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Nio-Aktie vor den Zahlen: Erstmals ein Gewinn?

Richtungsentscheidung steht an

Nach einem starken Herbst mit Kursverdopplung und einem schwachen Jahresende läuft die NIO-Aktie seit Beginn dieses Jahres weitgehend seitwärts. Der morgige Dienstag verspricht nun deutliche Impulse.

Nio
stock.adobe.com/Mike Mareen

Der chinesische Elektroautohersteller will morgen vorbörslich seine Ergebnisse zum vierten Quartal 2025 präsentieren. Die Situation für das Unternehmen dürfte operativ und finanziell eine der stabilsten seiner Geschichte sein, obwohl frühere Kurshochs meilenweit entfernt liegen und das Management im Zuge der Veröffentlichung seiner letzten Quartalszahlen im November seine Auslieferungsprognose für das Schlussquartal senkte.

Ursprünglich hatte NIO geplant, im dritten Quartal rund 150.000 Fahrzeuge auszuliefern, später reduzierte das Unternehmen die Prognose auf etwa 120.000 bis 125.000 Einheiten.

Als Hauptgrund nannte das Unternehmen das Auslaufen von staatlichen Inzahlungnahme-Subventionen in China. Dadurch blieb der übliche Verkaufsschub zum Jahresende aus, insbesondere bei preissensibleren Modellen wie dem ONVO L60 und dem L90.

An der Börse wurde diese Entwicklung verständlicherweise negativ aufgenommen. Da das Unternehmen weiterhin Cash verbrennt und bislang nicht profitabel war, reagieren Investoren traditionell stark auf Veränderungen bei den Auslieferungszahlen. Entsprechend verlor die Aktie seit der Veröffentlichung der Zahlen zum dritten Quartal zweistellig an Wert.

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Management bleibt trotz geringerer Auslieferungen zuversichtlich

Bemerkenswert war jedoch, dass das Management trotz der reduzierten Absatzprognose an seinem Ziel festhielt, im vierten Quartal die Gewinnschwelle zu erreichen. Nach Ansicht des Unternehmens sollten steigende Margen allein ausreichen, um dieses Ziel zu erreichen.

Demnach erwartet das Unternehmen für das vierte Quartal ein bereinigtes operatives Ergebnis zwischen 700 Millionen und 1,2 Milliarden Renminbi. Der nach internationalen Rechnungslegungsstandards ausgewiesene Gewinn könnte zwischen 200 Millionen und 700 Millionen Renminbi liegen.

Bereits zuvor hatte das Unternehmen eine Umsatzprognose von rund 33,4 Milliarden Renminbi für das Quartal abgegeben. Gleichzeitig wurden Bruttomargen von etwa 18 Prozent sowie operative Kosten von insgesamt rund sechs Milliarden Renminbi in Aussicht gestellt.

Selbst bei rund 25.000 weniger ausgelieferten Fahrzeugen als ursprünglich geplant ergab die Modellrechnung, dass das Unternehmen damit ungefähr den Break-even erreichen könnte. Tatsächlich meldete das Unternehmen für Oktober bis Dezember insgesamt 124.807 ausgelieferte Fahrzeuge.

Skaleneffekte beginnen zu wirken

Ein entscheidender Faktor hinter der verbesserten Profitabilität ist der zunehmende Skaleneffekt. Mit steigenden Produktionsvolumen sinken die Materialkosten pro Fahrzeug und die Verhandlungsmacht gegenüber Zulieferern verbessert sich.

Die monatlichen Verkaufszahlen zeigen deutlich, dass dieser Prozess bereits eingesetzt hat. Im Januar dieses Jahres lagen die Auslieferungen der Kernmarke deutlich über dem Niveau des Vorjahresmonats und haben sich nahezu verdreifacht.

Heute ist das Markenportfolio des Unternehmens klar segmentiert. Die Hauptmarke bedient das Premium- und Luxussegment mit den Modellen der E-Serie. Die Marke ONVO richtet sich mit der L-Serie an Familien im mittleren Preissegment. Ergänzt wird das Portfolio durch das kompakte Einstiegsmodell FIREFLY für internationale Märkte.

Im dritten Quartal 2025 meldete das Unternehmen eine Fahrzeugmarge von 14,7 Prozent. Laut Management erreichen jedoch einzelne Modelle deutlich höhere Werte. Fahrzeuge wie der ES6 und der EC6 erzielen Margen zwischen 20 und 25 Prozent. Auch das im September eingeführte Modell ES8 soll eine Marge von über 20 Prozent erreichen. Die ONVO-Modelle bewegen sich dagegen in einer Spanne von etwa 15 bis 20 Prozent.

Sollte sich herausstellen, dass die im Ausblick genannten 18 Prozent Bruttomarge konservativ kalkuliert sind und tatsächlich rund 20 Prozent erreicht werden, könnte die operative Marge im Quartal deutlich höher ausfallen als bislang angenommen. In diesem Szenario wären operative Margen zwischen fünf und sieben Prozent möglich.

Ein solches Ergebnis könnte am Tag der Veröffentlichung der Quartalszahlen für positive Überraschungen im Handel sorgen.

Anleger richten den Blick bereits auf das Jahr 2026

Während die Zahlen zum vierten Quartal noch ausstehen, richtet sich der Blick vieler Marktteilnehmer bereits auf das erste Quartal 2026.

In den ersten beiden Monaten des Jahres wurden bereits 47.979 Fahrzeuge ausgeliefert. Der Jahresauftakt gilt in China traditionell als schwache Verkaufsperiode, insbesondere wegen der Feiertage rund um das Frühlingsfest.

Dennoch zeigt sich die Premium-Marke des Unternehmens ausgesprochen stark. Die Verkäufe dieser Modelle lagen im Vergleich zum Vorjahr um etwa 65 Prozent höher. Besonders die Nachfrage nach dem neuen ES8 sowie die zunehmende Bedeutung höherpreisiger Modelle treiben diese Entwicklung.

Die Marke ONVO entwickelte sich dagegen schwächer. Mit rund 3.500 ausgelieferten Fahrzeugen im Januar und etwa 3.000 im Februar blieb sie deutlich unter früheren Monatswerten von über 15.000 Einheiten. Dies deutet darauf hin, dass die Produktionshochläufe langsamer verlaufen oder Anpassungen in der Fertigung vorgenommen werden.

Historisch gesehen ist der März in China jedoch ein deutlich stärkerer Verkaufsmonat. Ein Anstieg der Verkaufszahlen um 20 bis 40 Prozent gegenüber Februar gilt daher als realistisch.

Unter konservativen Annahmen könnte der Absatz im März etwa 26.000 Fahrzeuge erreichen. Entsprechend erscheint für das erste Quartal ein Umsatz zwischen 20 und 23 Milliarden Renminbi plausibel.

Gleichzeitig dürfte der Anteil der margenstärkeren Premiumfahrzeuge steigen. Sollte sich eine operative Marge zwischen drei und fünf Prozent bestätigen, könnte das Unternehmen im ersten Quartal 2026 einen operativen Gewinn von rund 860 Millionen Renminbi erzielen.

Bewertung spiegelt steigende Profitabilität noch nicht vollständig wider

Sollten sich diese Margenszenarien bestätigen, ergäbe sich auf Basis der erwarteten Gewinne ein Unternehmenswert-Multiplikator von etwa dem 28-Fachen des operativen Ergebnisses.

Damit würde das Unternehmen höher bewertet als der Branchenriese BYD, dessen Bewertung derzeit etwa beim 17-Fachen des erwarteten operativen Ergebnisses liegt.

Gleichzeitig wird die Aktie weiterhin mit weniger als dem einfachen erwarteten Jahresumsatz bewertet. Im Vergleich zu Wettbewerbern wie Li Auto oder XPeng erscheint diese Bewertung vergleichsweise konservativ.

Spannung vor den Zahlen

Die Perspektiven für das Unternehmen werden weiterhin positiv eingeschätzt. Drei Faktoren spielen dabei eine zentrale Rolle.

Erstens scheint das Unternehmen die Gewinnschwelle erreicht zu haben und könnte künftig stabile operative Gewinne erzielen. Zweitens sorgt der steigende Anteil hochpreisiger Modelle strukturell für bessere Margen. Drittens wirkt die Bewertung der Aktie trotz dieser Fortschritte weiterhin moderat.

Für das vierte Quartal wird mit Fahrzeugmargen von mindestens 20 Prozent gerechnet. Dies würde auch im ersten Quartal 2026 operative Margen zwischen drei und fünf Prozent ermöglichen.

Entscheidend für diese Entwicklung bleibt die weitere Absatzdynamik. Für das erste Quartal gilt eine Auslieferung von mehr als 74.000 Fahrzeugen als realistische Basisannahme. Ein deutlich niedrigerer Wert oder ein Rückgang der Fahrzeugmargen würde das Szenario erheblich belasten.

Rallye-Potenzial für die Aktie

Die Aktie bewegte sich in den vergangenen vier Monaten überwiegend in einer Spanne zwischen 4,50 und 5,30 US-Dollar. Damit bewertet der Markt die sich abzeichnende Verbesserung der Margenstruktur bislang noch vorsichtig. Können die morgigen Ergebnisse mitsamt weiterem Ausblick überzeugen, winkt ein deutlicher Kurssprung mit anschließendem Rallye-Potenzial.

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ℹ️ Nio in Kürze

  • Nio (WKN: A2N4PB) ist ein 2014 gegründetes chinesisches Elektroauto-Startup mit Sitz in Shanghai.
  • Der Autobauer produziert die drei Segmentsmarken Nio (Premium), Onvo (Familien) und Firefly (Kompakt).
  • Besonderheit von Nio ist das Angebot von Batteriewechselstationen, an denen Nio-Fahrer ihre Akkus innerhalb von Minuten automatisch tauschen lassen können.
  • Der Konzern ist derzeit an der Börse mit rund 12 Milliarden US$ bewertet.
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