Novo Nordisk-Aktie: Vom toten Pferd absteigen!

Katastrophale Umsatzprognose

Die Novo Nordisk-Aktie erlebt dieser Tage mal wieder einen dramatischen Kurseinbruch. Nachdem es bereits am gestrigen Dienstag um fast -15% in die Tiefe ging, sackt der Kurs am Mittwochmorgen um weitere -5% ab. Was ist da bloß los und gibt es überhaupt noch Hoffnung für den dänischen Pharmakonzern?

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Das ist eine Katastrophe

Es ist eine katastrophale Nachricht von Novo Nordisk, die die Börse eiskalt erwischte. Für das laufende Jahr kündigte der Pharmariese einen währungsbereinigten Umsatzrückgang zwischen 5 und 13% an. Analysten hatten bislang nur mit einem leichten Minus von rund 1,5% bei den Erlösen gerechnet.

Hintergrund für die miserable Umsatzprognose sind gleich drei Belastungsfaktoren: Erstens nimmt die Konkurrenz für das Abnehmmittel Wegovy zu. Zweitens steigt der politische Druck in den USA auf die Pharmaindustrie, ihre Preise zu senken. Und drittens läuft in mehreren Ländern der Patentschutz für den Wirkstoff Semaglutid aus.

Eigentlich sorgte der Start von Wegovy in Pillenform in den letzten Wochen für richtig gute Stimmung bei Novo Nordisk. Und tatsächlich verkaufte sich die Diätpille hervorragend. Seit dem Launch haben die Dänen fast 200.000 neue Kunden gewonnen, von denen über 80% bislang noch keine Abnehmspritze verwendet haben.

Aber der Erzrivale Eli Lilly ist mit seinem Präparat Zepbound immer noch die klare Nummer 1 auf dem amerikanischen Markt und in Kürze wird auch der US-Pharmariese sein Diätmittel in Pillenform auf den Markt bringen. Der First Mover-Vorteil von Novo Nordisk dürfte also schnell wieder weg sein.

Hinzu kommt, dass weitere Pharmagiganten auf den so attraktiven Markt zur Behandlung von Fettleibigkeit drängen. Zuletzt stellte der Schweizer Konzern Roche vielversprechende Studienergebnisse vor. Ich gehe davon aus, dass in spätestens zwei Jahren mindestens fünf große Pharmakonzerne um adipöse Kunden konkurrieren werden.

Gleichzeitig nimmt die US-Regierung die Pharmaindustrie immer stärker in die Mangel. Zu Recht verweist Washington darauf, dass Patienten in den USA bei vielen Medikamenten deutlich höhere Preise bezahlen müssen als in anderen Ländern. Der Regierung schwebt deshalb vor, die Preise auf das Niveau des günstigsten Auslands abzusenken. Für Novo Nordisk wäre dieser Schritt mit einem massiven Umsatz- und Gewinnausfall verbunden.

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Alles Nebensache

Die Zahlen, die Novo Nordisk für das Jahr 2025 vorstellte, waren vor diesem Hintergrund völlige Nebensache. Der Umsatz stieg im vergangenen Jahr um 10% auf 309 Milliarden DKK (ca. 41,4 Milliarden €). Das operative Ergebnis verringerte sich leicht auf 127,7 Milliarden DKK (ca. 17,1 Milliarden €). Der Nettogewinn belief sich auf 102,4 Milliarden DKK (ca. 13,7 Milliarden €).

Auch die Tatsache, dass Novo Nordisk ein Aktienrückkaufprogramm über bis zu 15 Milliarden DKK ankündigte, half dem Aktienkurs nicht. Und nicht zuletzt scheint Anleger auch eine Gesamtdividende von 11,70 DKK je Aktie für das abgelaufene Jahr nicht mehr hinter dem Ofen hervorzulocken.

Der nächste Abwärtstrend

Heute herrscht charttechnische Hochspannung bei Novo Nordisk. Die Aktie testet ein weiteres Mal ihr 4-Jahrestief bei rund 40 €.

Sollte es durchbrochen werden, könnte das abermals einen massiven Abwärtstrend auslösen. Das nächste historische Unterstützungsniveau liegt erst bei ca. 30 €.

Es wird niemals besser als heute

Ich habe meinen Titel bewusst so drastisch formuliert. Für mich ist die Novo Nordisk-Aktie ein totes Pferd und von toten Pferden soll man an der Börsen bekanntlich absteigen.

Ein Unternehmen, das als einer von zwei Playern in einem Duopol in einem stark wachsenden Markt, noch dazu als First-Mover bei einer neuen Darreichungsform, kein Umsatzwachstum generieren kann, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen.

So gut wie heute wird die Marktsituation für Novo Nordisk nie wieder sein. In den kommenden Jahren müssen die Dänen mit mehr Wettbewerb, sinkenden Preisen und auslaufenden Patenten klarkommen.

Wenn Novo Nordisk bereits heute massiv an Umsatz verliert, wie soll es denn erst in den kommenden Jahren weitergehen? Für mich ist die Wachstumsgeschichte von Novo Nordisk ein für allemal zu Ende.

Was für Dividendenanleger?

Vielleicht hat die Novo Nordisk-Aktie noch einen gewissen Charme für Dividendenanleger. Mit einer Dividenrendite von 3,7% und starken Cashflows, die für weitere Gewinnausschüttungen herangezogen werden können, ist sie zweifellos ein vielversprechender Dividendenlieferant.

Aber Anleger gehen hier das Risiko weiter sinkender Kurse ein. Ich halte mich lieber fern von toten Pferden.

In diesem Zusammenhang: Unsere Top 10 Dividenden Picks 2026 findest Du hier!

ℹ️ Novo Nordisk in Kürze

  • Novo Nordisk mit Sitz in Bagsværd bei Kopenhagen produziert und vermarktet pharmazeutische Produkte und Dienstleistungen.
  • Der Konzern ist der weltweit führende Hersteller von Insulin. Fast jedes dritte Diabetes-Präparat weltweit stammt vom dänischen Pharmakonzern. Außerdem ist Novo Nordisk in den Bereichen Blutgerinnungsmedikamente und Hormonersatztherapien aktiv.
  • Darüber hinaus ist Novo Nordisk eines der weltweit führenden Unternehmen in der Herstellung von Adipositas-Medikamenten (Mittel zur Gewichtsabnahme).
  • Das Unternehmen wird aktuell mit knapp 145 Milliarden € bewertet.
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