Ottobock-Aktie: Was gibt es hier zu meckern?
Anleger hatten bislang wenig Freude an der Ottobock-Aktie. Seit ihrem Börsengang im Oktober hat sie knapp -14% nachgegeben. Können die ersten Quartalszahlen dem Prothetikspezialisten neuen Schub verleihen und ist die Aktie einen Kauf wert?
Ein Rekordjahr und ein sonniger Ausblick
Für Ottobock war 2025 ein neues Rekordjahr. Der Prothesenhersteller steigerte seinen Umsatz um knapp 5% auf ca. 1,7 Milliarden €. Grundlage des Wachstums war nicht nur die Einführung einiger Produktneuheiten, wie zum Beispiel ein neues Kniegelenk, überarbeitete Arm- und Handprothesen sowie aktive Exoskelette, sondern auch Zukäufe im Bereich Patientenversorgung. Vor allem in Europa und Amerika liefen die Geschäfte von Ottobock gut.
Das bereinigte EBITDA erhöhte sich im vergangenen Jahr sogar um 29% auf 415 Millionen €. Damit steigerte Ottobock seine Marge um starke 3,6 Prozentpunkte auf 26%.
Genauso ordentlich wie die Zahlen für 2025 liest sich der Ausblick auf 2026. Das Medtech-Unternehmen erwartet einen Wachstum im Kerngeschäft von 5 bis 8%. Die bereinigte Marge soll auf über 26,5% steigen.
Auch die Mittelfristprognose bestätigte das Ottobock-Management im Zuge der Zahlenvorlage. Bis 2029 will das Unternehmen organisch mit 7 bis 9% pro Jahr wachsen und eine EBITDA-Marge von knapp 30% erreichen.
Fast +50% Upside
In einer ersten Reaktion auf die Zahlen erneuerte die Investmentbank Jefferies ihre Kaufempfehlung für die Ottobock-Aktie. Das Kursziel sehen die Analysten bei 84 €, was einem Upside von fast +50% gegenüber dem aktuellen Kurs entspricht.
Die Jefferies-Banker betonten, dass Ottobock mit seiner operativen Profitabilität und seinem Free Cashflow die Erwartungen übertroffen hat. Zudem sieht die Investmentbank die Bestätigung der Mittelfristplanung als Kaufempfehlung.
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Der Trend hat sich gedreht
Charttechnisch lässt sich zur Ottobock-Aktie aufgrund der kurzen Börsenhistorie noch recht wenig sagen. Nach einem kurzen Aufschwung nach dem IPO drehte sich der Trend Ende November.
Seitdem steckt der Medtech-Titel in einem Abwärtskanal fest. Einen Boden scheint die Ottobock-Aktie noch nicht gefunden zu haben.
Eine klare Kaufempfehlung
Ich schließe mich der Meinung der Experten von Jefferies an und empfehle die Ottobock-Aktie wie bereits nach dem Börsengang zum Kauf. Hier haben Anleger einen typischen deutschen mittelgroßen Weltmarktführer vor sich.
Das alleine ist ja kein Kaufargument, wohl aber die Bewertung vor dem Hintergrund der Perspektiven des Unternehmens. Mit einem Forward-KGV von ca. 18 halte ich die Ottobock-Aktie gegenwärtig für recht moderat bewertet.
Wir sprechen hier über ein vernünftig und vor allem kontinuierlich wachsendes Unternehmen mit einer enorm hohen Profitabilität. Und das Gute daran ist, dass diese Profitabilität von Ottobock überhaupt nicht in Gefahr ist.
Warum? Der Markt für Medizinprodukte im Allgemeinen und für Prothetik im Besonderen ist hochgradig reguliert. Entwicklung, Zulassung und Vertrieb von Prothesen sind zeitaufwendig und kostspielig. In diesem Markt spielen die Markenbekanntheit und das Vertrauen von Ärzten, Technikern und Patienten eine riesengroße Rolle. Newcomer haben de facto keine Chance, diese Markteintrittsbarrieren zu überspringen.
Sollte Ottobock seine Mittelfristziele erreichen, dann würde der operative Gewinn innerhalb von nur drei Jahren um über 40% steigen. Bei dieser Bewertung ist das für mich ein ganz klarer Kauf.
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ℹ️ Ottobock in Kürze
- Ottobock mit Sitz im niedersächsischen Duderstadt ist ein 1919 gegründetes deutsches Orthopädietechnikunternehmen.
- Das Unternehmen ist Weltmarktführer im Bereich Prothetik und als einer der führenden Anbieter in der Orthetik, im Rollstuhlbereich sowie bei Exoskeletten.
- Mehrheitseigentümer des Unternehmens ist die Familienholding Näder, den direkten Nachfahren des Firmengründers Otto Bock.
- Ottobock ist seit Oktober 2025 an der Frankfurter Börse gelistet und ca. 3,6 Milliarden € wert.