Northrop Grumman-Aktie: Die amerikanische Rheinmetall?
Anders als bei den deutschen Rüstungsaktien verlief der Kurs des Titels von Northrop Grumman seit Anfang letzten Jahres ruhiger. Der Kursanstieg während dieser Zeit liegt aber immer noch bei stolzen rund +120%. Am Donnerstag gewinnt die Aktie aktuell +8,9% und steht bei knapp 538 €. Was ist hier noch zu erwarten?
US-Militärausgaben werden massiv aufgestockt
Donald Trump ist immer für eine Überraschung gut. So verkündete er, dass die USA die Rüstungsausgaben ab 2027 von 1 Billion US$ auf 1,5 Billionen US$ aufstocken werden. Begründet wird dies damit, dass die USA über die schlagkräftigste Armee verfügen müsse.
Damit dreht sich die weltweite Aufrüstungsspirale weiter. Andere wichtige Nationen wie China werden diesem Schritt folgen. Somit rücken Aktien von Rüstungsunternehmen immer weiter in den Fokus von Anlegern. Northrop Grumman ist einer der wichtigsten Rüstungskonzerne der USA.
Donald Trump kommentierte die Maßnahme so:
Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass zum Wohle unseres Landes, insbesondere in diesen sehr unruhigen und gefährlichen Zeiten, unser Militärbudget für das Jahr 2027 nicht 1 Billion Dollar, sondern 1,5 Billionen Dollar betragen sollte.
Für die amerikanische Armee sind hauptsächlich Schiffe, Flugzeuge und Hubschrauber sehr wichtig. Dies zeigte sich bei dem jüngsten Angriff auf Venezuela und den Iran. Daher dürften diese Segmente besonders davon profitieren.
Breites Sortiment des Konzerns
Das Portfolio des US-Konzerns umfasst Flugzeuge, unbemannte Systeme (Drohnen), Raketen, Munition, Schifffahrtstechnologie sowie Cyber- und Informationssysteme. Die bekanntesten Flugzeuge sind die Tarnkappenbomber. Aber auch für die F-35 werden Fertigungsteile hergestellt.
Immer wichtiger werden Drohnen, hier ist ebenfalls ein hohes Know-how vorhanden. Zusätzlich werden Bereitstellung von Hardware-, Software- und Cyberlösungen für Aufklärungs- und Verteidigungsmissionen zur Verfügung gestellt.
Dividendenverbot für US-Rüstungskonzerne
Gleichzeitig teilte er mit, dass die Konzerne keine Dividenden mehr zahlen und keine Aktienrückkäufe durchführen sollen. Die Mittel sollen die Unternehmen in neue Fertigungsanlagen investieren.
Ebenfalls sprach er davon, dass die hohen Vergütungen für Vorstand und führende Mitarbeiter gedeckelt werden sollen. Notfalls wird ein entsprechendes Dekret angeordnet.
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Was bedeutet das für die Aktie?
Eine erste Reaktion war gestern an der US-Börse NYSE zu beobachten. Die Marktteilnehmer schickten die Aktie in den Keller. Am Donnerstag gewinnt die Aktie bei Tradegate aktuell +8,7% und steht bei rund 537 €.
Die verkündeten Maßnahmen beinhalten zwei Aspekte: Umsatz und Ertrag dürften zukünftig wachsen. Gleichzeitig wird die Aktie für Anleger uninteressanter. Viele Aktionäre legen Wert auf eine gute Dividende sowie Aktienrückkäufe. Das würde dann wegfallen. Führende Manager erwarten für ihre Arbeit ein entsprechendes Gehalt, das würde ebenfalls entfallen.
Meiner Meinung nach überwiegt langfristig der zweite Aspekt der wegfallenden Dividenden und Aktienrückkäufe. Bleibt es bei dem Dividendenverzicht, ist das Kurspotenzial begrenzt.
Der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall geht einen anderen Weg. Trotz eines Kapazitätsausbaus werden Anteilseigner am Gewinn beteiligt. Die Dividende soll von zuletzt 5,70 auf 8,10 € angehoben werden.
Fazit: Eine amerikanische Rheinmetall dürfte die Northrop-Aktie nicht werden.
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ℹ️ Northrop Grumman in Kürze
- Northrop Grumman, kurz Northrop, (WKN:851915) ist einer der größten US-amerikanischen Rüstungshersteller von Wehrtechnik für die Schiff-, Luft- und Raumfahrt sowie Informationstechnologie. Bekannt ist der Konzern durch seine Tarnkappenbomber.
- Neben dem Hauptsitz in West Falls Church, Virginia, unterhält der Konzern weltweit zahlreiche Standorte.
- In Deutschland ist die Aktie über Tradegate handelbar und wird aktuell mit 77 Milliarden € bewertet.