Palantir-Aktie: Das spricht jetzt für den Titel

Überbewertet oder nicht?

Die Aktie von Palantir Technologies gehört seit einiger Zeit zu den meistdiskutierten Titeln im Technologiesektor. Das Unternehmen steht weiterhin im Zentrum der Debatte um künstliche Intelligenz, Verteidigungstechnologie und datengetriebene Unternehmenssoftware. Zu Beginn der Woche schien es, als könne der Aktie ein neuer Ausbruch gelingen, jedoch wurde das Papier schnell wieder eingefangen.

Palantir Technologies Inc. logo on mobile phone screen company shares rise or fall on stock exchange market - Warsaw, Poland - 03.01.2025

Ein Blick auf die jüngsten Geschäftszahlen verdeutlicht die Dynamik des Unternehmens. Im vierten Quartal stieg der Umsatz um 70 Prozent auf rund 1,4 Milliarden Dollar. Damit verzeichnete Palantir die höchste Quartalswachstumsrate seiner Unternehmensgeschichte. Für das Gesamtjahr belief sich der Umsatz auf etwa 4,46 Milliarden Dollar, was einem Anstieg von 56 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Besonders bemerkenswert ist, dass sich das Wachstum bei dieser Unternehmensgröße sogar noch beschleunigt. Viele Softwareunternehmen erreichen bereits deutlich früher eine Phase der Verlangsamung.

Auch im Heimatmarkt USA wurde ein bedeutender Meilenstein erreicht. Der Umsatz überstieg erstmals die Marke von einer Milliarde Dollar und lag im Quartal bei rund 1,076 Milliarden Dollar. Innerhalb dieser Struktur legte das kommerzielle Geschäft in den USA besonders stark zu und wuchs um 137 Prozent auf 507 Millionen Dollar. Das US-Regierungsgeschäft stieg ebenfalls deutlich und erreichte mit einem Plus von 66 Prozent rund 570 Millionen Dollar.

Diese Entwicklung ist deshalb relevant, weil Palantir über Jahre hinweg kritisiert wurde, zu stark von staatlichen Aufträgen abhängig zu sein. Inzwischen wächst jedoch das kommerzielle Geschäft deutlich schneller als der Regierungsbereich und verändert damit die Umsatzstruktur des Unternehmens.

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Profitabilität und Cashflow erreichen neue Dimensionen

Auch auf der Ergebnisseite zeigt sich eine drastische Verbesserung. Das operative Ergebnis sprang im Quartal um mehr als 5.100 Prozent auf rund 575 Millionen Dollar. Der Nettogewinn erreichte etwa 608 Millionen Dollar, was einer Nettomarge von 43 Prozent entspricht. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, in dem die Nettomarge bei rund zehn Prozent lag, bedeutet das einen enormen Sprung.

Für das Gesamtjahr kletterte der Gewinn um 252 Prozent auf etwa 1,62 Milliarden Dollar. Gleichzeitig verbesserte sich der sogenannte Rule-of-40-Wert des Unternehmens auf 127 Prozent. Dieser Indikator kombiniert Umsatzwachstum und Gewinnmarge. In der Softwarebranche gilt bereits ein Wert über 40 Prozent als stark, während Werte über 100 Prozent nur von wenigen Spitzenunternehmen erreicht werden. Palantir hat diesen Wert inzwischen zehn Quartale in Folge gesteigert.

Auch die Liquiditätslage ist außergewöhnlich robust. Der bereinigte freie Cashflow lag im vierten Quartal bei rund 791 Millionen Dollar, was einer Marge von 56 Prozent entspricht. Auf Jahressicht stieg der freie Cashflow um 82 Prozent auf etwa 2,27 Milliarden Dollar. Gleichzeitig verfügt das Unternehmen über rund 7,2 Milliarden Dollar an Barmitteln und kurzfristigen US-Staatsanleihen bei nahezu keiner Verschuldung.

Die Cashflow-Marge von über 50 Prozent bedeutet, dass mehr als die Hälfte jedes erwirtschafteten Umsatzdollars direkt als liquide Mittel im Unternehmen verbleibt. Eine solche Effizienz findet sich meist bei etablierten Plattformunternehmen und ist unter schnell wachsenden Softwarefirmen eher selten.

Vertragsabschlüsse und Kundenbasis wachsen rasant

Neben den finanziellen Kennzahlen erreichte auch das Vertragsvolumen neue Höchststände. Im vierten Quartal wurden Verträge im Gesamtwert von 4,26 Milliarden Dollar abgeschlossen, was einem Wachstum von 138 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Darunter befanden sich 180 Verträge mit einem Volumen von mindestens einer Million Dollar, 84 Verträge über mindestens fünf Millionen Dollar sowie 61 Abschlüsse im Wert von jeweils über zehn Millionen Dollar. Gleichzeitig stieg die Zahl der Kunden um 34 Prozent auf insgesamt 954.

Diese Zahlen zeigen, dass sich immer mehr große Organisationen langfristig an die Plattform des Unternehmens binden und die Technologie zunehmend als zentralen Bestandteil ihrer Geschäftsprozesse betrachten.

Bewertung der Aktie nach der jüngsten Kursbewegung

Die Aktie von Palantir wird derzeit bei etwa 155 Dollar gehandelt. Seit Jahresbeginn hat der Kurs rund 13 Prozent verloren, liegt jedoch im Vergleich zum Vorjahr immer noch etwa 60 Prozent im Plus.

Nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen kam es zunächst zu einer deutlichen Kurskorrektur. Zwischenzeitlich verlor die Aktie bis Mitte Februar rund 25 Prozent, bevor sie sich wieder erholte und nun leicht über dem Niveau vor der Zahlenveröffentlichung notiert.

Ein wesentlicher Grund dafür war die Bewertung. Kurz vor dem Quartalsbericht wurde die Aktie mit mehr als dem 140-fachen der erwarteten Gewinne gehandelt. Bei einer solchen Bewertung können selbst sehr starke Ergebnisse zu Gewinnmitnahmen führen, da ein großer Teil der Erwartungen bereits im Kurs enthalten ist.

Militärische Aufträge als langfristiger Wachstumstreiber

Ein bedeutender Wachstumstreiber könnte aus dem Verteidigungsbereich kommen. Das US-Verteidigungsministerium hat beschlossen, das Maven Smart System von Palantir künftig als offizielles Programm innerhalb der Streitkräfte zu führen.

Ein solcher Status bedeutet, dass das Projekt eine eigene Position im Verteidigungshaushalt erhält. Damit wird die Finanzierung langfristig gesichert und das System entwickelt sich von einem Pilotprojekt zu einer dauerhaften Infrastruktur innerhalb der militärischen Organisation.

Die Plattform spielte bereits eine zentrale Rolle in militärischen Operationen im Zusammenhang mit dem aktuellen Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran. Berichten zufolge generierte das System innerhalb der ersten 24 Stunden über tausend Zielvorschläge für militärische Einsätze.

Parallel dazu wuchs auch der Vertragsrahmen erheblich. Der Maven-Vertrag entwickelte sich von ursprünglich 480 Millionen Dollar im Jahr 2024 zu einem möglichen Gesamtvolumen von bis zu 1,3 Milliarden Dollar. Zusätzlich existiert ein Rahmenvertrag der US-Armee mit einem Gesamtvolumen von bis zu zehn Milliarden Dollar.

Sollten diese Programme wie geplant umgesetzt werden, könnte der jährliche Umsatz des Regierungssegments bis zum Jahr 2028 auf eine Größenordnung von 3,5 bis 4,5 Milliarden Dollar steigen.

Künstliche Intelligenz treibt das kommerzielle Geschäft

Neben dem Verteidigungssektor wächst auch das kommerzielle Geschäft mit hoher Geschwindigkeit. Eine entscheidende Rolle spielt dabei die Artificial Intelligence Platform des Unternehmens.

Ein neues Verkaufsformat, das sogenannte Bootcamp-Programm, ermöglicht es Unternehmen, innerhalb weniger Tage konkrete KI-Anwendungen auf Basis ihrer eigenen Daten zu entwickeln. Dieser Ansatz verkürzt die sonst oft monatelangen Entscheidungsprozesse im Unternehmenssoftwaremarkt erheblich.

Die Wirkung zeigt sich bereits in den Zahlen. Die Zahl der kommerziellen Kunden in den USA stieg um 49 Prozent auf 571. Gleichzeitig verdoppelte sich die annualisierte Umsatzrate dieses Segments innerhalb eines Jahres von einer Milliarde auf zwei Milliarden Dollar.

Für das laufende Geschäftsjahr erwartet das Management, dass allein das US-Kommerzgeschäft mehr als 3,1 Milliarden Dollar Umsatz erreichen wird. Damit könnte dieser Bereich künftig mehr Umsatz generieren als das gesamte Unternehmen noch zwei Jahre zuvor.

Hoher Auftragsbestand sorgt für langfristige Planungssicherheit

Ein weiterer Stabilitätsfaktor liegt im stark wachsenden Auftragsbestand. Die sogenannten verbleibenden Leistungsverpflichtungen stiegen im vierten Quartal um 144 Prozent auf rund 4,2 Milliarden Dollar. Anfang 2023 lag dieser Wert noch unter einer Milliarde Dollar.

Besonders bemerkenswert ist auch die Entwicklung der Kundenbindung. Die Net Dollar Retention lag zuletzt bei 139 Prozent. Dieser Wert zeigt, wie stark bestehende Kunden ihre Ausgaben im Vergleich zum Vorjahr erhöhen. Ein Wert von 139 Prozent bedeutet, dass die durchschnittlichen Ausgaben bestehender Kunden um 39 Prozent gestiegen sind.

Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass viele Organisationen ihre Nutzung der Plattform kontinuierlich ausbauen und damit langfristig stärker von der Technologie abhängig werden.

Technologische Umstellung bei KI-Modellen als potenzielles Risiko

Trotz der positiven Entwicklung gibt es auch Risiken. Ein aktueller Konflikt betrifft die Nutzung des KI-Modells Claude des Unternehmens Anthropic innerhalb des Maven-Systems.

Die US-Regierung hat Anthropic Anfang 2026 als potenzielles Risiko für die nationale Sicherheit eingestuft. Hintergrund sind Differenzen über den Einsatz von KI in vollständig autonomen Waffensystemen und bei umfangreicher staatlicher Überwachung.

Daraufhin ordnete die Regierung unter Präsident Donald Trump an, die Technologie innerhalb von sechs Monaten aus staatlichen Systemen zu entfernen. Auch große Rüstungsunternehmen wie Lockheed Martin begannen bereits mit der Umstellung.

Palantir reagierte darauf mit einer Strategie der Modellunabhängigkeit. Künftig soll die Plattform mehrere KI-Modelle unterstützen. Inzwischen wurden unter anderem Lösungen von OpenAI sowie von xAI für den Einsatz in sensiblen Systemen zugelassen.

Der Austausch eines KI-Modells innerhalb klassifizierter Netzwerke kann allerdings bis zu 18 Monate dauern und kurzfristig operative Herausforderungen verursachen. Langfristig könnte eine modellunabhängige Architektur jedoch sogar Vorteile bringen, da sie flexibler auf politische und technologische Veränderungen reagieren kann.

Bewertung und Perspektiven der Aktie

Die Aktie von Palantir wird weiterhin mit einer deutlichen Prämie gegenüber vielen anderen Softwareunternehmen gehandelt. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt derzeit bei über 130. Damit liegt die Bewertung deutlich über dem Branchendurchschnitt.

Befürworter dieser Bewertung argumentieren jedoch, dass nur wenige Unternehmen eine vergleichbare Kombination aus starkem Wachstum, hoher Profitabilität, enormer Cashflow-Generierung und langfristigen staatlichen Großaufträgen aufweisen.

Vor diesem Hintergrund bleibt die Einschätzung vieler Analysten unverändert positiv. Trotz der hohen Bewertung sehen sie weiterhin erhebliches Potenzial für weiteres Wachstum in den kommenden Jahren.

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ℹ️ Palantir in Kürze

  • Palantir Technologies (WKN: A2QA4J) ist ein US-Technologieunternehmen, das Software und Dienstleistungen zur Analyse großer Datenmengen anbietet.
  • Das Unternehmen hat zwei Geschäftsbereiche: Während sich Palantir Gotham an Armeen, Geheimdienste, Polizeibehörden und sonstige staatliche Einrichtungen richtet, kommt Palantir Foundry bei gewerblichen Kunden in verschiedensten Branchen zum Einsatz.
  • Das Unternehmen mit Sitz in Denver im US-Bundesstaat Colorado notiert an der New York Stock Exchange und ist derzeit ca. 360 Milliarden US$ wert.
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