NuScale-Aktie: Todesurteil oder Hoffnungsschimmer?

-80% in 5 Monaten

Für die NuScale-Aktie ist es zappenduster geworden. Seit seinem Allzeithoch im vergangenen Oktober ist der Kurs des Herstellers von Small Modular Reactors um über -80% eingebrochen. Hat die Börse das Todesurteil über die neue Nukleartechnologie gefällt oder gibt es noch Hoffnung für NuScale?

NuScale
Canva/Getty Images/vencavolrab

Eine toxische Mischung

Nach Hoffnung für die NuScale-Aktie sieht es derzeit eher nicht aus, denn das US-Nukleartechnologieunternehmen hat mit einem Berg an Problemen zu kämpfen. Der dramatische Kurseinbruch der letzten Monaten ist auf eine toxische Mischung aus finanziellen Schocks, Projektverzögerungen, Kapitalmaßnahmen und rechtlichem Druck zurückzuführen. Doch der Reihe nach:

Diese Einmalzahlung schockierte

Im Februar schockiert NuScale die Börse mit einem gigantischen operativen Verlust in Höhe von 690 Millionen US$ im Jahr 2025. Diesem standen lediglich mickrige Umsätze von ca. 32 Millionen US$ gegenüber.

Besonders schockierend war die Nachricht einer Zahlung in Höhe von sage und schreibe 507 Millionen US$ an den Energiekonzern ENTRA1 Energy. Diese Meilensteinzahlung geht aus der Partnerschaft der beiden Energieunternehmen beim Mammut-Projekt mit der Tennessee Valley Autothority zurück.

Dabei sollen Kernkraftwerke mit einer Leistung von bis zu 6 Gigawatt entstehen. ENTRA1 legte Absichtserklärungen und Rahmenverträge für eine sehr hohe Zahl an Reaktormodulen von NuScale vor, was die enorm hohe Meilensteinzahlung erklärt.

Angst vor Projektverzögerungen

Genauso übel stieß der Börse die voraussichtliche Verzögerung beim Bau des Pilotprojektes in Rumänien auf. In Doicești ist auf am Standort eines ehemaligen Kohlekraftwerks der Bau des ersten kommerziellen SMR-Kraftwerks von NuScale geplant.

Bislang wurde eine Inbetriebnahme des Kernkraftwerks im Jahre 2030 angepeilt. So wie sich die Dinge momentan darstellen, wird sich der Start jedoch auf 2034 verschieben.

Nun ist die Sorge von Anlegern riesengroß, dass sich das Desaster des ersten NuScale-Projekts in den USA wiederholen könnte. Aufgrund explodierender Kosten (von ca. 5 auf knapp 10 Milliarden US$) wurde 2023 der Bau eines Pilotreaktors in Idaho abgebrochen.

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Der Ankeraktionär verabschiedet sich

Ebenso für Verunsicherung sorgte der Ausstieg des Ankerinvestors Fluor, einer der großen Anlagenbaukonzerne der USA. Im Februar verkaufte Fluor 71 Millionen NuScale-Aktien im Wert von 1,35 Milliarden US$. Zudem kündigte der Konzern an, seine verbliebenen 40 Millionen Aktien bis zum Ende des zweiten Quartals komplett zu veräußern.

Auch wenn Fluor betont, weiterhin operativ mit NuScale zusammenzuarbeiten, wertet die Börse diesen massiven Verkauf als Zeichen dafür, dass Fluor das finanzielle Risiko der NuScale-Aktie nicht mehr in der eigenen Bilanz haben möchte. Zudem wird der Verkauf so großer Anteilspakete weiter Druck auf den Kurs der NuScale-Aktie ausüben.

Sammelklagen stehen ins Haus

Und nicht zuletzt hat sich auch der rechtliche Druck auf NuScale verschärft. Mehrere Anwaltskanzleien haben Sammelklagen eingereicht.

Ihr Vorwurf lautet, dass das Unternehmen Investoren über die Erfahrung und Fähigkeiten des Partners ENTRA1 Energy getäuscht habe. Die Kläger behaupten, ENTRA1 habe keine nennenswerte Erfahrung im Betrieb von Kernkraftwerken, was NuScale verschwiegen habe.

Eine Talfahrt ohne Ende

Das Chartbild der NuScale-Aktie war in den letzten Monaten der reinste Horror. Die Aktie ist inzwischen auf den niedrigsten Stand seit September 2024 gefallen.

Der Nuklearwert ist auf bestem Wege zum 2-Jahrestief bei 7,50 US$. Eine Ende der Talfahrt zeichnet sich meiner Meinung nach nicht ab.

Eine Hochrisikowette

Es sieht derzeit nicht gut aus für die NuScale-Aktie. Ein Todesurteil der Börse für die Aktie sehe ich noch nicht, aber positive Kurskatalysatoren sind auch weit und breit nicht in Sicht.

Vielmehr dürfte der Kurs der NuScale-Aktie in den kommenden Wochen und Monaten weiter unter Druck bleiben. Der SMR-Hersteller ist laufend auf frisches Kapital von der Börse angewiesen.

Im vierten Quartal 2025 gab NuScale neue Aktien im Wert von 750 Millionen US$ aus. Je länger sich die kommerziellen Inbetriebnahme der Reaktoren hinzieht, umso länger müssen Anleger die Durststrecke bis dahin vorfinanzieren.

Die NuScale-Aktie ist eine Hochrisikowette auf die Zukunft des neue Reaktortyps. Anleger brauchen dabei nicht nur sehr gute Nerven, sondern auch sehr viel Geduld. Die Kernkraft ist bekannt dafür, ihre Ziele erst um viele Jahren verspätet zu erreichen.

Abschließend: An diese Aktien glauben wir in diesem Jahr. Wirf einen Blick in unsere Top-Picks 2026.

ℹ️ NuScale in Kürze

  • NuScale Power (WKN: A3DK09) mit Sitz in Portland im US-Bundesstaat Oregon entwickelt sogenannte "Small Modular Reactors".
  • SMR sind Mini-AKWs, die mit Ausmaßen von ca. 3 mal 20 Metern deutlich kleiner als konventionelle Kernkraftwerke sind und in Modulbauweise schnell gefertigt werden können.
  • NuScale Power notiert an der New York Stock Exchange und ist derzeit ca. 3,3 Milliarden US$ wert.

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