+++ Dividenden-Strategie sichern und Goldbarren gewinnen +++

Oracle-Aktie: Darum wird sie jetzt unterschätzt

Bodenbildung abgeschlossen?

Die Oracle-Aktie gehörte im vergangenen Jahr zu den spektakulärsten Gewinnern im Technologiesektor. Nach dem jüngsten Kursrückgang stellt sich für Anleger jedoch die Frage, ob der deutliche Bewertungsabschlag eine Überreaktion des Marktes darstellt oder ein realistisches Bild der Risiken widerspiegelt.

stock.adobe.com

Vom Börsenliebling zum Sorgenkind der Anleger

Im Jahr 2025 zählte Oracle zu den meistdiskutierten Gewinnern am Aktienmarkt. Im September erreichte der Kurs kurzzeitig mehr als 300 Dollar je Aktie und näherte sich damit der Marke eines Billionen-Dollar-Unternehmens.

Dieses Bild hat sich im Jahr 2026 deutlich verändert. Anleger hinterfragen zunehmend die Qualität der sogenannten Remaining Performance Obligations des Unternehmens, insbesondere wegen der starken Abhängigkeit von OpenAI. Gleichzeitig gehört Oracle seit Jahresbeginn zu den schwächsten Titeln im S&P 500. Der Kursverlust von mehr als 25 Prozent hat Hunderte Milliarden Dollar an Börsenwert ausgelöscht und damit einen Großteil der Gewinne des Vorjahres wieder zunichtegemacht. Vor diesem Hintergrund wird intensiv diskutiert, ob es sich um eine kurzfristige Marktkorrektur handelt oder ob die Skepsis gerechtfertigt ist.

Tipp: Sichere Dir mit unserem kostenlosen Report „3 Top-Picks 2026“ jetzt die Aktien-Überflieger des Jahres!

Kostensenkungen als Signal für operative Disziplin

Zu den wichtigsten Entwicklungen zählt ein umfassendes Restrukturierungsprogramm. Oracle plant im Geschäftsjahr 2026 den Abbau von bis zu 30.000 Stellen und kalkuliert dafür rund 2,1 Milliarden Dollar an Kosten für Abfindungen und Umstrukturierungen.

Gemessen an der Belegschaft von rund 162.000 Beschäftigten entspricht dies etwa 18 Prozent der Mitarbeiter. Der Schritt wird von vielen Marktbeobachtern als Hinweis gewertet, dass der Konzern die wirtschaftlichen Versprechen der künstlichen Intelligenz zunehmend in operative Effizienz übersetzen will.

Damit unterscheidet sich Oracle von einigen anderen Softwareunternehmen, die zwar stark für Automatisierung und KI werben, ihre eigenen Mitarbeiterzahlen jedoch weiterhin deutlich ausbauen. Ein häufig genanntes Beispiel ist ServiceNow, dessen Personalbestand zuletzt weiter gewachsen ist, obwohl gleichzeitig KI-gestützte Automatisierungslösungen beworben werden.

Bei Oracle wird der Personalabbau hingegen auch als Signal an Kunden interpretiert. Er soll verdeutlichen, dass die angebotenen KI-Technologien tatsächlich in der Lage sind, betriebliche Abläufe effizienter zu gestalten und Kosten zu reduzieren.

Kapitalmarkt zeigt Vertrauen in den Ausbau der Infrastruktur

Auch bei der Finanzierung seiner Wachstumspläne erhält Oracle Rückenwind. Im Rahmen einer geplanten Kapitalaufnahme über 50 Milliarden Dollar war der Anleiheanteil nach Unternehmensangaben deutlich überzeichnet.

Dies deutet darauf hin, dass Investoren weiterhin bereit sind, die Expansion der Rechenzentrumsinfrastruktur zu finanzieren. Gleichzeitig kündigte das Unternehmen an, im Jahr 2026 voraussichtlich keine zusätzlichen Anleihen über diesen Betrag hinaus auszugeben. Der Schritt wird als Hinweis gewertet, dass die Restrukturierungsmaßnahmen helfen könnten, den Cashflow zu stabilisieren, während hohe Investitionen in neue Rechenzentren fortgesetzt werden.

Beschleunigtes Umsatzwachstum liefert operative Bestätigung

Ein weiterer zentraler Faktor für die Bewertung der Aktie ist die Entwicklung der Umsätze. Während sich viele optimistische Prognosen auf das stark gewachsene Auftragsvolumen stützen, zeigen die aktuellen Geschäftszahlen bereits eine deutliche Dynamik.

Im dritten Quartal des Geschäftsjahres, das im Februar endete, erzielte Oracle einen Umsatz von 17,19 Milliarden Dollar. Das entspricht einem Wachstum von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr und lag über den Erwartungen der Analysten, die mit rund 16,9 Milliarden Dollar gerechnet hatten.

Bereinigt um Wechselkurseffekte lag das Wachstum bei 18 Prozent und damit deutlich höher als die 13 Prozent aus dem vorangegangenen Quartal.

Besonders stark entwickelte sich das Geschäft mit Cloud-Infrastruktur. In diesem Bereich beschleunigte sich das Wachstum auf 84 Prozent im Jahresvergleich. Die Zahlen deuten darauf hin, dass der stark gestiegene Auftragsbestand zunehmend in tatsächliche Umsätze übergeht.

Milliardenaufträge treiben den Auftragsbestand

Der Auftragsbestand selbst wächst weiterhin rasant. Im dritten Quartal legten die verbleibenden Leistungsverpflichtungen im Jahresvergleich um 325 Prozent zu und erreichten rund 553 Milliarden Dollar. Gegenüber dem vorherigen Quartal bedeutet dies einen Zuwachs von etwa 29 Milliarden Dollar.

Ein wichtiger Bestandteil dieses Wachstums ist die Zusammenarbeit mit OpenAI. Die jüngste Finanzierungsrunde des KI-Unternehmens brachte rund 122 Milliarden Dollar frisches Kapital ein und bewertete das Unternehmen mit etwa 852 Milliarden Dollar. Diese Entwicklung wird von vielen Marktbeobachtern als positives Signal gewertet, da ein Teil der Investitionen in zusätzliche Rechenleistung fließen dürfte, die unter anderem von Oracle bereitgestellt wird.

Stabilität im Softwaregeschäft trotz KI-Debatte

Während die Infrastrukturangebote aktuell besonders stark wachsen, zeigt auch das klassische Softwaregeschäft weiterhin stabile Entwicklung. Die Cloud-Anwendungen des Konzerns legten im dritten Quartal um 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu und bewegen sich damit im Rahmen der Wachstumsraten der vergangenen Jahre.

Diese Entwicklung gilt als wichtig, weil am Markt zunehmend über mögliche Verdrängungseffekte durch sogenannte agentische KI diskutiert wird. Einige Investoren befürchten, dass neue KI-Modelle traditionelle Softwarelösungen überflüssig machen könnten.

Bei Oracle gilt dieses Risiko bislang jedoch als begrenzt. Viele der angebotenen Anwendungen, darunter ERP-Systeme, Lieferkettenplattformen oder Finanzsoftware wie NetSuite, sind komplex und tief in Unternehmensprozesse integriert. Ein Austausch dieser Systeme wäre für viele Firmen mit erheblichen Kosten und Risiken verbunden.

Ambitionierte Umsatzprognose für die kommenden Jahre

Oracle selbst rechnet mit einer deutlichen Beschleunigung des Wachstums in den kommenden Jahren. Für das Geschäftsjahr 2027, das im Mai 2027 endet, stellt das Unternehmen einen Umsatz von rund 90 Milliarden Dollar in Aussicht. Das würde einem Wachstum von etwa 34 Prozent entsprechen.

Die Prognosen der Analysten liegen derzeit darunter. Der Marktkonsens erwartet aktuell rund 88,1 Milliarden Dollar Umsatz und damit etwa 31 Prozent Wachstum. Diese Differenz zwischen Unternehmensprognose und Analystenschätzungen ist ungewöhnlich und könnte Spielraum für positive Überraschungen bieten.

Tipp: Melde Dich für unseren kostenlosen SD Insider Newsletter an, um keine spannenden Entwicklungen und außergewöhnlichen Chancen zu verpassen!

Bewertung, Risiken und Perspektiven für Anleger

Nach dem deutlichen Kursrückgang wird Oracle derzeit zu deutlich niedrigeren Bewertungskennzahlen gehandelt als noch im vergangenen Jahr. Während die Aktie zeitweise mit mehr als dem 30-fachen der erwarteten Gewinne bewertet wurde, liegt das Verhältnis aktuell bei rund dem 19-fachen der prognostizierten Gewinne.

Damit bewegt sich Oracle leicht unter der Bewertung von SAP und etwa zehn Prozent unter dem Niveau von Microsoft, obwohl Microsoft ebenfalls stark von der Entwicklung rund um OpenAI abhängig ist.

Gleichzeitig bleiben Risiken bestehen. Sollten andere Unternehmen ähnliche Personalabbauprogramme durchführen, könnte dies Teile des Softwaregeschäfts treffen, insbesondere Angebote mit nutzerbasierter Preisstruktur wie Personal- oder CRM-Systeme.

Auch die langfristige Stabilität von OpenAI bleibt ein zentraler Faktor für die Investitionsgeschichte. Die jüngste Finanzierungsrunde stärkt jedoch das Vertrauen vieler Investoren in die Wachstumspläne des KI-Unternehmens.

Fazit

Unter dem Strich erscheint das Chance-Risiko-Verhältnis derzeit für viele Marktteilnehmer attraktiv. Die Bewertung ist deutlich gesunken, der Auftragsbestand wächst weiter und die aktuellen Umsatzzahlen zeigen eine klare Beschleunigung. Sollte Oracle seine eigenen Prognosen erfüllen oder übertreffen, könnte sich der aktuelle Kursrückgang im Rückblick als günstige Einstiegsmöglichkeit erweisen.

Tipp: Werde jetzt Mitglied bei sharedealsPlus und profitiere von wahren Börsenstars!

ℹ️ Oracle in Kürze

  • Oracle (WKN: 871460) ist ein US-Soft- und Hardwarekonzern mit Hauptsitz in Austin im US-Bundesstaat Texas.
  • Bekannt ist der Konzern vor allem als Betreiber eines Datenbanksystems. Darüber hinaus bietet Oracle seinen Kunden Cloud-Infrastruktur und zahlreiche Anwendungen an.
  • Gegründet im Jahre 1977 und mit einem Jahresumsatz von über 50 Milliarden US$ zählt Oracle zu den ältesten und größten Tech-Konzernen weltweit.
  • Oracle ist Mitglied im US-Leitindex S&P 500 und ca. 419 Milliarden US$ wert.
Zugehörige Kategorien: Tech-Aktien