Jahres befindet sie sich im Abwärtstrend, Anfang Februar stürzte sie dann vollkommen ab. Aktuell steht sie bei 40,80 US$, damit liegt sie wieder auf dem Niveau von Anfang 2017. Was ist hier zu erwarten?

San Jose, California, USA - April 26, 2018: Exterior view of Paypal 's headquarters in Silicon Valley. PayPal Holdings, Inc. is an American company operating a worldwide online payments system.
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Neue Strategie abwarten

Nachdem das vergangene Quartal nicht wie erwartet ausfiel, tauschte das Unternehmen den CEO aus. Auf Alex Chriss, seit September 2023 im Amt, folgt Enrique Lores. Begründet wurde dieser Schritt damit, dass der Konzern unter dem bisherigen Management im Vergleich zu anderen Konkurrenten nicht weit gekommen ist.

Es bleibt jetzt abzuwarten, mit welchen neuen Ansätzen das Unternehmen wieder auf die Erfolgsspur zurückkommen will. Hier sollten jedoch keine schnellen Wunder erwartet werden. Die letzte Maßnahme, zusätzliche Erträge aus der Debit- bzw. Tap-to-Pay-Funktion, zeigte erste Erfolge.

Statt neuer Zusatzfunktionen dürfte eine Überarbeitung der Kostenstruktur wahrscheinlich sein. Hier befindet sich der Bezahlkonzern bereits mitten in einem Umbauprozess. Bis 2028 fallen hierfür rund 300 Millionen $ an Kosten an. So sollen beispielsweise 2000 Stellen abgebaut werden. Diese Zahl könnte erhöht werden. Zudem sollen neue Technologien dazu beitragen, dass durch KI die Wettbewerbsfähigkeit erhöht wird.

Die Stellschrauben für das neue Management sind somit insgesamt begrenzt.

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Europäische Konkurrenz wächst

Westeuropa will sich insgesamt von den amerikanischen Tech-Giganten unabhängiger machen. Schon mehrfach wurden neue Zahlungsdienstleister gegründet, bald danach jedoch wieder eingestellt. Die Übermacht von PayPal oder Apple-Pay war zu groß.

Mit dem neuen Zahlungsdienstleister Wero soll sich das jetzt ändern. Neben Sparkassen und Genossenschaftsbanken schlossen sich viele europäische Großbanken bei Wero an. Die Funktion soll der von Paypal ähneln. Mittlerweile ist der Dienst in vielen europäischen Ländern aktiv. Auch das Bezahlen beim Online-Shopping sowie im stationären Handel ist seit Ende 2025 möglich und wird kontinuierlich ausgebaut. Der Vorteil bei Wero ist, dass die Transaktionen sofort über das Girokonto abgewickelt werden.

Sollte sich Wero durchsetzen, ist das eine echte Alternative zu PayPal und vergrößert deren Problem zusätzlich.

Was bedeutet das für die Aktie?

Der Kursverlauf zeigt, dass das Vertrauen der Anleger in die Aktie zunehmend abnimmt. Besonders die letzten Quartalszahlen sowie der schwächere Ausblick führten zu dem massiven Kurseinbruch Anfang Februar.

Aus meiner Sicht ist vorerst nicht mit einer signifikanten Kurserholung zu rechnen. Die Zahl der Zahlungsdienstleister ist mittlerweile stark angestiegen und PayPal dürfte die einstige Dominanz nicht mehr erreichen. Wenn Wero in Europa ein Erfolg wird, geht dies in erster Linie zu Lasten von PayPal. Positiv ist jedoch, dass erstmals eine Dividendenzahlung vorgesehen ist.

Es gilt zudem abzuwarten, welche Maßnahmen das neue Management ergreift. In der Summe ist die Aktie aus meiner Sicht kein geeignetes Investment, auch wenn der Kurs derzeit so niedrig ist wie schon lange nicht mehr. Ich gehe vorerst von einer Seitwärtsbewegung aus.

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ℹ️ PayPal in Kürze

  • PayPal (WKN: A14R7U) betreibt den weltweit bekanntesten Online-Bezahldienst. Im letzten Quartal nutzten über 420 Millionen Verbraucher weltweit den Service für Online-Überweisungen und die Bezahlung von Rechnungen im Internet.
  • Das Unternehmen mit Sitz in San José im US-Bundestaat Kalifornien ist Teil des Nasdaq 100 und des S&P 500 Index.
  • PayPal ist aktuell an der Börse mit 37,6 Milliarden US$ bewertet.
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